Frauen- und ausländerfeindlicher Gruppenchat: Sieben Polizeischüler suspendiert

13. Februar 2020 um 20:00 Uhr

Frauen- und ausländerfeindlicher Gruppenchat: Sieben Polizeischüler suspendiertDie freiheitlich-demokratische Grundordnung zu verteidigen und für sie einzustehen ist Grundlage des Berufsbeamtentums. Jeder Polizist schwört darauf und zu diesen Grundregeln gehört allen voran die Menschenwürde, aber auch die weiteren Menschen- und Grundrechte.

Und so kann es wenig verwundern, dass Polizisten, die hier ganz klar erkennen lassen, dass sie es mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht so haben, entweder nahegelegt bekommen ihren Berufswunsch zu überdenken oder aus dem Polizeidienst entfernt werden.

So geschehen vor wenigen Tagen an der Hochschule der Polizei Baden-Württemberg am Standort Lahr. Dort wurden gleich sieben Polizeischüler, also Anwärter im mittleren Polizeivollzugsdienst, suspendiert, weil vorgenanntes Grundprinzip für sie offenbar keine Rolle spielte.

Die angehenden Polizisten waren Mitglieder in einer geschlossenen Chatgruppe, in der “Inhalte mit nationalsozialistischem, antisemitischem und frauenfeindlichem Gedankengut” ausgetauscht wurden, so die Hochschule in ihrer Mitteilung.

Der Chatverlauf habe sich “mit unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung und unseren Ansprüchen an das Verhalten von Polizistinnen und Polizisten nicht in Einklang bringen lassen” und daher wurden die Polizeischüler mit sofortiger Wirkung vom Ausbildungsbetrieb ausgeschlossen und vom Dienst suspendiert.

Die Vorwürfe müssen schwer wiegen, denn die Suspendierung erfolgte mit dem Ziel der Entlassung. Zudem wurde die Staatsanwaltschaft Offenburg eingeschaltet, um eine strafrechtliche Relevanz würdigen zu lassen.

“Wehret den Anfängen” wurde hier scheinbar rechtzeitig und konsequent umgesetzt. Frauen- und Ausländerfeinde dürfen keine Polizisten werden können und das ist gut so.