Coronaparty: Polizeihund findet 22 Personen im Keller einer Shishabar

30. März 2020 um 19:37

Coronaparty: Polizeihund findet 22 Personen im Keller einer Shishabar

Anzeigen und Platzverweise

Die Regeln zum Kontaktverbot sind eigentlich recht eindeutig und die meisten halten sich dankenswerter Weise auch daran. Bei unserer Recherche haben wir nun allerdings einige Wochenendpresseberichte der Kollegen gelesen, die davon berichten, dass mehrere Hundert Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz aufgenommen und Platzverweise ausgesprochen werden mussten.

Wenn auch der Drang bei schönem Wetter an die frische Luft zu gehen verständlich sind, sollten man wenigstens Abstand zu den anderen halten, um sich selbst und andere nicht zu gefährden. Der Sinn und Zweck des Kontaktverbots ist kein anderer als genau DAS! Doch noch schlimmer sind sogenannte Coronapartys, die es immer noch gibt, allen Verboten zum Trotz. Wie am Samstag Abend in Stuttgart (Baden-Württemberg) als ein Diensthund 22 Personen ausfindig machte, die sich im Keller verbarrikadiert hatten.

Besorgte Zeugen hatten der Polizei gegen 22:50 Uhr gemeldet, dass dort in einer Shishabar offenbar noch Betrieb herrsche. Die Streife stand zwar vor verschlossenen Türen und die Fenster waren von innen verdunkelt worden, die Polizisten konnten dennoch beobachten, wie das Licht mehrfach ein- und ausgeschaltet wurde und an einem Seiteneingang waren Stimmen und Gepolter zu hören.

Da niemand auf die mehrfachen Aufforderungen der Polizisten reagierte, die Tür zu öffnen, wurde durch die Staatsanwaltschaft die zwangsweise Öffnung der Tür angeordnet. Hierzu wurde die Feuerwehr alarmiert, die dann auch die Tür öffnen konnte. Im Inneren der Shishabar befanden sich vier Personen.

Da die Möglichkeit bestand, dass sich auch noch weitere Personen im Objekt befinden könnten, wurde ein Polizeihund eingesetzt, der auch tatsächlich im Lagerkeller der Bar anzeigte, dass sich dort Personen befinden mussten. Die Tür war zu, man hatte sich offenbar verbarrikadiert.

Doch auch das nutzte nichts. Die Tür wurde geöffnet und es befanden sich weitere 22 Personen im Kellerraum. Von allen Anwesenden wurden die Personalien notiert und alle erwartete eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. Zudem erhielten die 26 Personen einen Platzverweis.

Der Betreiber der Shishabar, der zu diesem Zeitpunkt nicht vor Ort war, wurde herbei zitiert. Auch wenn es im Polizeibericht nicht vermerkt ist, kann davon ausgegangen werden, dass auch ihn eine Anzeige erwartet, die deutlich teurer ausfallen dürfte als die der anwesenden Partygäste.

Der Polizeibericht schließt mit folgendem Statement:

“Ein inzwischen kursierendes Gerücht, Einsatzkräfte von Polizei oder Feuerwehr seien bei diesem Einsatz angespuckt worden, ist nach den bisherigen Erkenntnissen falsch.”

Wir empfehlen allen, die sich unbedingt draußen aufhalten möchten, sich als Erntehelfer zu bewerben. Die Landwirte suchen gerade jetzt dringend Unterstützung, da für die Erntehelfer aus dem Osten Europas wegen der Coronakrise ein Einreiseverbot verfügt wurde.

Und allen anderen empfehlen wir einen Blick in eine Intensivstation, wo Coronapatienten beatmet werden müssen und teils um ihr Überleben ringen.