Leserbrief von Jürgen: Anerkennung meiner PTBS: “Wenn sie was von uns wollen müssen sie klagen.”

13. März 2020 um 18:34

Leserbrief von Jürgen: Anerkennung meiner PTBS: "Wenn sie was von uns wollen müssen sie klagen."Vorgestern haben wir euch in einem Beitrag Kollege Ernst Kappel vorgestellt, der nach dem Amoklauf in Winnenden zur Identifizierung der Toten eingesetzt war und danach traumatisiert war. Er musste für die Anerkennung seiner posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) jahrelang klagen. Hierzu erhielten wir die folgende Zuschrift von Jürgen:

“Ich kenne den Kollegen Kappel persönlich und durfte ein paar Jahre mit ihm dienen! Ich wurde ebenfalls nach dem Festellen einer PTBS, welche ich vor 26 Jahren nach einem versuchten Tötungsdelikt an mir, erlitten habe, 2016 ausgemustert.

Originalton Polizeiarzt: ‘Wenn sie was von uns wollen müssen sie klagen!’

Seit dem streite ich um die rechtmäßigen Bezüge! Dem Innenministerium möchte ich keine Schuld zuweisen. Der polizeiärztliche Dienst, sprich Amtsarzt, versucht alles, um Dienstunfälle nicht anzuerkennen, Behandlungen zu verweigern etc. Das IM folgt nur den Feststellungen des Amtsarztes.

Das stinkt zum Himmel! Ich meine noch zu wissen, dass der Amtsarzt den Gehirntumor bei Kollege Kappel für die psychischen Probleme verantwortlich machte. So hätte man nämlich die Anerkennung eines Dienstunfalles verhindern können.

Ich bin froh, diesem Verein nicht mehr anzugehören. Über meinen Leidensweg und den Kampf gegen das System Polizeiarzt könnte ich ein Buch schreiben. Aber was soll man von einem Amtsarzt halten, der einen mit den Worten “gehen sie mit Gottes Segen” verabschiedet und dann alles mögliche daran setzt, nicht zu seinem Recht zu kommen!

Ich bin nun seit 5 Jahren in traumaärztlicher Behandlung! Ich hatte Glück in herausragende ärztliche Behandlung zu kommen.

Dem Ernst wünsche ich alles erdenklich Gute!”