Niedersachsen und Schleswig-Holstein als Vorbild: Bremen soll gemeinsame Leitstelle für Feuerwehr und Polizei bekommen

12. März 2020 um 12:10 Uhr

Die Bremer Feuerwehr und Polizei kommt in ihren Leitstellen an ihre Kapazitätsgrenzen. Beide Blaulichtbehörden haben Aufgaben hinzu bekommen und die Einsatzzahlen sind gestiegen. Alleine bei der Feuerwehr gab es 2910 80.000 Einsätze und damit 30.000 mehr als noch zehn Jahre zuvor.

Dies benötigt auch in den Leitstellen, die die Notrufe entgegen nehmen und die Einsätze disponieren, mehr Personal und eine bessere Technik. Ein Neubau wäre sowohl für die Feuerwehr, als auch für die Polizei in Bremen notwendig, doch nicht nur wegen Kosteneinsparungen reift nun der Gedanke, beide Leitstellen zusammen zu legen und gemeinsam neu zu bauen.

Doch eine gemeinsame Leitstelle ist nicht nur ein Kostenfaktor, auch die kürzeren Wege, gegenseitiges Verständnis und eine gute Zusammenarbeit, im Alltagsgeschäft und auch bei Großlagen, soll die räumliche Nähe Vorteile bringen. Ein entsprechendes Positionspapier der Berufsfeuerwehr wurde dem Innensenator vorgelegt, der die Vorteile erkannte und eine Projektgruppe einrichtete.

Für dieses Vorhaben sahen sich die Verantwortlichen bei ihren Nachbarn um und wurden in Niedersachsen und Schleswig-Holstein fündig. So arbeiten in Oldenburg Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei bereits seit 2012 in der Kooperativen Großleitstelle Oldenburg unter einem Dach zusammen.

Melissa Oltmanns, Pressesprecherin der Polizeidirektion Oldenburg, nennt die Vorteile: Gemeinsame Nutzung von Räumlichkeiten, Technik und Infrastruktur, finanzielle Einsparungen, Synergieeffekte durch kurze Wege. Zwar sind die Leitstellen der jeweiligen Blaulichtorganisationen räumlich getrennt, um dem gesetzlich unterschiedlichen Auftrag und dem Datenschutz Rechnung zu tragen, man ist aber nur eine Tür weit voneinander entfernt.

Verständnis und schneller Austausch, “die Zusammenarbeit in einem Gebäude begünstigt dies enorm”, so Oltmanns, die die gemeinsame Leitstelle als Erfolgsmodell bezeichnet. Auch in Elmshorn arbeiten Feuerwehr und Polizei zusammen. Sie erhielten einen Neubau für 27,4 Mio. Euro, inklusive gemeinsamer Nachrichten- und Kommunikationstechnik, wie das Innenministerium Schleswig-Holstein die Kollegen aus Bremen wissen ließ.

Elmshorn soll nun zum Vorbild für Bremen werden und ist damit in guter Gesellschaft. Denn auch in Hameln (seit 2008), in Oldenburg und Osnabrück (seit 2012), in Wittmund (seit 2014) in Lüneburg (seit 2015) arbeiten Feuerwehr und Polizei in gemeinsamen Leitstellen zusammen, für mehr Sicherheit der Bürger.