Suizidversuch: Polizisten retten Mann aus Hochwasser und begeben sich in Lebensgefahr

9. März 2020 um 12:23

Suizidversuch: Polizisten retten Mann aus Hochwasser und begeben sich in Lebensgefahr

Bild: Polizei Ingelheim am Rhein

Nein, wir Polizisten sind keine Helden, wir tun nur, was getan werden muss. Das ist unser Job, auch wenn wir uns selbst in Lebensgefahr begeben. Doch manchmal hat es etwas Heldenhaftes an sich und über einen solchen Fall möchten wir hier berichten.

Am vergangenen Wochenende ging zur Mittagszeit der Notruf bei der Leitstelle der Polizei in Mainz (Rheinland-Pfalz) ein. Passanten hatten einen Mann gesehen, der an der Mole am Hochwasser führenden Rhein in Ingelheim stand und einen unsicheren Eindruck machte. Es bestand die Sorge, dass der Mann in die Fluten fallen könnte.

Minuten später meldete sich besagter Mann selbst beim Polizei Notruf und kündigte an in den Rhein gehen zu wollen. Offenbar schien der Lebensmüde alkoholisiert zu sein. Als die erste Streife vor Ort eintraf, stand der Mann bereits knietief im Wasser, einige Meter vom Ufer entfernt. Auf die Zurufe der Beamten reagierte er nicht, sondern ging weiter und wurde sofort von der starken Strömung mitgerissen.

Jetzt war schnelles Handeln gefragt. Die Polizisten nahmen einen Rettungsring und warfen ihn dem Mann zu. Der Wurf war so gekonnt, dass der Rettungsring unmittelbar über dem Mann landete. Nun verfolgten die Beamten den abtreibenden Mann zunächst noch an Land. Immer noch reagierte der Mann nicht auf Zurufen.

Dann wurde dieser von der Strömung wieder Richtung Ufer getrieben und hier in die Nähe eines Bootsanlegers. Die Polizisten überstiegen die Absperrung. Dann legte sich der größere Polizist flach auf den Bauch und ließ den Oberkörper hinab in Richtung Fluten hängen.

Es gelang ihm nach mehreren Versuchen die Jacke des Mannes zu greifen und unter größter Kraftanstrengung heran zu ziehen. Doch ohne die Mitarbeit des Suizidenten war es nicht möglich, diesen aus dem Wasser und den Höhenunterschied zwischen Wasseroberfläche und Bootanleger von etwas einem Meter hinauf zu ziehen.

Doch die Strömung war so stark, dass nun auch für den Polizisten Lebensgefahr bestand, da beide gleichzeitig von der Kraft des Wasser hätten abgetrieben werden können. Zwischenzeitlich waren weitere Polizisten eingetroffen und sie setzten sich auf die Beine des Beamten, der den Mann im Wasser am Abtreiben hinderte.

Nach einigen weiteren Minuten konnten Beamten der Wasserschutzpolizei Hessen den mittlerweile stark unterkühlten Mann ins Schlauchboot ziehen und ihn dann den Rettungskräften zu übergeben, die ihn in ein Krankenhaus brachten.

Auch der 33-jährige Polizist, der sich selbst in Gefahr gebracht hatte und dafür sorgte, dass der lebensmüde Mann lebend gerettet werden konnte, war mittlerweile stark unterkühlt. Mit einer Körpertemperatur von nur noch 34°C genügte ihm eine wärmende Decke, eine ärztliche Behandlung war nicht notwendig.

 

Hinweis:

Wenn du dich traurig oder depressiv fühlst, du keine Lust mehr hast, vielleicht sogar am (Weiter-) Leben, dann wende dich bitte an Freunde oder Bekannte. Rede darüber, denn reden hilft und du fühlst dich nicht so alleine!

Ansonsten kannst du auch die Telefonseelsorge oder eine andere Beratungsstelle kostenlos und anonym anrufen. Telefonnummern und Links für Deutschland, Österreich und die Schweiz findest du hier bei uns im Blog.

Hinterbliebene, die einen Angehörigen nach einem Suizid verloren haben, erhalten beim Projekt Hilfe nach Suizid Unterstützung (nur online).

Unsere Gedanken zum Thema Suizid und dem Warum könnt ihr hier nachlesen.