Wie sich Corona auf den Dienstalltag auswirkt: Polizisten absichtlich angehustet

23. März 2020 um 16:34 Uhr

Wie sich Corona auf den Dienstalltag auswirkt: Polizisten absichtlich angehustetAngesichts der prekären Lage gehen viele Menschen mit ihren Kontaktverboten zuweilen recht kreativ um, das zeigen viele Bilder und Filmchen in den sozialen Netzwerken. Andere widersetzen sich den aufgestellten Regeln und zeigen bei einer Polizeikontrolle ein Verhalten, das nicht nur kindisch, sondern widerlich ist. Zwei Beispiele.

 

In der vergangenen Woche führte die Polizei in München (Bayern) Corona-Kontrollen durch und überprüften in Gaststätten, auf Spielplätzen und Sportanlagen die Einhaltung des Kontakt- und Versammlungsverbots. Über 120 zusätzliche Polizisten befanden sich hierzu im Einsatz.

Auf einem versperrten Spielplatz konnten Beamte der Polizeiinspektion 14 (Westend) drei Münchner im Alter von 20 bis 22 Jahren antreffen, die dort Fußball spielten. Die Polizisten versuchten zunächst im Gespräch die Gefährlichkeit der aktuellen Situation zu verdeutlichen, doch die jungen Männer zeigten sich sofort uneinsichtig.

Und als ob das nicht schon reichen würde, zeigten sie ihren Unmut über die polizeiliche Maßnahme, indem sie in Richtung der Polizisten husteten. Doch das alles nützte nichts. Gegen alle drei wurden ein Verfahren wegen eines Vergehens nach dem Infektionsschutzgesetz eingeleitet und sie erhielten einen Platzverweis.

 

Noch schlimmer trieb es ein Autofahrer in den Niederlanden und kassierte dafür eine Haftstrafe. Er war einer Streife dadurch aufgefallen, dass er Schlangenlinie fuhr und wurde sodann einer Kontrolle unterzogen. Der Mann verweigerte den Alkoholvortest und als er festgenommen wurde, hustete er absichtlich die Polizisten an und sagte zu ihnen: “Ich habe das Coronavirus und ihr jetzt auch.”

Das blieb für den 23-Jährigen nicht folgenlos. Ein Gericht in Den Haag verurteilte den Autofahrer wegen Bedrohung mit dem Tod oder schwerer Misshandlung zu einer Haftstrafe von zehn Wochen, von denen zwei Wochen zur Bewährung ausgesetzt wurden. Der Richter wollte mit dem Urteil ein Zeichen setzen, da er die Tat für “verwerflich” hält:

“Gerade jetzt verdienen unsere Hilfskräfte unseren Schutz.”

Zum Glück für die Polizisten war der nun Verurteilte nicht mit dem Virus infiziert.