Alltagshelden der Coronakrise: Bäcker und Verkäuferin

6. April 2020 um 10:30 Uhr

Alltagshelden der Coronakrise: Bäcker und Verkäuferin

“Hallo liebe Polizist=Mensch-Admins.

Meine Tochter ist Bäckerei-Fachverkäuferin in einer Großbäckerei mit vielen Filialen und muss um halb 6h auf der Arbeit sein. Da z.Z. in Köln nachts um kurz vor 2h die letzte Bahn fährt und die Fahrer nicht genau sagen können wann morgens früh die erste fährt, ist sie ohne Auto aufgeschmissen.

Genau wie ein paar andere Kollegen/innen. Im Umkreis der Filiale, wo sie arbeitet, wohnen viele ältere Menschen. Sie selbst ist Ü50 und seit ihrer Schwangerschaft Diabetikerin, also Risiko-Patientin. Taxi, wenn sie dann eins bekommt, kostet zwischen 15 und 20€.

Zu spät zur Arbeit kommen mag sie nicht, da die ersten Kunden, auch die der nahe gelegene Polizeiwache und Müllabfuhr, schon um halb 7h vor der Türe stehen. Spätestens um halb 5h bringt der Fahrer die frische Ware und die Brötchen müssen dann in den Backofen.

Da sie ihre Kunden, wenn sie Frühdienst hat, nicht im Stich lassen möchte, nimmt sie die letzte Bahn gegen 2h damit sie wenn der Fahrer die Ware bringt, sofort loslegen kann.

Ich hab sie gefragt, warum sie 2 Stunden Schlaf verschenkt und ein halbe Stunde zu spät kommen nicht in Kauf nimmt. Darauf antwortete sie mir, dass ihre Kunden, die aus dem Nachtdienst kommen und jene welche ihren Dienst antreten, sich darauf verlassen, dass sie ihre frischen und auch die belegten Brötchen weiterhin bekommen sollen, denn sie würden, trotz de Virus, ihre Arbeit weiterhin verrichten.

Ihre ‘alten Leute’, die zwischen 7 und 9h kommen, sollen nicht vor leeren Regalen stehen. Sie ist zwar keine Heldin, aber gehört zu der Gruppe Personen die gerne helfen und für andere auch mal auf etwas verzichten.”