Gedanken von Rachel: Häusliche Gewalt während der Coronakrise

8. April 2020 um 19:25

Gedanken von Rachel: Häusliche Gewalt während der Coronakrise

“Die Corona-Isolation treibt die Fallzahlen häuslicher Gewalt nach oben! Ein Thema was mich nicht nur traurig und wütend zugleich macht, sondern auch extremst triggert….

Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen, sind in den meisten Bundesländern seit nunmehr drei Wochen die Schulen und Kitas geschlossen. Zudem gibt es weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Schon früh rechneten Experten wegen der Situation mit einer Zunahme häuslicher Gewalt.

Viele Menschen denken, dass es bei häuslicher Gewalt nur um die körperliche Gewalt geht. Dabei ist häusliche Gewalt auch sexuelle sowie psychische Gewalt zwischen Menschen, die zusammen in einem Haushalt leben.
Viele Menschen denken dabei an Gewalt zwischen den Eheleuten oder Paaren. Doch viele vergessen, dass sogar die Gewalt gegen den eigenen Kindern oder umgekehrt dazu gehört.

Gerade jetzt in der Corona-Isolation sind viele Menschen gereizt. Man sitzt auf sehr engem Raum, man nervt sich nur noch, man kann sich kaum zurückziehen. Aktuell schießen die Fallzahlen so hoch, dass sämtliche Frauenhäuser keinen weiteren ‘Problemfall’ mehr aufnehmen können…

Doch warum vergessen die Menschen, dass man sich liebt oder einmal geliebt hat? Für mich war Liebe immer die stärkste Zuneigung die man einen Menschen schenken konnte. Ich wollte immer, dass es meinen Partner besser ging, als mir selbst. Ich habe meine Bedürfnisse immer hinten angestellt, um meinen Partner glücklich zu sehen.

Wenn mein Partner und ich an eine ‘Kreuzung’ angekommen sind, dann haben wir glücklicherweise immer ein Kompromiss finden können. Aber dazu müssen beide bereit sein! Für mich gab es nichts schöneres, wenn ich der Grund war, der meinen Partner zum Lächeln brachte.

Auch in dieser schweren Zeit sollte man nicht vergessen, was man aneinander hat! Wenn ihr euch nervt, dann geht euch aus dem Weg! Während der eine kocht, kann der andere die Wäsche machen. Während der eine gerade die Fenster putzt, kann der andere das Bett frisch beziehen! Während der eine gerade in Ruhe ein Buch lesen möchte (ich weiß ja nicht, ob es noch Menschen gibt, die Bücher zum Lesen in die Hand nehmen, aber ich bin auf jeden Fall noch eine von wenigen), kann der andere sich vor dem Fernseher setzen!

Familien aus dem gleichen Haushalt dürfen raus! Wenn es schon nicht auf dem Spielplatz geht, lauft durch den Wald… durch das Feld… oder spielt zusammen Spiele!

Gerade in der jetzigen Situation für überforderte Eltern… bastelt mit euren Kindern verschiedene Dinge! Zeichnet mit euren Kindern, egal ob hier Bundstifte, Filzstifte oder Wasserfarben benutzt werden! Spielt gemeinsam Spiele! So wie man es früher auch getan hat.

Mensch ärgere dich nicht, Uno, Skipbo oder andere Gemeinschaftsspiele! Lest euren Kindern etwas aus Büchern vor, so wie man es bei uns als Kindern getan hat. Versucht eure Kinder (je nachdem wie alt sie sind) in den Haushalt mit einzubeziehen! Kinder kann man sehr leicht begeistern, auch wenn sie sehr schnell wieder gelangweilt sind! Kocht mit ihnen… backt mit ihnen… putzt mit ihnen zusammen… Hauptsache ihr alle seid beschäftigt.

Also bitte reißt euch am Riemen! Wir, die Menschen die gerade in der Isolation sind, haben das Glück, dass wir dem Coronavirus nicht ausgesetzt sind!

Wie viele Menschen die nun im Einsatz sind, riskieren alles? Ganz egal, ob es unsere Polizeibeamte, Soldaten, Rettungsleute, Verkäufer und Pflegekräfte sind! Auch diese Gruppen haben Familie und viele davon sicherlich Kinder… und ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Menschen mit euch lieber tauschen wollen würden!

Haltet zusammen!
Reißt euch am Riemen!
Und lasst eure Laune nicht an den Menschen aus, die ihr liebt!
Ihr werdet es, zum Schluss bitter bereuen!

Eure Rachel”