Mann schießt auf Einsatzkräfte: Diensthund angeschossen und schwer verletzt

17. April 2020 um 19:31

Mann schießt auf Einsatzkräfte: Diensthund angeschossen und schwer verletzt

SEK-Beamte erschießen Angreifer

Gestern Nachmittag war es im Düsseldorfer Stadtteil Lierenfeld (Nordrhein-Westfalen) zu einem Polizeieinsatz gekommen, bei dem auch das Spezialeinsatzkommando mit Diensthund zum Einsatz kam. Am Ende waren zwar glücklicher Weise keine Polizisten verletzt, jedoch wurde ein Diensthund schwer verletzt und der Angreifer war tot.

Nachbarn hatten zunächst die Polizei alarmiert, da sie Schussgeräusche wahrgenommen hatten. Dann telefonierten die Eltern des Randalierers mit der Polizei und berichteten davon, dass sie von ihrem Sohn mit Waffen bedroht worden waren und Todesängste hätten.

Beim Eintreffen der ersten Polizeistreifen wurden diese aus dem Haus heraus mit Farbeimern und Mobiliar beworfen. Kurze Zeit später wurden Zivilbeamte der Polizei aus dem Dachfenster heraus “beschossen”, so dass das Spezialeinsatzkommando (SEK) hinzu gerufen wurde.

Zwischenzeitlich konnten Polizisten die Eltern des Angreifers, beide über 60 Jahre alt, aus dem Garten heraus retten. Hierbei übergaben die Eltern den Beamten zwei Molotowcocktails.

Beim Eintreffen des SEK hatte sich der 32-jährige Sohn im Dachgeschoss verbarrikadiert. Da es plötzlich nach Verdünnungsmitteln roch und die Gefahr bestand, dass er noch weitere Sprengmittel besitzt, erfolgte umgehend der Zugriff.

Als die SEK-Beamten die Wohnung betraten, wurden sie sogleich von dem 32-Jährigen mit einer Armbrust und einer Schusswaffe beschossen. Hierbei wurde der Diensthund des SEK von einem Geschoss der Armbrust am Kopf getroffen und schwer verletzt.

Die SEK-Polizisten eröffneten sogleich das Feuer und trafen den 32-Jährigen tödlich. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Polizisten kamen hierbei nicht zu Schaden. Der Diensthund musste in eine Tierklinik verbracht werden. Die Eltern des Angreifers wurden durch die Seelsorge betreut.

In der Wohnung konnten die Polizisten nach der Tatortaufnahme durch die Kriminalpolizei und die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes neben der Gas-Schreckschusswaffe, einer Armbrust und zwei Molotowcocktails noch weitere Waffen sicherstellen.

Der Angreifer war bereits polizeibekannt und durch Drogendelikte und Verstöße gegen das Waffengesetz aufgefallen. Bereits 2018 war es dort zu einem SEK-Einsatz gekommen, als der 32-Jährige mit einer Armbrust drohte. Damals konnte der Mann noch überwältigt und die Armbrust sichergestellt werden. Die Polizei Düsseldorf weist darauf hin, dass es sich bei der gestrigen Armbrust nicht um jene handelt, die 2018 sichergestellt worden war.

Wie wir erfahren haben, hat der Diensthund die Operation überstanden und es geht ihm den Umständen entsprechend. Wir hoffen, dass er wieder vollständig genesen wird und bald seinen Dienst wieder aufnehmen kann.

Den beteiligten Einsatzkräften und den Eltern wünschen wir eine gute Verarbeitung des Vorfalles und den Eltern gilt zudem unser Mitgefühl.