Niemand sonst hält an: Polizist wird auf dem Weg zum Dienst zum Lebensretter

26. Mai 2020 um 12:00 Uhr

Niemand sonst hält an: Polizist wird auf dem Weg zum Dienst zum LebensretterJeder lernt in der Fahrschule, dass er verpflichtet ist bei einem Verkehrsunfall Hilfe zu leisten. Jeder muss dazu auch nachweisen, die Erste Hilfe erlernt zu haben. Wie das dann später in der Praxis aussehen kann, zeigt der folgende Fall.

Es ist nun knapp zwei Wochen her, als es im mittelfränkischen Uttenreuth (Bayern) zu einem Verkehrsunfall gekommen war. Das Auto des Unfallverursachers stand verkehrsbehindernd, es bildete sich ein Stau, die Wartenden hupten, in der Hoffnung, schneller voran zu kommen. Doch niemand hielt an um nachzuschauen, ob jemand Hilfe benötigte.

Im Stau stand auch Polizeihauptmeister Alexander Hertlein. Er war auf dem zum Dienst bei der Polizeiinspektion Erlangen-Land. Die Sache kam ihm, wie er nun im Interview erzählte, komisch vor. Er hielt an und schaute nach.

Er sah hinter dem Steuer einen regungslosen Mann und schnell wurde dem Beamten klar, dass dies kein gewöhnlicher Verkehrsunfall war. Beim näheren Nachschauen erkannte er bei dem 41-Jährigen Anzeichen eines Schlaganfalls. Nun zählte jede Sekunde.

Glücklicher Weise stand im Stau auch ein Rettungswagen. Der Polizist hielt die Retter an und so konnte dem 41-Jährigen schnell medizinische Hilfe zuteil werden. Und noch während die Sanitäter vor Ort versuchten ein Leben zu retten, ging das Hupkonzert der Wartenden weiter. Polizist Hertlein hatte dafür überhaupt kein Verständnis mehr.

Der 41-Jährige kam sofort in eine Klinik, wo er hoffentlich wieder genesen wird. Jeder, der in diesem Stau hupend stand und sich nicht um Hilfeleistung kümmerte, könnte sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar gemacht haben.