Einsatz hilflose Person: Opa auf Friedhof geschoben und Grab seiner verstorbenen Frau zurecht gemacht

14. Juni 2020 um 19:00

Einsatz hilflose Person: Opa auf Friedhof geschoben und Grab seiner verstorbenen Frau zurecht gemacht

“Hallo liebe Freunde.

Ich möchte euch eine Geschichte zu dem Foto erzählen.

Der 90-jährige Opi im Rollstuhl kann kaum mehr sehen, nicht hören und nicht sprechen. Passanten alarmierten die Polizei, weil der Opi mitten auf der Straße stand und man sich Sorgen machte. Als wir dort ankamen fiel uns die Kommunikation sehr schwer. Wir wussten nicht wo der Herr hingehört, jedoch zeigte er mit seinem Finger mehrfach in Richtung des Friedhofs. Ermittlungen bezüglich seines Wohnortes verliefen negativ. Kein Name, keine Verständigung, kein Hinweis. Nichts.

Wir entschieden uns dazu den Herrn dorthin zu schieben, wo sein Finger hinzeigte. Er führte uns auf den Friedhof. Auch dort gab er uns die Richtung an, bis wir an einem bestimmten Grab standen. Er zog seinen Hut ab und fing an zu beten. Die Tränen in seinen Augen waren kaum zu übersehen. Wir standen hinter ihm und warteten schweigsam bis der Herr sein Gebet zu Ende führte.

Es stellte sich heraus, dass seine Ehefrau dort begraben ist. Er selbst ist nicht mehr in der Lage dazu, das Grab zu pflegen. Den Part haben wir als Polizei dann übernommen und das Grab seiner verstorbenen Ehefrau zurecht gemacht.

Über die Aufschrift auf dem Grabstein konnten wir herausfinden, wie der Herr heißt und seinen Wohnort ermitteln. Dort schoben wir ihn dann wieder quer durch die Stadt hin und bekamen als Danke schön jeweils jeder ein Pfefferminz Bonbon. Wir waren sehr gerührt.

Kurze Zeit später kam es dann zu Schlägereien, Beleidigungen, Rumgespucke, Drohungen und viel Respektlosigkeit gegenüber mir und meinen Kollegen. Die Geschichte mit dem Opi ist dann leider eher die Ausnahme.

Wir sind auch nur Menschen und versuchen wirklich zu helfen wo es nur geht und wie es nur möglich ist. Vor allem wollen wir nach Feierabend gesund und unverletzt zu unseren Familien zurückkehren, was nicht immer klappt. Ich wurde auch schon aufgrund meiner Uniform angespuckt, angegriffen, getreten, beleidigt und bedroht.

Was in den USA geschieht ist schrecklich, aber es hat rein gar nichts mit unseren guten Verhältnissen in Deutschland zu tun.
Deswegen denkt bitte nach, bevor ihr uns uniformierte Menschen alle über einen Kamm schert. Danke!

Euer Dawid”