In memoriam: Vor 20 Jahren erschossen worden

15. Juni 2020 um 19:06 Uhr

In memoriam: Vor 20 Jahren erschossen wordenGestern war es 20 Jahre her, dass drei Polizisten in Nordrhein-Westfalen sterben mussten, weil eine Streife einen Verkehrsteilnehmer kontrollieren wollte, der nicht angeschnallt war. Einer der kontrollierenden Polizisten wurde getötet, eine Polizistin verletzt. Während der Fahndung erschoss der Täter zwei weitere Polizisten.

 

Es war der 14. Juni 2000, als eine Streife der Polizei in Dortmund einen Autofahrer anhalten und kontrollieren wollte, der nicht angeschnallt war. Auf Anhaltezeichen reagierte der Fahrer jedoch nicht, sondern trat die Flucht an. Doch dann hielt er plötzlich an und schoss auf die Beamten.

Polizeikommissar Thomas Goretzky wurde dabei tödlich getroffen, seine Partnerin Nicole H. wurde schwer verletzt. Sie konnte aber noch die Leitstelle über den Angriff informieren, so dass eine Großfahndung ausgelöst wurde.

Auf seiner Flucht durchquerte der Täter auch Waltrop und begegnete zufällig einem weiteren Streifenwagen, der dort stand. Der Täter hielt neben dem Polizeifahrzeug an und eröffnete sogleich abermals das Feuer.

Er schoss dreimal und traf die Beamten, Polizeiobermeisterin Yvonne Hachtkemper und ihren Kollegen Polizeimeister
Matthias Larisch von Woitowitz, tödlich. Beide starben an Kopfschüssen.

Später konnte im Rahmen der Fahndung der BMW des flüchtigen Täters auf einem Waldweg angetroffen werden. Der Täter, der 31-jährige Neonazi Michael Berger, befand sich im Fahrzeug und hatte sich selbst erschossen.

Yvonne Hachtkemper starb mit 34 Jahren und hinterließ ihren Mann, ebenfalls Polizist, und ein dreijähriges Kind. Matthias Larisch von Woitowitz starb ebenfalls mit 34 Jahren und hinterließ seine Frau. Thomas Goretzky musste mit 35 Jahren sterben und hinterließ seine Frau und zwei Kinder.

 

Gestern fand am Polizeipräsidium Dortmund eine Gedenkveranstaltung statt, bei der eine Gedenktafel enthüllt wurde. Polizeipräsident Gregor Lange sagte während der Feierstunde:

“Der 14. Juni 2000 ist ein Datum, das untrennbar mit dem PP Dortmund verbunden ist. Diese schreckliche Tat erschüttert uns auch 20 Jahre nach dem Geschehen und macht tief betroffen. Sie vergegenwärtigt uns aber auch die Gefahren im täglichen Polizeidienst – damals wie heute. Die Verbrechen dieses Rechtsextremisten erscheinen wie ein Symbol für Hass und Gewalt. Sie mahnen zur Wachsamkeit und bekräftigen uns darin, auch weiterhin unentwegt den Kampf gegen Extremismus jeder Art fortzuführen. Die im Dienst getöteten Polizeibeamtinnen und -beamten werden uns immer in Erinnerung bleiben.”

 

Liebe Kollegen, wir gedenken eurer, denn in unseren Herzen bleibt ihr unvergessen! ⚫️🔵⚫️