Kinderpornografie: Wenn das Anschauen von Bildern und Videos krank macht

13. Juni 2020 um 11:40

44 Kinder identifiziert und aus den Fängen ihrer Peiniger befreit (das Jüngste drei Monate), 72 Tatverdächtige ermittelt, 10 Personen in Untersuchungshaft, 10 Anklagen gegen 7 Personen. Das ist die aktuelle Bilanz im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach.

An der Spitze waren es 350 Polizisten der “Ermittlungsgruppe Berg”, die fieberhaft daran arbeiteten den Fall aufzuklären. Aktuell sind es 120 bis 140 Ermittler unter der Leitung der Polizei Köln (Nordrhein-Westfalen), die das Datenmaterial auswerten, Ermittlungen übernehmen, Personen identifizieren.

Dazu ist es notwendig, die massenhaft vorhanden Bilder und Videos auf den sichergestellten Datenträgern zu sichten, Ermittlungsansätze heraus zu filtern, Tathandlungen zu beschreiben. Eine Arbeit, die krank machen kann.

Das, was die Kollegen da zu sehen bekommen, sehen müssen, weil es ihre Aufgabe ist, ist psychisch sehr belastend. Drei Ermittler wurden dauerhaft krank, manch anderer konnte dank psychologischer Betreuung seine Aufgabe wieder wahrnehmen.

Die größte Motivation sei es allerdings, für die Kinder ihre Qual zu beenden, so der Kölner Kriminaldirektor Michael Esser. Und weiter:

“Ich habe letzte Woche noch mit einer Kollegin gesprochen, die sagte:

‘Ich gucke mir die eigentliche Tathandlung gar nicht so im Detail an. Ich schaue, was ist da drauf, was möglicherweise zur Identifizierung beiträgt.’

Das kann ein Plüschtier sein, eine Tätowierung, die ein Täter hat, eine Bettdecke oder ein Blick aus dem Fenster. Einmal hat uns ein Kirchturm in einem Bergdorf weitergeholfen.”

 

Es wird Zeit an dieser Stelle allen Kolleginnen und Kollegen zu danken, die sich – egal wo – dieser schweren und belastenden Aufgabe stellen und dafür sorgen, dass nicht nur Opfer aus den Fängen ihrer Peiniger befreit werden, sondern die Täter auch ihrer verdienten Strafe zugeführt werden.

Respekt und passt auf eure Psyche auf!