Polizistin am Notruf beleidigt: Anrufer zu Geldstrafe verurteilt

4. Juli 2020 um 11:34

Polizistin am Notruf beleidigt: Anrufer zu Geldstrafe verurteiltWer glaubt, dass “nur” die Polizisten angefeindet oder beleidigt werden, die man gemeinhin auf der Straße sieht, der irrt. Auch diejenigen, die man für gewöhnlich nie zu Gesicht bekommt, die aber dennoch da sind, wenn man sie braucht, müssen den Unmut mancher Zeitgenossen über sich ergehen lassen.

Die Rede ist von den Polizisten, die immer ein offenes Ohr haben, wenn man den Notruf wählt. Und dass eine Beleidigung am Notruf nicht folgenlos bleibt, zeigt der folgende Fall aus Hameln (Niedersachsen).

An einem Freitagabend im März hatte dort nämlich in der Leitstelle “Süntel” eine Polizistin einen Notruf entgegen genommen. Der 47-jährige Anrufer befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Bus und war mit dem Busfahrer in Streit geraten, so dass der Fahrgast den Notruf wählte.

Doch offenbar verlief das Gespräch nicht ganz so, wie er sich das vorgestellt hatte. Ein normales Gespräch war mit dem Anrufer überhaupt nicht möglich. Doch anstatt sich zu beruhigen schaltete er auf Angriff über und beschimpfte und beleidigte die Beamtin.

Letztere ließ das nicht auf sich beruhen und zeigte den 47-Jährigen an. Das Amtsgerichts Hildesheim schloss sich der Ansicht der Polizistin und war der Meinung, dass man ein solches Verhalten nicht hinnehmen müsse. Es verhängte eine Geldstrafe von 1.500 Euro.

Wie die Polizeidirektion Göttingen weiter mitteilt, sind solche Verhaltensweisen gegenüber den Polizisten in den Leitstellen gar nicht so selten. Seien im vergangenen Jahr noch insgesamt 100 Strafanzeigen gegen Anrufer erfasst worden, seien es im ersten Halbjahr 2020 bereits 60 Anzeigen gewesen.