Zwanglose Bürgergespräche: “Coffee with a cop” nun auch in Deutschland

21. Juli 2020 um 12:20

Zwanglose Bürgergespräche: "Coffee with a cop" nun auch in DeutschlandWas früher der Dorfpolizist über den Gartenzaun hinweg machte, nämlich einfach mit den Bürgern ins Gespräch kommen, sich ihre Probleme anzuhören oder einfach die Stimmung wahrzunehmen, Lob und Kritik zu erhalten, einfach da zu sein, ist heute kaum noch möglich. Der Polizei fehlt es schlicht am Personal und angesichts des Aufgabenzuwachses auch an Zeit.

Das Problem hatte man ebenfalls in den USA und die Kollegen des Hawthorne Police Departments überlegten, wie sie den Bürgern trotzdem nah sein können – nicht nur dann, wenn etwas geschehen war. Und sie hatten eine simple aber effektive Idee, dieses Community Policing-Konzept umzusetzen.

Coffee with a cop fand zum ersten Mal 2011 in Hawthorne statt. Polizisten standen in einem örtlichen Cafe oder Restaurant, möglichst zentral gelegen, zur Verfügung und die Bürger konnten sie auf einen Kaffee hin alles fragen, Hinweise geben, gemeinsam Lachen, eine schöne Zeit miteinander haben. Dies sollte die Polizei als Organisation, aber auch die Polizisten und die Bürger einander näher bringen, Vertrauen aufbauen, Vorbehalte abbauen. Das Konzept ist so erfolgreich, dass es 2016 landesweit übernommen wurde.

Dieses Konzept kommt nun auch nach Deutschland und wird, in Anlehnung an das erfolgreiche US-Vorbild, auch genauso heißen. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat das Format abgesegnet und zwischen Herbst 2020 und Frühjahr 2021 soll es 30 Termine geben, an denen ein historischer Bus nach vorheriger Ankündigung in den sozialen Medien und der Lokalpresse auf einem Platz stehen wird.

Im Bus befinden sich Polizisten, die Rede und Antwort stehen werden, Hinweise entgegen nehmen, Tipps erteilen oder einfach zum Plausch bereit stehen werden. Ganz nebenbei kann hierbei auch ein Kaffee getrunken werden, wer das nicht möchte, muss es natürlich nicht. Der Kaffee in “coffee with a cop” soll das Zwanglose und die gemeinsame Augenhöhe an diesem Konzept unterstreichen.

 

Das Innenministerium NRW sucht für diese Termine noch einen Dienstleister, der einen historischen Coffee-Truck für die Polizei zur Verfügung stellen kann. Entsprechende Interessenten können die Ausschreibung, deren Frist am 28. Juli endet, hier finden.

 

Eine schöne Sache, die wir nur unterstützen können. Wir sehen uns schließlich als Bürgerpolizei und sollten solche Konzepte nutzen, um für die Bürger da zu sein, ohne das erst etwas passieren musste.