In memoriam: Vor 25 Jahren erstochen worden

23. August 2020 um 19:54

In memoriam: Vor 25 Jahren erstochen wordenWir gedenken heute einem Kollegen, der vor 25 Jahren von einem flüchtigen Einbrecher erstochen worden war. Der Täter konnte später festgenommen werden und er wurde wegen Mordes verurteilt.

Es war der 20. August 1995, als Polizeihauptmeister Martin Heinze gemeinsam mit einem Kollege in Potsdam (Brandenburg) auf Zivilstreife war. Sie hatten einen Hinweis auf einen möglichen Einbrecher erhalten, der an einer Haustür hantiert hatte und so begaben sich die beiden Polizisten dorthin.

Gegen 3 Uhr konnten sie den Tatverdächtigen auf einem Fahrrad feststellen. Sie nahmen die Verfolgung aus und wie es heißt, hatten sich die Polizisten aus taktischen Gründen für eine getrennte Verfolgung entschieden. Etwas später meldete Kollege Heinze über Funk eine Festnahme, dann brach der Kontakt ab.

Gegen 4 Uhr wurde Martin Heinze mit einer Stichverletzung im Oberkörper auf einer Zufahrtstraße aufgefunden. Die sofort eingeleitete Reanimation blieb leider erfolglos. Wie sich herausstellte, war er an einem Messerstich direkt ins Herz gestorben.

Der tatverdächtige gebürtige Pole konnte später in einem Wohncontainer einer Baustelle festgenommen werden. Er war ein Jahr zuvor illegal nach Deutschland eingereist und bestritt seinen Lebensunterhalt laut Anklageschrift mit Diebstählen. Ein Jahr später wurde er wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Als Beweise dienten die Blutspritzer an seiner Hose, wie auch die noch relativ neue DNA-Analyse.

Martin Heinze starb im Alter von 46 Jahren und hinterließ eine Frau und zwei Töchter.

 

In der Dienststelle, der Heinze zuletzt angehörte, erinnert eine Gedenktafel an den ermordeten Polizisten. Auf dem Gelände des Polizeipräsidiums Potsdam wurde eine Gedenkstätte mit Stelen für die vier in der Nachwendezeit im Dienst ermordeten Polizisten des Präsidiums errichtet, wo ihrer gedacht wird.

 

Innenminister Michael Stübgen und Polizeipräsident Oliver Stepien erinnerten zum 25. Todestag an Martin Heinze in einer Gedenkveranstaltung. Minister Stübgen sagte:

„Das Schicksal von Martin Heinze erinnert uns schmerzlich daran, welchen Gefahren Polizistinnen und Polizisten ausgesetzt sind. Tag und Nacht sind sie im Einsatz und riskieren ihre Gesundheit und sogar ihr Leben, damit wir alle sicher und frei leben können. Dafür erhält unsere Polizei auch von den allermeisten Menschen im Land den Respekt und die Wertschätzung, die sie vollkommen zu Recht verdient hat.

Leider zeigen die vielen Angriffe auf Polizistinnen und Polizisten aber auch eine andere Seite unserer Gesellschaft. Diesen Hass und diese Gewalt müssen wir gemeinsam entschieden zurückweisen und auf das Allerschärfste verurteilen. Daran gemahnt uns auch das Schicksal von Martin Heinze, dessen Erinnerung wir weiter lebendig halten werden.“

 

Liebe Martin, wir gedenken deiner, denn in unseren Herzen bleibst du unvergessen! ⚫️🔵⚫️