Geiselnahme im Gefängnis: Spezialkräfte müssen Geiselnehmer erschießen

16. Oktober 2020 um 20:15

Geiselnahme im Gefängnis: Spezialkräfte müssen Geiselnehmer erschießenWer glaubt, als Angestellter oder Beamter im Justizvollzug hätte man einen leichten und ungefährlichen Job, der irrt. Auch hier sind die Kollegen teils tätlichen Angriffen ausgesetzt. Heute Morgen zeigte sich allerdings, wie gefährlich es auch im Justizvollzug zugehen kann.

Die Polizei Münster (Nordrhein-Westfalen) wurde heute Morgen gegen 06:20 Uhr wegen einer Geiselnahme alarmiert. In der dortigen Justizvollzugsanstalt (JVA) hatte ein 40-jähriger Insasse eine 29-jährige Angestellte als Geisel genommen und hielt ihr eine selbstgebastelte Waffe aus Rasierklingen an den Hals.

Sofort wurden zahlreiche Einsatzkräfte, darunter auch die Verhandlungsgruppe und das Spezialeinsatzkommando, zur JVA entsandt. Die Verhandlungen mit dem Geiselnehmer gestalteten sich schwierig, es war nicht möglich ihn von seinem Vorhaben abzubringen.

Zudem machte er einen unberechenbaren Eindruck, so dass man sich zum Zugriff entschied. Gegen 09:20 Uhr konnte die Geisel befreit werden, allerdings mussten die Polizisten ihre Schusswaffe einsetzen. Der Geiselnehmer starb noch am Tatort, die Geisel war leicht am Hals verletzt.

Der Geiselnehmer verbüßte eine Freiheitsstrafe von 4 Monaten wegen Widerstands gegen Vollstreckungbeamte und hätte noch im November dieses Jahres die JVA verlassen können. Aus Neutralitätsgründen hat das Polizeipräsidium Dortmund die Ermittlungen hinsichtlich der Geiselnahme, aber auch hinsichtlich der Rechtsmäßigkeit des Schusswaffengebrauchs aufgenommen.

 

Wir wünschen der Geisel und auch den eingesetzten Kollegen eine gute Verarbeitung!