„Vorbildliches Engagement“: Polizeischülerin spendet dreimal an Blutkrebspatientin

22. Oktober 2020 um 12:09
"Vorbildliches Engagement": Polizeischülerin spendet dreimal an Blutkrebspatientin

Bild: Bundespolizei

Es ist oft schwer, seinen sogenannten genetischen Zwilling zu finden, wenn man selbst an Krebs erkrankt ist und auf Stammzellen angewiesen ist, um die Chance zu erhalten weiterleben zu können. Um die Suche kümmert sich die DKMS Deutschland, doch die kann nur denjenigen finden, der registriert ist. Im folgenden Fall fand sie eine Polizeischülerin der Bundespolizei. Unser Polizeibericht im Original:

 

Für Emel Altinok geht mit der Ausbildung zur Bundespolizistin ein Traum in Erfüllung. Nach einer Ausbildung im Einzelhandel wagte die 26-Jährige den neuen beruflichen Schritt und wird voraussichtlich schon bald vollausgebildete Polizeivollzugsbeamtin sein. Mit einer ganz besonderen Aktion hat Emel Altinok derweil nicht nur am Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum (BPOLAFZ) Swisttal für ein Aufmerken gesorgt: Nach einer Stammzellspende für eine Blutkrebspatientin im August 2018 spendete sie noch zwei weitere Male für die gleiche Patientin Lymphozyten.

Damit hat sie gezeigt, wie man als DKMS-Spenderin einem fremden Menschen eine zweite Lebenschance geben kann. Für ihr vorbildliches Engagement sprach heute der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, Frau Altinok bei einem persönlichen Termin in Potsdam seinen besonderen Dank aus.

Am Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum Swisttal bezeichnen die Verantwortlichen Altinoks Stammzellspende als eine Tat mit großem Vorbildcharakter. „In unserer Ausbildung ist auch gesellschaftliche Verantwortung ein wichtiger Aspekt. Dass Frau Altinok einer ihr völlig fremden Patientin gleich drei Mal gespendet und dadurch hoffentlich das Leben retten konnte, ist absolut vorbildlich. Nicht nur für ihre Kolleginnen und Kollegen, sondern für jeden Einzelnen. Jeder sollte registriert sein, denn helfen und selbst Hilfe benötigen liegen oftmals nah beieinander“, erklärt Polizeidirektor Carsten Westerkamp, Leiter des AFZ Swisttal.

Insgesamt hat Emel Altinok drei Mal für ihren genetischen Zwilling gespendet. Dass nach der Stammzellspende weitere zwei Lymphozytenspenden angefragt würden, war ihr von der DKMS gleich zu Beginn gesagt worden: „Ich habe mich zu jeder Zeit bei der DKMS gut aufgehoben und beraten gefühlt. Für mich war bei jeder der Anfragen immer sofort klar, dass ich helfen werde“, erinnert sich Emel Altinok. „Ich erinnere mich auch noch an die dritte Spende. Damals war ich gerade im Dienst und mit der Erstellung eines Berichts beschäftigt. Mein Handy klingelte und mein Kollege sagte sofort, dass ich den Anruf annehmen solle. Die DKMS wollte wissen, ob ich erneut Lymphozyten spenden würde. Die Frage stellte sich mir gar nicht – ich habe sofort zugesagt.“

„Frau Altinok hat auf beeindruckende Weise gezeigt, dass man sich auch für einen Menschen einsetzen und ein Leben retten kann, den man gar nicht kennt,“ erklärt Dr. Dieter Romann. „Damit passt sie gut zur Bundespolizei, deren Wesenskern ein zutiefst altruistischer Charakter ist.“ Und weiter: „Ganz aktuell sucht Andreas aus Weroth einen passenden Stammzellspender. Er war 42 Jahre Polizist in Wiesbaden und freute sich auf seinen Ruhestand. Ich hoffe, dass sich möglichst viele Kolleginnen und Kollegen und Bundesbürgerinnen und Bundesbürger für Andreas und andere Blutkrebspatienten registrieren lassen. Es dient der Gemeinschaft, es dient dem Leben.“

Jeder zwischen 17 und 55 Jahren kann zum Lebensretter werden – mit einem einfachen Wangenabstrich. Das Registrierungsset kann online unter www.dkms.de/bundespolizei angefordert werden.