Islamistischer Anschlag in Wien: Vier Tote, 22 Verletzte, darunter auch ein Polizist

3. November 2020 um 15:21

Islamistischer Anschlag in Wien: Zwei Tote, 24 Verletzte, darunter auch ein PolizistVier Tote und 24 Verletzte, das ist die bisherige Bilanz eines islamistischen Terroranschlags von gestern Abend in Wien (Österreich). Der Attentäter wurde von Polizisten erschossen, ein getragener Sprengstoffgürtel stellte sich als Attrappe heraus. Offenbar handelte der Attentäter alleine.

Gegen 20 Uhr gestern Abend wurden der Polizei Schüsse in der Innenstadt von Wien gemeldet und schnell wurde die Tragweite offenbar. Sechs Tatorte zählte die Polizei. Es kam zum Großeinsatz, bei dem auch Spezialeinsatzkräfte wie die Cobra zum Einsatz kamen.

“Er war mit einer Sprengstoffgürtelattrappe und einer automatischen Langwaffe, einer Faustfeuerwaffe und einer Machete ausgestattet, um diesen widerwärtigen Anschlag auf unschuldige Bürgerinnen und Bürger zu verüben”, wird Österreichs Innenminister Karl Nehammer zitiert.

Wahllos habe er auf Passanten geschossen, etwa 150 Schüsse soll der Attentäter abgegeben haben. Das Attentat forderte 4 Menschenleben, nachdem anfangs von 15 Verletzten die Rede war, hat sich die Zahl mittlerweile auf 22 erhöht. Auch ein eingesetzter Polizist ist angeschossen worden, als er sich dem Attentäter in den Weg stellte. Über seinen derzeitigen Zustand ist nichts bekannt.

Der 20-jährige Attentäter, der von Polizisten erschossen wurde, hatte die österreichischen und die nordmazedonische Staatsbürgerschaft. Sein Strafverteidiger Nikolaus Rast, der ihn in einem Terrorprozess vertreten hatte, bei dem der Attentäter schuldig gesprochen wurde, vermutet, dass er sich in einer Moschee, die er besuchte, radikalisiert hatte.

In einer kürzlich einberaumten Pressekonferenz widersprach Innenminister Nehammer der bisherigen Annahme, es könnte sich um mehrere Attentäter gehandelt haben. Man gehe nun von einem Einzeltäter aus, dennoch würden starke Polizeikräfte in Wien im Einsatz bleiben. Er sprach in diesem Zusammenhang von einem islamistischen Anschlag.

 

Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer von Wien und trauern mit ihnen. Wir denken an all jene, die in den vergangenen Stunden Ängste ausstehen mussten und nicht wussten, ob sie selbst oder Angehörige zum Opfer dieses Täters werden könnten.

Wir danken allen Einsatzkräften, die schnell und konsequent gehandelt und damit unter Einsatz ihres eigenen Lebens schlimmeres verhindert haben.

Den Verletzten wünschen wir eine möglichst schnelle und vollständige Genesung und allen Beteiligten, Bürgern wie Polizisten, wünschen wir eine gute Verarbeitung dieses gefährlichen Einsatzes.