“So muss sich die Hölle anfühlen”: Wiener Polizist berichtet von seinem Anti-Terroreinsatz

16. November 2020 um 19:38

Am 2. November fand der Terroranschlag in Wien (Österreich) mit vier Toten und 24 Verletzten statt. Eine Stadt wurde in Angst und Schrecken versetzt. Anwohner wie Passanten hatten Angst um ihr Leben, Angehörige bangten lange um ihre Lieben, bis die zumeist erlösende Nachricht kam.

Wie aber erging es den Polizisten, die eingesetzt waren, den Terroristen zu stoppen? Was dachten, was fühlten sie? Und wie empfanden sie die Begegnung mit dem Terroristen? Darüber gibt das Interview des 49-jährigen Gruppeninspektors Christian H. Aufschluss. Ein Auszug:

“… so muss sich die Hölle anfühlen. Genauso fühlt man das. Ich habe in diesem Moment an meinen Freund gedacht, der vor Jahren erschossen worden ist. Instinktiv dachte ich: Nein, nicht mit mir. Ich lasse mich hier sicher nicht erschießen. Aber man muss es machen. Dafür wird man bezahlt. Wie in den Trainingseinheiten, geht man dann täterorientiert nach vorne und bekommt eine Art Tunnelblick. Das ist der Beschützerinstinkt des Polizisten, da hinzugehen, wo keiner mehr hingeht. Das ist Instinkt.

Ich habe mich später bei den Kollegen entschuldigt, dass ich sie in diese Gefahr gebracht habe. Aber auch sie waren sich einig, dass sie das gleiche getan hätten. Es hätte uns mehr belastet, wenn wir uns versteckt und gewartet hätten, bis der Täter aufhört zu schießen.”

 

Die Onlinezeitung Heute beschreibt das Gespräch mit dem Polizisten wie folgt:

“Das bewegende Interview – aus der Sicht eines Menschen in Uniform. “

 
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