Nachlese: Silvester war überwiegend ruhig, aber…

4. Januar 2021 um 19:00

Nachlese: Silvester war überwiegend ruhig, aber...Silvester war in diesem Jahr etwas anders als sonst. Einerseits galten Kontaktbeschränkungen, andererseits war das Böllern zumindest in Deutschland auf öffentlichen Plätzen verboten, ebenso wie der Verkauf von Silvesterfeuerwerk. Vermutlich deswegen konnten Feuerwehren und Polizeien überwiegend von einem ruhigen Silvesterverlauf berichten.

 

Während die einen sogar feststellten, dass es an Silvester noch nie so ruhig war, hatten anderen alle Hände voll zu tun. In Berlin zum Beispiel gab es um Mitternacht keine Zeit zum (alkoholfreien) Anstoßen und am Ende der Nacht waren 700 Personen vorläufig festgenommen worden, am Ende der Maßnahmen aber wieder entlassen worden. Sieben Polizisten wurden verletzt.

 

In Bremen wurde zum wiederholten Male eine Polizeiliegenschaft beschädigt. Im Polizeibericht heißt es dazu:

„Die Täter sprühten in rosa Farbe den Schriftzug 1312, ein Schwein und FUCK THE SYSTEM auf die Außenwand des Polizeigebäudes in der Straße Feuerkuhle. An einem Werbeschild und am Gebäude des gegenüberliegenden Discounters in der Ludwig-Quidde-Straße wurden die Zeichen ACAB hinterlassen.“

Aus welchem Ideologiekreis die Schmierfinken kamen, dürfte nahe liegen. Die Polizei Bremen sucht in diesem Zusammenhang Zeugen.

 

Im Wiener Stadtteil Favoriten (Österreich) kam es zu einem größeren Polizeieinsatz, weil dort Vandalen wüteten. Etliche Mülltonnen, Zeitungsständer, Auslagenscheiben, Bänke, Kaugummiautomaten und Fensterscheiben wurden durch das Zünden von Pyrotechnik beschädigt oder zerstört.

Mehrere Streifen begaben sich zum Reumannplatz, wo der Vandalismus stattfand, und wurden sogleich selbst zur Zielscheibe durch Bewurf mit Pyrotechnik. Daraufhin flüchteten alle Tatverdächtigen, zwei von ihnen konnten aber in ein Haus verfolgt werden und die beiden führten die Polizisten auch zu den anderen Tatverdächtigen.

Die Polizei listet die Vandalen im Alter von 14 bis 29 Jahren wie folgt auf: 2 Iraker, 5 Syrer, 2 minderjährige Österreicherinnen. Sie alle wurden vorläufig festgenommen und müssen sich nun wegen schwerer Sachbeschädigung und versuchten Einbruchs verantworten.

Innenminister Karl Nehammer zeigte sich bestürzt über das nächtliche Verhalten der Tatverdächtigen. „Parallelgesellschaften haben in unserem Land nichts verloren“, wird er beim ORF zitiert. Die Polizei in Wien werde mit einer „großangelegten Schwerpunktaktion gegen die Straftäter und alle, die sich beteiligt haben, vorgehen“, denn das strafrechtlich relevante Verhalten sei „ein Zeichen einer tiefen antidemokratischen und unsolidarischen Einstellung. Wer sich nicht mit unseren gesellschaftlichen Werten identifizieren kann und versucht, diese zu stören, muss mit allen rechtlichen Konsequenzen rechnen.“

 

Wir wünschen den verletzte Kollegen in Berlin und anderswo gute Besserung und danken allen für ihren Einsatz!