Eskalierter Streit um Maskenpflicht mit zwei schwerverletzten Polizisten: Corona-Leugner lockten Polizisten in Hinterhalt

29. März 2021 um 19:44

Eskalierter Streit um Maskenpflicht mit zwei schwerverletzten Polizisten: Corona-Leugner lockten Polizisten in HinterhaltIm Mai 2020 berichteten wir euch von einem Vorfall in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen). In einem Supermarkt hatten sich Personen geweigert den vorgeschriebenen Mundnasenschutz zu tragen, so dass es zu einem Polizeieinsatz kam.

Infolge dessen wurden die beiden Polizisten angegriffen und schwer verletzt. Einer der Beamten erlitt hierbei eine Rippen- und eine Nasenbeinfraktur. Gegen zwei Männer, die die Beamten angriffen, und eine Frau, die den Einsatz filmte, wurde seitdem wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

 

Das Video, das die Frau aufgenommen und online gestellt hatte, wurde bundesweit bekannt und führte zu großer Entrüstung. Von Polizeigewalt war die Rede, die Verhältnismäßigkeit wurde in Frage gestellt, da man der Meinung war, dass die Polizisten überreagiert hätten, da es „nur“ um die Durchsetzung der Maskenpflicht ging.

Im Rahmen der Ermittlungen soll sich nun heraus gestellt haben, so die Staatsanwaltschaft Bonn, dass das Trio die Auseinandersetzung bewusst provoziert habe und die Polizisten damit in einen Hinterhalt lockte. Die dadurch erlangten Videoaufnahmen sollten in „sinnentstellender, kompromittierender Weise“ zusammen geschnitten und online gestellt werden.

Demnach soll die Frau ihrem Bruder einen Tag vor dem Vorfall geschrieben haben, man wolle „in den Krieg zu ziehen. Und wir haben beschlossen, Dich mitzunehmen.“ Die Ermittler wurden auf der Suche nach der Wahrheit in zwei radikale Gruppierungen geführt, und zwar die der russischen Staatspropaganda und die der Reichsbürger.

Die kruden Fantasien und Verschwörungstheorien, denen die Tatverdächtigen nachhängen, möchten wir an dieser Stelle gar nicht thematisieren. Allerdings fordern sie von der Polizei eine Entschädigung in Höhe von einer halben Millionen Euro, zahlbar innerhalb 30 Tagen.

Zudem seien alle am Einsatz beteiligten Polizisten zu entlassen und die Polizei habe sich öffentlich zu entschuldigen. Das Trio wurde mittlerweile angeklagt, die Hauptverhandlung steht noch aus.

 

Egal aus welchen Gründen das Trio die Kollegen in diesen Hinterhalt gelockt hat, der Vorfall zeigt ein weiteres Mal eindrücklich, dass zusammen geschnittene Videos, die sogenannte Polizeigewalt belegen und öffentlich machen sollen, oft die Wahrheit verzerren oder gar völlig falsch darstellen und ihr Ziel, in gewissen Kreisen dankbare Abnehmer zu finden, selten verfehlen.

Deswegen warnen wir regelmäßig davor, solchen online gestellten Videos Glauben zu schenken, sondern die Sache kritisch zu hinterfragen.

Wir hoffen an diese Stelle, dass die verletzten Kollegen mittlerweile wieder vollständig genesen sind und die Täter eine gerechte Strafe erhalten – auch wenn diese Strafe an der Ideologie, der sie nachhängen, nichts ändern dürfte.