In memoriam: Vor 15 Jahren Polizistenmord in Berlin

21. März 2021 um 18:53

In memoriam: Vor 15 Jahren Polizistenmord in BerlinHeute vor 15 Jahren starb in einem Berliner Krankenhaus Uwe Lieschied, weil vier Tage zuvor ein flüchtenden Räuber auf ihn geschossen und ihn am Kopf getroffen hatte. Der Polizistenmord erschütterte damals ganz Berlin.

 

Es war der 17. März 2006, als sich Polizeihauptkommissar Uwe Lieschied mit einem Kollegen auf Zivilstreife in einem Problemkiez in Neukölln befand. Die beiden Beamten sahen nach einem Handtaschenraub, wie zwei Täter flüchteten.

Sie nahmen die Verfolgung auf, als einer der Täter unvermittelt eine Schusswaffe zog und – so steht es in den Gerichtsakten – acht mal auf die Polizisten schoss. Lieschied wurde am Kopf getroffen. Er kam in ein Krankenhaus, wo er vier Tage im Koma lag. Die Täter konnten flüchten.

Am 21. März, also vier Tage nach der Tat, erlag Uwe Lieschied seinen Verletzungen. Er musste mit 42 Jahren sterben und hinterließ seine Ehefrau und zwei Söhne.

 

Die polizeibekannten Täter wurden später vom Landgericht Berlin zu Gefängnisstrafen verurteilt. Der Schütze erhielt wegen eines sogenannten Verdeckungsmordes (um den Raub zu vertuschen und flüchten zu können) eine lebenslange Freiheitsstrafe, das Gericht erkannte allerdings nicht, wie von der Anklagevertretung beantragt, eine besondere Schwere der Schuld und könnte damit in diesen Tagen frei kommen. Der Komplize musste wegen schweren Raubes fünf Jahre in Haft.

Der Polizistenmord hatte damals viele Berliner erschüttert und zu einem bewegenden Trauermarsch Tausende auf die Straße gebracht.

 

Bereits mehrfach ist das Grab Uwe Lieschieds und eine Gedenktafel geschändet worden. Im Fall der Gedenktafel hatten sich Linksextremisten zur Tat bekannt.

Als solidarisches Bekenntnis zu denen, „die uns beschützen“, wurde im vergangenen Jahr eine Straße nach Uwe Lieschied benannt.

 

Lieber Uwe, wir gedenken deiner, denn in unseren Herzen bleibst du unvergessen! ⚫️🔵⚫️