Dienstwaffen und Funkgeräte gestohlen: Wachmann als Tatverdächtiger ermittelt

26. April 2021 um 20:09

Dienstwaffen und Funkgeräte gestohlen: Wachmann als Tatverdächtiger ermitteltIn Baden-Württemberg ist es zu einem ungeheuerlichen Vorfall gekommen, der aber zum Glück sehr schnell aufgeklärt und die entwendeten Gegenstände sichergestellt werden konnten. Der Fall wirft die Frage auf, ob Polizisten nicht die verlässlicheren Objektschützer ihrer eigenen Liegenschaften sind.

 

Wie die Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium Karlsruhe gemeinsam mitteilen, sei es zu einem Diebstahl von Dienstwaffen mit Munition und von Digitalfunkgeräten mit Zubehör gekommen. Zunächst hatten Beamte der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) der Bereitschaftspolizei Bruchsal festgestellt, dass aus unerklärlichen Gründen zwei Digitalfunkgeräte mitsamt Ladeschale und ein Einsatzoverall fehlten.

Als dann auch noch zwei Polizisten aus ihrem verdienten Urlaub zum Dienst zurück gekehrt waren und das Fehlen ihrer Dienstwaffen mitsamt Munition und Ersatzmagazinen melden mussten, wurde die Sache mysteriös.

Das Polizeipräsidium Karlsruhe wurde mit den Ermittlungen beauftragt und es wurde eine Ermittlungsgruppe gegründet. Mit Hochdruck wurden die Ermittlungen geführt, so dass bereits nach zwei Tagen ein Tatverdächtiger feststand.

Ins Fadenkreuz geraten war ein 40-jähriger Wachmann, der seit Anfang März als Beschäftigter bei der Polizei arbeitete und dadurch Zugang zu allen Räumlichkeiten hatte. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe erwirkte beim zuständigen Richter einen Durchsuchungsbeschluss gegen den in Mannheim lebenden Tatverdächtigen.

Der Beschluss wurde kürzlich mit Unterstützung des Spezialeinsatzkommandos (SEK) vollstreckt und bei dem 40-Jährigen konnten die Funkgeräte und weitere Beweismittel sichergestellt werden. Die Dienstwaffen konnten bei ihm nicht aufgefunden werden, was auch einen Grund hatte.

Der Mann hatte die Pistolen bereits verkauft, und zwar an seinen 53-jährigen Onkel und an einen alten Schulfreund. Auch hier wurden Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt und nach Erlass noch am selben Abend, auch wieder unter Hinzuziehung des SEK, vollstreckt.

In jeweils beiden Wohnungen der weiteren Tatverdächtigen in Mannheim und Ludwigshafen konnten je eine Dienstwaffe mit Munition aufgefunden und sichergestellt werden.

Wie es weiter in der gemeinsamen Erklärung heißt, können man über das Motiv bislang nur spekulieren. Mangels Haftgründe blieben alle drei Tatverdächtige, die bislang noch nicht polizeilich in Erscheinung getreten waren, auf freiem Fuß.

 

Es dürfte anzunehmen sein, dass der Wachmann nun ein Ex-Wachmann ist. Wir bitten in diesem Zusammenhang darum, nicht pauschal über das Wach- oder Sicherheitsgewerbe zu urteilen. Wie in jedem Beruf gibt es auch dort solche und solche und viele Sicherheitsleute machen, wie auch wir Polizisten, überwiegend einen guten Job.