Unbekannte Baumbesetzerin im Dannenröder Forst: Staatsanwaltschaft geht wegen zu geringer Haftstrafe in Berufung

30. Juni 2021 um 19:18

Unbekannt Baumbesetzerin im Dannenröder Forst: Staatsanwaltschaft geht wegen zu geringer Haftstrafe in BerufungEnde vergangenen Jahres haben wir mehrfach über den Polizeieinsatz im Dannenröder Forst (Hessen) berichtet. Dort wurde gegen den Ausbau der A49 protestiert und zu diesem Zweck Bäume besetzt und Barrikaden errichtet.

Über Wochen hinweg kam es daher zum Großeinsatz der Polizei, bei dem Einsatzkräfte mit Steinen, Pyrotechnik und Fäkalien beworfen und mit Zwillen beschossen wurden. Im Laub hatten die Besetzer Nagelbretter im Laub versteckt und als Trittfallen deponiert.

 

Am 26. November war es zu einem besonders gefährlichen Angriff auf Polizisten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) gekommen. Dazu heißt es im damaligen Polizeibericht:

„Ebenfalls in dem dortigen Camp-Bereich hielt sich in ca. zehn Meter Höhe eine Person auf einer Seiltraverse auf. Als die Einsatzkräfte sich dieser in der Höhe näherten, reagierte diese mit mehreren Tritten gegen den Kopf eines Beamten. Gegen diese Person wurde ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet.“

 

Der Vorfall wurde vor dem Amtsgericht Alsfeld verhandelt und vor einer Woche wurde das Urteil gesprochen. Die Baumbesetzerin, deren Identität während des gesamten Verfahrens nicht festgestellt werden konnte, aus den eigenen Reihen als „Ella“ bezeichnet wird, und seit der Tat in Untersuchungshaft saß, wurde wegen tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte in zwei Fällen, sowie wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 3 Monaten verurteilt.

Bei der öffentlichen Verhandlung waren mehrere Personen aus der Baumbesetzerszene anwesend. Während der Urteilsverkündung kam es zu Tumulten und die Personen mussten von Polizisten aus dem Verhandlungssaal geleitet werden.

Verteidigung und Anklagevertretung haben bereits angekündigt in Berufung zu gehen. Die Verteidigung hatte einen Freispruch gefordert und die Staatsanwaltschaft sieht das gesprochene Urteil als zu milde an.

 

Wir werden den Fall weiter beobachten.