Verschiedene Welten: Beim Einsatz Rigaer Str. 94 wurden 85 Polizisten verletzt – versus – Man kann nicht von linker Gewalt sprechen

18. Juni 2021 um 20:28
Verschiedene Welten: Beim Einsatz Rigaer Str. 94 wurden 85 Polizisten verletzt - versus - Man kann nicht von linker Gewalt sprechen

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Spreepicture

Feuerwehr und Polizei waren zuvor in Hinterhalt gelockt worden

Wir haben den Einsatz in der Berliner Rigaer Str. 94 aufmerksam verfolgt und sind hierbei auf unterschiedliche Welten gestoßen. Während Gewalt gegen Polizisten ausgeübt wird und bei dem Einsatz insgesamt 85 Polizisten verletzt wurden, wird in der linksextremen Szene und in Teilen der Politik die Gewaltanwendung herunter gespielt oder relativiert.

 

Gestern wurde, nach vorheriger medienwirksamer Ankündigung, eine Brandbegehung im dem linken Szenetreff durchgeführt. Man beachte, es ging nicht, wie zuvor in anderen Berliner Szenetreffs wie der Liebigstr. 34, um eine Räumung, sondern nur um eine Begehung um den Brandschutz zu überprüfen.

Ziemlich schnell reagierte die Szene sehr hysterisch auf die Ankündigung und man sprach von einem Angriff auf die Rigaer94 oder einen „Angriff auf unser Denken“. Doch letzten Endes war alles halb so wild. Die Polizei verschaffte sich unter erschwerten Umständen Zutritt zum Gebäude und die Brandbegehung war dann auch schnell erledigt. Es wurden keine größeren Mängel festgestellt, was sofortige Maßnahmen entbehrlich machte.

Dennoch wurde in der linken Szene getrommelt, um sich gegen diesen „Angriff“ von Polizei und Staat zur Wehr zu setzen. Entsprechend reagierten die Hausbesetzer dann auch auf die Einsatzkräfte, als sie sich Zutritt verschaffen und Barrikaden überwinden musste.

Beim Einsatz im Vorfeld der Brandbegehung am Mittwoch wurden insgesamt 63 Polizisten verletzt, als diese sowohl aus nächster Nähe, als auch von mehreren Hausdächern mit Steinen, Flaschen und Pyrotechnik beworfen wurden. Hierzu hatten die Linksextremisten ein umfassendes Steindepot auf dem Dach der Riager 94 angelegt, welches von den Polizisten später sichergestellt wurde.

 

Gestern, beim eigentlichen Einsatz zur Brandbegehung, wurden weitere 22 Polizisten verletzt. Es gab mehrere Festnahmen und es wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Vollzugsbeamte ermittelt.

Insgesamt waren fast 1.500 Polizisten im Einsatz, dabei wurde die Berliner Polizei aus Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und von der Bundespolizei unterstützt.

 

Bereits eine Woche zuvor waren Feuerwehr und Polizei unter einem Vorwand in die Rigaer Str. und damit in einen Hinterhalt gelockt worden. In der Nacht zum Donnerstag voriger Woche wurden die Einsatzkräfte in blau und rot wegen eines brennenden Müllcontainers alarmiert.

Wie sich herausstellte, hatte man offenbar mutwillig einen E-Scooter in Brand gesetzt und dann in den Müllcontainer geworfen. Warum? Um beim Eintreffen die Einsatzkräfte mit Pflastersteinen vom Dach des Gebäudes zu bewerfen. Die Feuerwehr musste daher zunächst einen taktischen Rückzug antreten und die Polizisten konnte nur mit Schutzschilden an den Einsatzort gelangen.

 

Wie sind die Reaktionen auf diesen Gewaltexzess?

Die linke Szene relativiert und spricht weiterhin davon, dass man nur Gewalt gegen Sachen anwende und nicht gegen Personen. Wenn man dieser Ideologie folgt, die Polizisten als „Schweine“ entmenschlicht, dürfte das wohl zutreffen. Außerhalb dieser ideologisierten Welt ist es einfach nur erschreckend, was da passiert.

Die Berliner Politik verurteilt die Gewalteskalation und bezeichnet sie überwiegend auch zutreffend als „linksextreme Gewalt“. „Personen, die sich solcher Mitteln bedienen, haben kein Interesse am demokratischen Diskurs. Sie tolerieren keine anderen Meinungen. Sie sind autoritär“, heißt es in einer Resolution, die von CDU, FDP und SPD unterstützt wird.

Lediglich Grüne und Linke konnten sich dem nicht anschließen und brachten eine eigene Resolution ins Gespräch, bei dem nur noch ganz allgemein von „Gewalt und das Chaos, das dort gestiftet wird“ gesprochen wird.

 

Man hat das Gefühl, dass es bei manchen Verantwortlichen nicht geben kann, was es nicht geben darf. Auf dem linken Auge blind und stellt sich damit schützend hinter diejenigen, die nicht nur den Rechtsstaat und seine Vertreter verachten, sondern auch abschaffen und die Vertreter töten wollen. Wer Pflastersteine von Hausdächern auf Polizisten wirft, der übt keinen Protest aus, der nimmt zumindest in Kauf, dass jemand getötet werden könnte. Linksextreme Gewalt gegen Personen, die von Politikern durch ihre Nichtnennung und Relativierung legitimiert wird.