„Es ist wirklich verheerend“: Bislang 30 Tote nach Flutkatastrophe, darunter zwei Feuerwehrkameraden

15. Juli 2021 um 15:38

"Es ist wirklich verheerend": Bislang 30 Tote nach Flutkatastrophe, darunter zwei Feuerwehrkameraden„Es ist wirklich verheerend“, so umschreibt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer ihren ersten Eindruck von dem, was da in der Eifel gestern und heute geschehen ist. Und wenn man sich die Bilder anschaut, dann kann man zurecht von einer Katastrophe sprechen.

Besonders in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben ergiebige Regenfälle und Starkregen von bis zu 200 Liter pro Quadratmeter dafür gesorgt, dass kleine Bäche zu reißenden Flüssen wurden. Die Fluten bahnten sich ihren Weg, teils mitten durch die Straßen von Dörfern und Städten.

Tausende Einsatzkräfte von Rettungsdienst, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Katastrophenschutz und Bundeswehr sind mittlerweile im Einsatz. Vorrang vor allem hat die Menschenrettung und noch immer sind Menschen eingeschlossen. Der Wasserdurchfluss ist teils so stark, dass nur eine Rettung aus der Luft möglich ist.

Dazu wurden Hubschrauber von Polizei, Rettungsdienst und Bundeswehr aus mehreren Bundesländern angefordert, um dies bewerkstelligen zu können. Häuser stürzten ein, Menschen verloren ihr Hab und Gut.

 

Bislang offiziell bestätigt sind mindestens 30 Tote, davon mindestens 18 im Bereich Neuenahr-Ahrweiler, 8 in Nordrhein-Westfalen. Zwei Feuerwehrkameraden in Altena und Werdohl (NRW) sind beim Hochwassereinsatz von den Fluten mitgerissen worden und starben.

Für die Rettungskräfte ist der Katastrophentourismus zum Problem geworden. Die Polizei bittet wiederholt darum, dass sich niemand im Hochwassergebiet aufhalten soll, der nicht unbedingt dort sein muss, zumal der Aufenthalt dort lebensgefährlich sein kann. Die Rettungswege sollen frei gehalten werden.

Sogar zu Plünderungen soll es schon gekommen sein. So wird aus Stolberg (NRW) gemeldet, dass sich mehrere Personen zu überfluteten Geschäften Zutritt verschafft hätten. In einem Juweliergeschäft wurde eine Verdächtiger festgenommen. Eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei wird nun eingesetzt, um die evakuierten Häuser und Geschäfte zu schützen.

 

Das Polizeipräsidium Koblenz hat eine Auskunftsstelle eingerichtet, unter der sich Angehörige erkundigen können oder Hilfe in Anspruch nehmen können. Die Telefonnr. lautet: 0800-6565651

Zudem wurde ein Hinweisportal eingerichtet, wo Fotos und Videos hochgeladen werden können um Hinweise auf Vermisste oder Tote zu geben.

 

Wir beobachten auch weiterhin die Lageentwicklung, sind in Gedanken bei den zahlreichen Helfern und denen, die alles verloren haben, im schlimmsten Fall sogar Angehörige.