Gewaltexzess nach Fußballspiel mit 185 verletzten Polizisten: Mann greift drei Polizisten an und erhält Bewährungsstrafe

29. Juli 2021 um 20:21

Gewaltexzess nach Fußballspiel mit 185 verletzten Polizisten: Mann greift drei Polizisten an und erhält BewährungsstrafeIm Mai dieses Jahres berichteten wir von einem Gewaltexzess nach einem Fußballspiel in Dresden (Sachsen). Obwohl der SG Dynamo Dresden beim Heimspiel gewann, kam es zu Straßenschlachten. Bilanz des verheerenden Einsatzes: 185 verletzte Polizisten, davon 30 nicht mehr dienstfähig und 6 mussten in ein Krankenhaus.

 

Nun, zwei Monate später, ist im beschleunigten Verfahren das erste Urteil gesprochen worden. Es ging um einen 34-jährigen Mann, dem vorgeworfen wird, einen Polizisten in den Rücken getreten und zudem zwei weitere Beamte mit Kopfstößen angegriffen zu haben. Einer der Polizisten war wegen eines Schleudertraumas und einer Thoraxprellung zwei Wochen dienstunfähig.

Der gelernte Maurer zeigte während der Hauptverhandlung Reue, ist der Polizei jedoch kein Unbekannter. Allerdings war er nicht wegen Gewaltdelikten bekannt geworden, er ist wegen Vermögensdelikten wie Schwarzfahrens mehrfach vorbestraft.

Die Staatsanwaltschaft forderte in ihrem Plädoyers eine elfmonatige Freiheitsstrafe und ein mehrjähriges Stadionverbot, die Verteidigung plädierte auf neun Monate.

 

Das Urteil

Der Gewalttäter wurde wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten auf Bewährung, mit einer Bewährungszeit von 3 Jahren, verurteilt.

Der vorsitzende Richter sah in dem Dynamo-Anhänger keinen „klassischen Hooligan“, zudem sei er zur Tatzeit alkoholisiert gewesen. Dies, zusammen mit der gezeigten Reue, dürfte dem Gewalttäter bei der Urteilsfindung positiv ausgelegt worden sein.

Die Polizei Dresden fahndet in diesem Zusammenhang noch nach 19 unbekannten Tatverdächtigen, 21 wurde bereits identifiziert oder haben sich selbst gestellt. Es handelt sich bislang um Jugendliche und Männer im Alter zwischen 15 und 54 Jahren, alle aus Sachsen und vornehmlich aus dem Raum Dresden.

 

Ob die Hinterhältigkeit durch den Tritt in den Rücken auch strafverschärfend gewirkt hat, ist uns nicht bekannt. Ansonsten enthalten wir uns lieber eines Kommentars.