Vom Dienst suspendiert: Polizist macht verwerfliche Aussage und wird gefilmt

12. Juli 2021 um 19:03

Vom Dienst suspendiert: Polizist macht verwerfliche Aussage und wird gefilmtIn Köln (Nordrhein-Westfalen) ist es während einer Kontrollsituation zu einem Vorfall gekommen, der sowohl für den Polizisten, als auch für die Kontrollperson Konsequenzen hat. Der Fall lässt zum jetzigen Zeitpunkt aber noch einige Fragen offen.

 

Wie berichtet wird, wurde der Kölner DJ Stutter, mit bürgerlichem Namen Deniz Köse, von einer Streife kontrolliert. Warum die Kontrolle stattfand ist nicht bekannt. Während dieser Kontrolle soll einer der Polizisten eine verwerfliche Aussage getroffen haben, die von Köse aufgenommen und auf Instagram veröffentlicht wurde.

In dem Video ist der Polizist nicht zu erkennen, es wird nur die Bauchregion und im Hintergrund das Streifenfahrzeug gezeigt. Man hört, wie der Beamte zu Köse sagt: „Ich wünsche mir, dass sie auf dem Boden liegen und meine Füße auf ihrem Kopf.“

Etwas später hört man den Polizisten sagen: „Genauso wünsche ich mir, dass alle Salafisten und Rechts- und Linksradikalisten direkt der Blitz treffen würde.“ Der Beamte begründet im Video seine Aussage damit, dass die Strafe, die Köse bekommen würde, viel zu gering sei.

Näheres erfährt man nicht dazu. Es ist weder der Kontrollgrund bekannt, noch welche Strafe Köse für welche Tat erhalten soll. Laut Köse habe einen Tag später ein weiteres Treffen zwischen ihm und dem Polizisten vom Vortag stattgefunden, weil dieser den Fahrzeugschein vermutlich versehentlich nicht zurück gegeben hatte.

Der Beamte brachte Köse den Fahrzeugschein und soll hierbei seine Aussage vom Vortag wiederholt haben.

 

Die Polizei hat mittlerweile ein Statement der stellvertretende Kölner Polizeipräsidentin Miriam Brauns veröffentlicht, in dem es heißt:

„Für derartige Worte eines Polizeibeamten habe ich wirklich kein Verständnis. Das entspricht nicht dem Bild der Polizei Köln. Gegen den Beamten ist ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, ihm ist bis auf Weiteres ein Verbot der Führung der Dienstgeschäfte ausgesprochen worden.“

Auch gegen den DJ wird nun ermittelt, weil er das Video online gepostet hatte. Es bestehe der Verdacht der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes und sein Handy wurde zur Auswertung sichergestellt. Die Ermittlungen führt aus Neutralitätsgründen das Polizeipräsidium Bonn.

 

Zu den Aussagen des Kollegen möchten wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Es bleiben zu viele Fragen offen und wir möchten die Ermittlungen der Bonner Kollegen erst einmal abwarten. Eine Vorverurteilung steht uns nicht zu.

Allerdings finden wir, dass der Weg, den der DJ eingeschlagen hat, sicher nicht der Beste war. Wir gehen stark davon aus, dass seitens der Behördenleitung dieselben Konsequenzen gezogen worden wären, wenn man ihr das Video vorgespielt hätte, anstatt es öffentlich zu posten.

Auch wenn der DJ in einem weiteren Video klar macht, dass er mit Veröffentlichung des ersten Videos die Polizei nicht in Verruf bringen möchte und seiner Meinung nach die meisten Polizisten gute Arbeit leisteten, hat er genau das geschafft, was man in den Kommentaren zum Video nachlesen kann.