Fahrzeugraub und Angriff mit Messer: Nach Verfolgungsfahrt und Schusswaffengebrauch stirbt der Räuber

4. August 2021 um 20:19

Fahrzeugraub und Angriff mit Messer: Nach Verfolgungsfahrt und Schusswaffengebrauch stirbt der RäuberDer Schusswaffengebrauch ist immer das allerletzte Mittel, wenn keine geeigneteren Mittel vorhanden sind oder schon erfolglos eingesetzt wurden. Juristisch nennt man dies ultima ratio. In Luxemburg ist es am vergangenen Wochenende zu einem solchen Fall gekommen, mit tödlichen Folgen.

Wie berichtet wird habe der Tatverdächtige am vergangenen Samstag einen Autofahrer in Hosingen unter Vorhalt eines Messer zur Überlassung seines Fahrzeugs gezwungen. Die Polizei wurde alarmiert und eine Streife konnte den mit dem geraubten Auto Flüchtigen schnell ausmachen.

Anhaltezeichen wurden missachtet, so dass die Polizisten die Verfolgung aufnahmen, die bis nach Ettelbrück führte. In der Pressemitteilung der Diekircher Staatsanwaltschaft heißt es zum weiteren Verlauf: „Der Fahrer stieg daraufhin aus dem Auto aus und griff die Polizeibeamten mit einem Messer an. Dabei machte einer der Polizeibeamten von seiner Dienstwaffe Gebrauch.“

Laut Medienberichten wurde der Tatverdächtige in den Oberkörper getroffen. Die Polizisten leisteten, so zeigen es in den sozialen Medien hochgeladene Videos, sofort Erste Hilfe. Der Verletzte kam in ein Krankenhaus, wo er im Verlaufe des Samstagabends starb.

Ermittlungsrichter und der Staatsanwalt befanden sich am Einsatzort, um sich vom Geschehen einen Einblick zu verschaffen. Die Ermittlungen zum Vorfall hat die Inspection générale de la Police (Generalinspektion der Polizei, umgangssprachlich Interne Abteilung) übernommen.

 

Die Police Grand-Ducale (Polizei des Großherzogtums Luxemburg) verfügt zurzeit in ihrer Ausrüstung weder über Taser, noch über Bodycams, ganz im Gegensatz zu ihren Kollegen jenseits der Grenze. Sowohl auf deutscher Seite in Rheinland-Pfalz, wie auch in der belgischen Provinz Luxemburg sind diese vorhanden.

Im Zusammenhang mit diesem Vorfall wird dort gerade öffentlich diskutiert, ob die tödliche Verletzungen durch den Einsatz eines Tasers nicht hätte verhindert werden können.

 

Es ist müßig über etwas zu diskutieren, was nicht vorhanden ist. Doch das nicht Vorhandensein sollte den Entscheidungsträgern zu denken geben, kommt der Taser außerhalb Luxemburgs nicht nur im Pilotbetrieb, sondern nahezu flächendeckend zum Einsatz – nicht ohne Grund.

Wie wir erfahren haben, geht es den betroffenen Kollegen den Umständen entsprechend. Wir hoffen, dass sie eine angemessene Betreuung erfahren, damit sie diesen schwierigen Einsatz gut verarbeiten können.

Den Angehörigen des Verstorbenen gilt unser Mitgefühl.