In Memoriam: Vor 50 Jahren von der RAF ermordet worden

31. Oktober 2021 um 20:17

In Memoriam: Vor 50 Jahren von der RAF ermordet wordenVor 50 Jahren fand der Wahnsinn rund um die Rote Armee Fraktion (RAF) und ihre linksterroristischen Mitglieder ihr erstes Opfer. Ein Polizist, der womöglich gar nicht wusste, wen er da vor sich hatte und der einfach nur eine Personenkontrolle durchführen wollte, war das erste Todesopfer der RAF.

 

Es war in der Nacht zum 22. Oktober 1971, als die beiden Polizeibeamten Norbert Schmid und Heinz Lemke einen Auftrag hatten. Sie sollten die Fahrgäste, die die S-Bahn in Hamburg-Poppenbüttel verlassen, nach „entwichene Fürsorgezöglinge und sonstige verdächtige Personen“ beobachten.

Es war gegen 01:30 Uhr als den Polizisten eine dunkelhaarige Frau auffiel, die sie kontrollieren wollten. Die Frau flüchtete zu einem Wohnblock. Die beiden Beamten liefen hinterher, als auf einmal ein Pärchen auftauchte. Dann ging alles sehr schnell.

Norbert Schmid konnte noch rufen: „Die sind ja bewaffnet.“ Dann fielen mehrere Schüsse. Schmid wurde von mehreren Projektilen getroffen und sackt tot zusammen. Sein Kollege Lemke, der vermutlich wegen Schmids Warnung noch reagieren konnte, wurde am Fuß getroffen.

 

Die Täter nahmen sich anschließend das zivile Polizeifahrzeug, mit dem die Polizisten im Einsatz waren, und flüchteten. Während der sofort eingeleiteten Fahndung kann etwa eine dreiviertel Stunde später vermutlich die Frau aufgegriffen werden, die die Beamten zuvor kontrollieren wollten.

Es war die damals 23-jährige Margrit Schiller, Mitglied der Baader-Meinhof-Gruppe, die schon lange gesucht wurde. Die beiden flüchtigen Terroristen, die nach heutigen Erkenntnissen vermutlich Gerhard Müller und Ulrike Meinhof waren, wurden für den Polizistenmord nie zur Rechenschaft gezogen.

 

Norbert Schmid starb mit 33 Jahren und hinterließ seine damals 25-jährige Ehefrau und zwei kleine Töchter. Wie tief der Schmerz der Ehefrau war, zeigte sich, als sie 1991 dem Hamburger Abendblatt sagte: „Wenn ich mir vorstelle, der Mörder hat in den 20 Jahren jeden Tag die Sonne aufgehen sehen, und mein Mann nicht, dann spüre ich eine ungeheure Wut.“ Und noch 2010 war sie gegenüber der Süddeutschen Zeitung der Meinung: „Der Staat, der von meinem Mann geschützt wurde, hat meinen Mann verraten.“

 

Lieber Norbert, wir gedenken deiner, denn in unseren Herzen bleibst du unvergessen! ⚫️🔵⚫️