Gedanken von Dieter Müller von der Hochschule der Sächsischen Polizei zu: Bei Fußballpartie in Bremen tritt ein Mann gegen den Kopf eines Polizisten, dann folgt Steinbewurf

11. August 2019 um 18:35 Uhr

Gedanken von Dieter Müller von der Hochschule der Sächsischen Polizei zu: Bei Fußballpartie in Bremen tritt ein Mann gegen den Kopf eines Polizisten, dann folgt SteinbewurfGestern Abend fand das DFB-Pokalspiel zwischen dem Atlas Delmenhorst und dem SV Werder Bremen im Weserstadion in Bremen statt. Nach dem Spiel kam es zur Konfrontation zwischen kriminellen “Fußballfans” und der Polizei, bei der ein Mann auf ein geparktes Auto gestiegen war und von dort aus einem Polizisten mit voller Wucht gegen den Kopf trat.

Der Beamte sackte zusammen und blieb mit Kopfverletzungen am Boden liegen. Als seine Kollegen den Mann festnehmen wollten, wurden sie von den Ultras mit Steinen beworfen und mit Stangen angegriffen. Durch den Steinbewurf wurde eine weitere Polizistin getroffen und verletzt.

Dieter Müller von der Hochschule der Sächsischen Polizei, dem wir immer wieder Raum für seine Gedanken geben, hat sich wie folgt dazu geäußert:

Gastbeitrag von Dieter Müller: Wertschätzung in der Polizeiarbeit

3. November 2018 um 18:32 Uhr

Gastbeitrag von Dieter Müller: Wertschätzung in der PolizeiarbeitWertschätzung ist keine Einbahnstraße. Auf der einen Seite erbringen Mitarbeiter Leistungen und auf der anderen Seite nehmen andere Menschen diese Leistungen mit einer mehr oder weniger großen Erwartungshaltung entgegen.

Die Polizei ist als Organisation und Teil der exekutiven Staatsgewalt ein Dienstleister, deren Auftraggeber einerseits die Bürger sind und andererseits andere Behörden, mit denen die Polizeibeamten aufgrund gesetzlicher Aufträge zusammenarbeiten müssen wie z. B. die Staatsanwaltschaft, die Bußgeldbehörden oder die Fahrerlaubnisbehörden.

Die Wertschätzung von der behördlichen Seite besteht darin, dass auf Augenhöhe vertrauensvoll und transparent miteinander gearbeitet wird, um die gesetzlich definierten Ziele zu erreichen.
Die Wertschätzung von Seiten der Bürger ist zwiespältig und selten von Freude geprägt, sondern zumeist von der Erwartung erfüllt, dass die „bestens bezahlten Beamten“ ohnehin nur ihre Aufträge erfüllen, zu denen sie verpflichtet sind.

Gastbeitrag von Dieter Müller: Münster – Eine Amokfahrt mit Ansage?

8. April 2018 um 18:29 Uhr

Gastbeitrag von Dieter Müller: Münster - Eine Amokfahrt mit Ansage?Der Vorfall von Münster wird nicht nur die vor Ort ermittelnden Polizisten noch eine Weile beschäftigen. Auch wir Kollegen machen uns so unsere Gedanken. Bei all den Spekulationen und falschen Informationen, die sich teilweise hartnäckig in den sozialen Medien halten und verbreitet werden, wird es Zeit für etwas mehr Sachlichkeit.

In unserem Gastbeitrag wollen wir mit der richtigen Fragestellung dazu beitragen:

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Bei aller gebotenen Zurückhaltung und Pietät gegenüber den Angehörigen der Opfer, denen mein Mitgefühl gilt, sehe ich in der gestrigen Amokfahrt von Münster auch einen Anlass, um über den Täter, seine Tat und sein bislang bekanntes Vorverhalten nachzudenken.

Leserbrief von Dieter Müller: Polizeiliches Denken – Einblick in die Polizistenseele

18. März 2018 um 21:19 Uhr

Leserbrief von Dieter Müller: Polizeiliches Denken - Einblick in die PolizistenseeleUnsere treuen Leser kennen Dieter Müller bereits, der zwar kein Polizist mehr ist, aber dennoch der Polizei sehr nahe steht. Er selbst ist Professor für Straßenverkehrsrecht an der Hochschule der Sächsischen Polizei, begann seine Laufbahn jedoch als Polizist bei der niedersächsischen Polizei. Auch sein kürzlich verstorbener Vater trug die damals noch grüne Uniform. Dieter Müller kann es sich also erlauben, einen tiefen Blick in die Polizistenseele zu wagen:

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Polizeiliches Denken …

ist untrennbar verbunden mit polizeilichem Handeln. Beides sind zwei Seiten einer Medaille. Es ist der rote Faden im Leben eines Polizisten. Viele unserer Mitmenschen verstehen diese Art des Fühlens, Einordnens und Beurteilens nicht, manchen ist es sogar unbewusst zuwider.

Die Uniform schreckt nicht wenige Zeitgenossen ab. Respekt? Ein Fremdwort!

Gastbeitrag von Prof. Dr. Dieter Müller: Richterliche Anordnung der Blutprobe teilweise abgeschafft

28. August 2017 um 16:11 Uhr

Gastbeitrag von Prof. Dr. Dieter Müller: Richterliche Anordnung der Blutprobe teilweise abgeschafftSeit dem 24.08.2017 sind zwei für die praktische polizeiliche Arbeit sehr wichtige Änderungen in Kraft getreten:

 

❶ Erstens gilt die Neuregelung des § 81a Abs. 2 Satz 2 StPO, wonach die richterliche Anordnung der Blutentnahme für die folgenden Delikte abgeschafft worden ist:

 

① § 315a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2, Abs. 3 StGB – Gefährdung des Bahn-, Schiffs- und Luftverkehrs

② § 315c Abs. 1 Nr. 1a StGB – Gefährdung des Straßenverkehrs

③ § 316 StGB – Trunkenheit im Verkehr

Gastbeitrag: Wenn ein Bundesrichter sich zu Polizeithemen äußert (von Dieter Müller)

3. Februar 2017 um 20:43 Uhr

Wer am vergangenen Mittwoch unserem TV-Tipp gefolgt ist und sich die Sendung Maischberger “Polizisten – Prügelknaben der Nation?” angeschaut hat, wird Bekanntschaft mit Prof. Dr. Thomas Fischer, Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof, gemacht haben und sich vielleicht auch wegen seiner Äußerungen, und auch der Art und Weise der Äußerung, verwundert die Augen (vielleicht auch die Ohren) gerieben haben.

Einige Tage zuvor hatte sich Herr Fischer allerdings schon einmal zu einem Polizeithema geäußert. Er schreibt regelmäßig für die Zeit eine Strafrechtskolumne und im letzten Beitrag ging es um das Thema “Der Polizist als Opfer“. Hierzu erhielten wir von Dieter Müller, der dem ein oder anderen bereits bekannt sein dürfte (er lehrt an der Sächsischen Hochschule der Polizei), seine Meinung zu dem, was dieser Bundesrichter in dieser Kolumne von sich gibt:

„Die Polizei – Dein Freund und Helfer“ oder „Wo ist denn nur der Wachtmeister geblieben?“

8. Mai 2018 um 22:15 Uhr

„Die Polizei – Dein Freund und Helfer“ oder „Wo ist denn nur der Wachtmeister geblieben?“

Bild mit freundlicher Genehmigung von alex J. Photography (bitte auf das Bild klicken).

Die folgenden interessanten Gedanken von Dieter Müller möchten wir als Gastbeitrag an alle weiter geben:

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“Mit diesem – wahrscheinlich auf den sozialdemokratischen Innenminister der Weimarer Republik Carl Severing zurückgehenden – Zitat warb die Polizei um Verständnis für Ihre Aufgaben. Heute ist das Zitat zu Unrecht fast in Vergessenheit geraten, auch in Polizeikreisen. Dabei beschreibt es doch so ziemlich genau das, was die meisten Bürger von polizeilichem Handeln erhoffen und erwarten.

Deutschlands Polizei: Personell höchst unterschiedlich und nur europäisches Mittelfeld

28. Januar 2016 um 22:55 Uhr

Deutschlands PolizeiHeute Mittag haben wir die Frage nach dem Geld im öffentlichen Dienst gestellt und darauf verwiesen, dass wir zum Thema Personal später kommen würden. Darauf möchten wir nun eingehen.

Kürzliche veröffentlichen mehrere Tageszeitungen eine Bestandsaufnahme der deutschen Polizei. Eine Statistik gibt es hierzu allerdings nicht, so dass in den einzelnen Bundesländern angefragt wurde. Die Bundespolizei war hierbei offenbar kein Thema.

Wie anhand unserer Grafik ersichtlich, stellt sich für die 16 Bundesländer ein sehr unterschiedliches Bild dar. Während die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin die meisten Polizisten vorzuweisen haben, sieht das im Rest Deutschlands anders aus.

Politische Fehlleistungen mit Folgen für die Polizei

22. Januar 2016 um 01:50 Uhr

Die Folgen politischer Fehlleistungen, mit denen die Polizei zunehmend zu kämpfen hat und vor denen sie immer öfter kapitulieren muss, werden zunehmend auffälliger.

Am Beispiel von Brandenburg, wo eine total verkorkste Polizeireform eine Bankrotterklärung der Polizei offenbarte, kann man ganz offensichtlich erkennen, was die Politik nicht erkennen möchte (wir berichteten https://www.facebook.com/polizeimensch/posts/918377658203657:0).

Diese Zustände findet man aber nicht nur in Brandenburg. So berichtet unser geschätzter Kollege Dieter Müller, den wir bereits mehrfach zitieren durften, in einem Radiointerview über die Polizei in Sachsen und deren Reformversuche. Versuche deswegen, weil die Evaluation nun aufzeigte, dass mindestens 1.000 Beamte fehlen und die Datenbasis zur Ermittlung dieser Zahl laut Müller ungenügend ist.

Und genau dieses Problem haben die Polizeien anderer Länder ebenfalls. Es ist also keineswegs ein “Einzelfall”, dahinter steckt ein System, welches von Kollege Müller am Beispiel Sachsens offen benannt wird.

Hier das Interview (Dauer 4:30 Min.):

http://www.mdr.de/nachrichten/politik/regional/audio1382502.html

Auch Beamte machen Fehler

9. November 2015 um 16:43 Uhr

“Auch der fähigste und zuverlässigste Beamte ist Schwankungen seiner Arbeitskraft unterworfen und macht gelegentlich Fehler, die eine Verwaltung vernünftigerweise in Kauf nehmen muss. Die Pflicht zur ordnungsgemäßen Ausübung des Dienstes hat deshalb regelmäßig nur eine im Ganzen durchschnittliche Leistung zum Gegenstand.”

Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 21.02.2013 – OVG 81 D 2.10

Gefunden von Kollege Dieter Müller von der FH der Polizei Sachsen.

Beamte Fehler

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