Petition: Fürsorgefond für Berliner Schießstandopfer nachbessern!

22. Februar 2019 um 11:08 Uhr

Wir haben regelmäßig über den Schießstandskandal in Berlin berichtet. Daher an dieser Stelle nur ein paar wenige Fakten: Seit 2011 war das Problem der Gesundheitsgefährdung durch fehlerhafte Abluftsysteme bekannt, die die Schießstäube und -dämpfe nicht absaugten, sondern zum Schützen zurück bliesen. Erst 2013 wurde etwas unternommen und 62 der 73 Schießstände geschlossen.

Einige Kollegen sind in der Folge erkrankt, mancher sogar zwischenzeitlich gestorben und der Kausalzusammenhang zwischen den Dämpfen und der Erkrankung konnte medizinisch nachgewiesen werden. Erst 2017 wurde durch den Berliner Senat ein Entschädigungsfonds für betroffene Polizisten ins Leben gerufen.

Vermisstensuche der besonderen Art: Herzerwärmende gegenseitige Fürsorge

10. Juli 2018 um 14:44 Uhr

Vermisstensuche der besonderen Art: Herzerwärmende gegenseitige FürsorgeEs war keine Vermisstensuche im klassischen Sinne, welche Polizisten am vergangenen Sonntag Mittag in Baden-Baden (Baden-Württemberg) sogar erfolgreich abschließen konnten. Doch wie ersichtlich wurde, hatte man sich gegenseitig vermisst.

Die Beamten des dortigen Polizeireviers wurden von einem 80-jährigen Mann um Hilfe gebeten. Er war mit seiner Frau zu einem Stadtbummel aufgebrochen und man hatte sich plötzlich aus den Augen verloren. Der Mann machte sich Sorgen um seine 77-jährige Ehefrau, die er nicht mehr finden konnte.

G20-Leserbrief von Beate: Hoffentlich sind sich alle ihrer Fürsorgepflicht bewusst

12. Juli 2017 um 15:23 Uhr

G20-Leserbrief von Beate: Hoffentlich sind sich alle ihrer Fürsorgepflicht bewusst

“Ich bin entsetzt über die Bilder aus Hamburg! Ich hoffe nur, das eure Dienstherren euch nach diesem Kriegseinsatz nicht hängen lassen!!

Ich hoffe alle sind sich der Verantwortung und ihrer Fürsorgepflicht bewusst und stellen entsprechend viele Psychologen und Therapeuten zur Verfügung, damit die armen Kollegen diese traumatischen Erlebnisse irgendwie verarbeitet bekommen!!! Aus dem Kopf werden sie sie nie wieder bekommen!

Ich wünsche allen Kollegen, die verletzt wurden, dass sie schnell genesen und keiner bleibende Schäden behalten wird. Ihr alle habt meinen allergrößten Respekt für euren Einsatz!!!

Aber ich habe auch Mitleid mit allen, dass ihr euch zu den Blöden der Nation machen lassen müsst 😞

Kommt alle gut über den Tag und passt auf euch auf! ❤”

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Die Autorin ist uns namentlich bekannt. Der Leserbrief gibt die persönliche Meinung der Autorin wieder.

Fürsorgepflicht auf amerikanisch: New Jersey zahlt 70 Prozent des Gehalts von im Dienst getöteter Polizisten an die Kinder

25. August 2016 um 18:52 Uhr

Fürsorgepflicht auf amerikanischZwar gab es in New Jersey bereits eine Absicherung für die Kinder von im Dienst getöteter Polizisten, aber diese Absicherung wurde nun deutlich aufgewertet. Gouverneur Chris Christie hat das entsprechende Gesetz vergangene Woche unterzeichnet.

Demnach bekamen vor der Gesetzesänderung die Kinder der im Dienst getöteten Polizisten folgende finanzielle Unterstützung des Staates: 20 Prozent für das erste Kind, 35 Prozent für das zweite und 50 Prozent für jedes weitere Kind, jeweils bemessen am letzten Gehalt des/der Getöteten.

Nun, nach neuem Recht, erhalten alle Kinder 70 Prozent vom letzten Gehalt ihres verstorbenen Elternteils, und zwar bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, bzw. bis zum 25., wenn die Kinder aufs College gehen. Gezahlt wird unabhängig davon, ob die Eltern verheiratet waren oder nicht.

Aus dem Schießstand-Skandal nichts gelernt: Bereitschaftspolizisten giftigen Schadstoffen ausgesetzt

2. März 2020 um 19:55 Uhr

Aus dem Schießstand-Skandal nichts gelernt: Bereitschaftspolizisten giftigen Schadstoffen ausgesetztDie Sache hat frappierende Ähnlichkeiten mit dem in Berlin bekannt gewordenen Schießstand-Skandal, bei dem die Luftanlagen den Schießstaub zu den Schützen zurück bliesen, über Jahre hinweg, die Behördenführung jahrelang untätig blieb und dann Polizisten teilweise daran starben. Die Sache wurde ein Fall für den Staatsanwalt (wir berichteten mehrfach).

Zwar nicht so lange, aber dennoch sehr ähnlich, verhält es sich nun mit der Schadstoffbelastung in einer Unterkunft der Berliner Bereitschaftspolizei. Dort treten in der Direktion Einsatz am Standort Schulzendorf aus dem Boden giftige Schadstoffe aus, sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Diese Schadstoffe kommen in Klebstoffen für Parkettböden vor und können neben Erbgutveränderungen und Gefährdung der Zeugungsfähigkeit auch Krebs verursachen. Zwar wurde in 2019 ein einziger der betroffenen Räume saniert, allerdings wurde die Sache nur verschlimmbessert.

Denn der alte Boden wurde nicht heraus gerissen, sondern ein anderer darüber angebracht, der die Schadstoffe eigentlich einschließend sollte. Die Arbeitssicherheit der Polizei hat nach der Sanierung im betroffenen Raum allerdings eine noch höhere Schadstoffbelastung gemessen als vor der Sanierung.

Nun wurde für den sanierten Raum eine Zugangsbeschränkung erlassen. Betreten dürfen ihn Schwangere, chronisch Erkrankte oder Beamte mit schwachem Immunsystem nicht mehr, für alle anderen wird die Schadstoffbelastung als ungefährlich angesehen. Alle anderen Räume, die ebenfalls belastet sind, dürfen auch weiterhin von jedem Mitarbeiter betreten werden.

Der Personalrat der Direktion Einsatz beschäftigt sich schon eine Weile mit dem Thema und hatte Ende Januar gefordert, dass zumindest alle belasteten Räumlichkeiten aus Fürsorgegründen geschlossen werden. Da dies bislang nicht geschehen ist, hat der Personalrat Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Sache wird, wie der Schießstand-Skandal, ein Fall für die Justiz.

Auf ein Wort: Polizisten sind keine Einsatzmittel

3. Dezember 2019 um 21:09 Uhr

Auf ein Wort: Polizisten sind keine EinsatzmittelDie folgende Angelegenheit ist für sich genommen recht unspektakulär und allenfalls für die unmittelbar Beteiligten interessant. Es geht um Verwaltungsrecht, Personalvertretungsrecht und Definitionen und deren Auslegung. Eigentlich etwas für Volljuristen. Wenn da nicht ein interessanter Satz gefallen wäre.

Um es nicht unnötig in die Länge zu ziehen, fassen wir die Sachlage kurz zusammen:

Es ging darum, dass bei Beschaffung ballistischer Einsatzhelme für die Bundespolizei der Personalrat in den Entscheidungsfindungsprozess nicht eingebunden worden war. Stattdessen beschaffte der Dienstherr den Einsatzhelm, den er für tauglich hielt und entschied sich hierbei für eine leichtere Variante, die zwar einen höheren Tragekomfort mit sich bringt, was allerdings zulasten der Schutzfunktion geht.

Wenn der Dienst krank macht: Polizisten mit Hantavirus infiziert

18. November 2019 um 19:05 Uhr

Dass der Dienst bisweilen krank machen kann, darüber haben wir schon berichtet. Sei es durch tätliche Angriffe oder durch Bisswunden oder Spuckattacken des polizeilichen Gegenübers. Hier liegt die Ursache aber offenbar im Zustand der Räumlichkeiten einer Polizeiunterkunft und das machte nun drei Polizisten krank.

Die Rede ist vom Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen (Baden-Württemberg, vormals Bereitschaftspolizei). Dort sind drei Polizisten aus verschiedenen Aufgabenbereichen an dem Hantavirus erkrankt. Dieser wird zumeist durch Kot und Urin von Nagetieren übertragen und kann zu hohem Fieber, schwere Lungenerkrankungen und Nierenversagen, bei schwerem Verlauf auch zum Tod führen.

Die Ursache liegt wohl in den Kelleräumen der Unterkunft, die mittlerweile gesperrt und nur noch unter Vollschutz betreten werden dürfen. Diese Erkrankungen haben zu Besorgnis in der Kollegenschaft geführt. Die Sorge war sogar so groß, dass Beamte zu einem Fußballhochrisikospiel ohne ihre Schutzausstattung ausgerückt sind, weil diese in den Kellern gelagert wird.

Finanzieller Ruin: Polizisten sollen 1 Million Euro Schadenersatz zahlen

29. August 2019 um 18:56 Uhr

Finanzieller Ruin: Polizisten sollen 1 Million Euro Schadenersatz zahlenWenn jemand fahrlässig einen Fehler begeht und dadurch dem Arbeitgeber ein finanzieller Schaden entsteht, dann muss man dafür gerade stehen. Das ist vermutlich in jeder Branche so. Doch im folgenden Fall würde das für die drei Polizisten der finanzielle Ruin bedeuten.

Im März dieses Jahres führte die Polizeihubschrauberstaffel der Bundespolizei in Sachsen-Anhalt eine Übung durch. Die Personensuche mit Wärmebildkamera sollte trainiert werden und um den Hubschrauber, eine Eurocopter 135, aufzutanken, flogen die Piloten den Flugplatz Stendal an.

Wenn der Täter mittellos ist: Thüringen zahlt Schmerzensgeld für Polizisten und Feuerwehrkameraden

20. März 2019 um 15:43 Uhr

Wenn der Täter mittellos ist: Thüringen zahlt Schmerzensgeld für Polizisten und FeuerwehrkameradenImmer wieder werden Polizisten und Retter im Einsatz angegriffen und auch verletzt. Und selbst wenn sie vor Gericht einen Schmerzensgeldanspruch durchgesetzt haben, sind diese Ansprüche oft nicht einzutreiben, weil die Täter mittellos sind.

Nach der Initiative anderer Bundesländer (z.B. Hamburg und der Bund) hat nun auch das Kabinett in Erfurt beschlossen, den Polizisten und Feuerwehrkameraden in Thüringen das Schmerzensgeld zu zahlen, wenn ein Anspruch besteht und der Täter mittellos ist.

Unser Jahresrückblick: Das war 2018 – unsere Wünsche für 2019

31. Dezember 2018 um 19:26 Uhr

Unser Jahresrückblick: Das war 2018 – unsere Wünsche für 2019Ein turbulentes Jahr liegt hinter uns. 2018 hielt für uns alle so manche Überraschung parat. Bei manchen lief das Jahr ganz gut, bei anderen weniger.

Fangen wir mit den weniger schönen Dingen an.

Wir mussten im Laufe des vergangenen Jahres viele schlimme Nachrichten schreiben. Ob Unfälle, Angriffe auf Kollegen, ausgeartete Demos mit einer nie dagewesenen Gewaltorgie, fragwürdige Gerichtsurteile, Fehler aus verantwortlichen Reihen, verletzte und sogar getötete Kollegen.

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