Polizistinnen und Polizisten gesucht: G20-Einsatz soll wissenschaftlich aufgearbeitet werden

3. März 2018 um 16:18 Uhr

Während und auch nach dem G20-Gipfel in Hamburg haben wir regelmäßig über die Ausschreitungen und die Gewalt berichtet, die wir alle nur kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen konnten. Viele Kollegen wurden verletzt, die ersten Gerichtsurteile wurden gesprochen. Unsere gesamte Berichterstattung und die Leserbriefe zum Thema könnte ihr hier nachlesen.

Doch das alles lässt uns immer noch ratlos zurück. Von Stephanie Schmidt, Kulturanthropologin, Doktorandin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Betreuerin des Teilprojektes Polizei, wurden wir gebeten, auf das folgende Projekt aufmerksam zu machen, welches versucht, den Gewaltausbruch beim G20-Gipfel wissenschaftlich aufzuarbeiten. Da auch uns daran gelegen ist, dass hier neutral Forschung betrieben wird, um aus dem Geschehen möglichst Lehren ziehen zu können, unterstützen wir dieses Projekt sehr gerne.

Flashback – Gedanken eines Polizisten: 7 Monate nach G20

18. Februar 2018 um 21:28 Uhr

Flashback - Gedanken eines Polizisten: 7 Monate nach G20

7 Monate nach G20

Auch heute bin ich noch fassungslos über das was in Hamburg passiert ist. Ich schaue mir die Bilder an und bin wieder dort… Dort in der Hölle.

Ich bin jetzt seit fast 20 Jahren Polizist, aber ich habe nie etwas ähnliches erlebt und hoffe ich muss es nie wieder. Viele lachen, wenn sie hören, dass es wie im Krieg war. Aber wer es nicht selbst erlebt hat, sollte einfach nur seine Fresse halten.

Wir waren zur Demo “Welcome to Hell” eingesetzt und ehrlich, die Gewaltbereitschaft hat mich erschaudern lassen. Einige Kollegen haben vor der Mauer gewarnt, aber wir wurden nicht gehört.

Wohnungsdurchsuchung und Suspendierung: Polizist aus München soll sich an G20-Ausschreitungen beteiligt haben

13. Januar 2018 um 19:13 Uhr

Wohnungsdurchsuchung und Suspendierung: Polizist aus München soll sich an G20-Ausschreitungen beteiligt habenEs ist ein ungeheuerlich Vorwurf, dem sich ein Polizist aus München nun ausgesetzt sieht. Nicht nur, dass er sich gegen die eigenen Kollegen gerichtet und sie mit einer Bierdose beworfen haben soll, es waren die eigenen Kollegen, die ihn auf den Fahndungsbildern erkannten.

Kurz vor Weihnachten 2017 berichteten wir darüber, dass die Polizei Hamburg nach bislang nicht identifizierten Gewalttätern, die während der Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg zahlreiche Sachschäden verursachten und Polizisten durch tätliche Angriffe verletzten, mit Veröffentlichung von Fahndungsbildern sucht. Genau ein solches Fahndungsbild führte nun zu dem Verdacht, der einen Münchner Polizisten belastet.

G20-Einsatz: Nachdem die Öffentlichkeitsfahndung nach den Tätern angekündigt war, stellten Linksextremisten “Fahndungsbilder” von Polizisten ins Netz

18. Dezember 2017 um 13:03 Uhr
G20-Einsatz: Nachdem die Öffentlichkeitsfahndung nach den Tätern angekündigt war, stellten Linksextremisten "Fahndungsbilder" von Polizisten ins Netz

Bild: Screenshot Indymedia mit verpixelten Gesichtern der Polizisten

“In jeder Uniform steckt ein Mensch mit einem Recht auf Privatsphäre und Schutz der eigenen Persönlichkeit.”
Berlins Innensenator Andreas Geisel

Zahlreiche Gewalttäter hat es beim G20-Gipfel in Hamburg gegeben, erste Verurteilungen gab es auch schon. Doch viele Täter konnten mit den üblichen Ermittlungen nicht identifiziert werden, so dass die Sonderkommission “Schwarzer Block” ankündigte, noch diese Woche eine Öffentlichkeitsfahndung zu starten.

Dies sah die linksextreme Szene wohl als Aufforderung zum Gegenschlag. Sie veröffentlichte auf der eigentlich vom Bundesinnenministerium verbotenen Seite Indymedia eine eigene “Fahndungsliste“, und zwar nach Polizisten. Dort waren Fotos mit Gesichtern von Polizeibeamten zu sehen, begleitet von einem völlig verschwurbelten Text und dem Aufruf zur Gewalt gegen Polizisten. (UPDATE 13 Uhr: Die Seite ist wieder online.)

G20: Bundesweite Razzia gegen Linksextremisten – Bislang höchste Strafe gegen Gewalttäter

5. Dezember 2017 um 17:22 Uhr

G20: Bundesweite Razzia gegen Linksextremisten - Bislang höchste Strafe gegen GewalttäterGleich zwei Neuigkeiten gibt es heute zum Thema G20-Einsatz in Hamburg. Heute fand eine bundesweite Razzia gegen Linksextremisten in diesem Zusammenhang statt und einer der Gewalttäter wurde vom Gericht zur bislang höchsten Freiheitsstrafe verurteilt, weil er Polizisten angegriffen und Läden geplündert hatte. Die Razzia hat allerdings einen unschönen Beigeschmack, doch dazu später mehr.

Ein 30-jähriger Gewalttäter der Ausschreitungen beim Hamburger G20-Gipfel ist heute vor Gericht zur bislang höchsten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann am 8. Juli Steine auf Polizisten warf und dabei half Läden zu plündern.

Kommentar zum G20-Einsatz: “Wie Geschichte umgeschrieben wird”

14. November 2017 um 17:45 Uhr

Wir hatten bereits recht ausführlich über den G20-Einsatz in Hamburg berichtet, aber in den Medien und politisch kommt die Angelegenheit nicht zur Ruhe. Mit ganzen 26 Kleinen Anfragen hat die Linksfraktion in Hamburg den Senat mittlerweile bombardiert und sieht Fehler natürlich nur bei der Polizei.

Öffentlich wird darüber diskutiert, die Medien berichten über jede Kleinigkeit, die geeignet ist, die Polizei als Organisation (mit allen 30.000 bundesweit eingesetzten Kollegen), als auch die Polizeiführung in Hamburg, in Misskredit zu bringen. Von Skandälchen und Skandalen ist die Rede.

Über den schwarzen Block und ihre Unterstützer wird derweil nicht mehr berichten. Sie verschwinden, wie auch bei den Hamburger Ausschreitungen, hinter ihrer Uniform aus schwarzvermummten Klamotten.

Dass sogar ein Politiker der Hamburger Linksfraktion kürzlich von einem Gericht zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurde, weil er einen brennenden Bengalo auf einen Polizisten geworfen hatte, ist sowohl der Linksfraktion, als auch der Medienlandschaft, keine Erwähnung wert.

So schließt der außerordentlich lesenswerte Kommentar von Matthias Iken beim Abendblatt (dort vollständig zu lesen) wie folgt:

“Selbstkritik sucht man bei vielen Linken vergeblich. Manche lehnen sich gar zufrieden zurück. Die Schuld an der Eskalation im Juli hat die Öffentlichkeit längst der Polizei untergejubelt.

Mit einigen Hundert Staatsfeinden kann das Land gut leben, mit einer Staatsverachtung bis in die Mitte der Gesellschaft hinein nicht mehr lange.”

Keine Steinwürfe beim G20-Einsatz?

16. Oktober 2017 um 16:57 Uhr

Anwältin missbraucht Bundesverfassungsgericht: Missbrauchsgeführ

Viele haben die Bilder noch im Kopf, die während des G20-Gipfels entstanden sind. Überwiegend sind dies keine schönen Bilder. Im folgenden Fall geht es um solche unschönen Bilder, die jedoch von einem der Täter und seiner Anwältin geleugnet werden.

Konkret geht es um einen Vorfall am 7. Juli am Rondenbarg in Hamburg. Im Polizeibericht heißt es: “Als sich die Menschenmasse circa 50 Meter vor uns befand, wurden wir aus ihr massiv und gezielt mit Flaschen, Böllern und Bengalos beworfen.” Auch Steine sollen geflogen sein, doch das bestreitet einer der 73 Festgenommenen, gegen den das Amtsgericht Haftbefehl erlassen hatte.

Leserbrief von Markus: Wo ist die Solidarität mit der Polizei nach dem G20 Gipfel geblieben?

2. Oktober 2017 um 21:34 Uhr

Leserbrief von Markus: Wo ist die Solidarität mit der Polizei nach dem G20 Gipfel geblieben?

“Uns Polizisten war von vornherein bewusst, dass diese Solidarität, die wir nach dem Gipfel zu spüren bekommen haben, schnell wieder vorbei ist.

Naja, was erwarten wir auch? Dass wir von bestimmten Gruppierungen gehasst werden wissen wir ja schon immer. Von denen erwarten wir eh nichts.

Dass die Solidarität der Bürger spätestens bei der nächsten Kontrolle wieder vorbei ist, war uns eigentlich klar.

Ich verfolge zum Beispiel seit langer Zeit die Seite Polizist=Mensch​ und was ich da des öfteren für Kommentare zu lesen bekomme, ist teilweise echt erbärmlich. Auch wenn man sich einmal die Zeit nimmt und die Bewertungen für diese Seite durch liest, da stellen sich einem die Nackenhaare hoch.

Zahl des Tages: 32.000 – Mehr Kräfte beim G20-Einsatz als bislang bekannt

8. September 2017 um 12:01 Uhr

Zahl des Tages: 32.000 - Mehr Kräfte beim G20-Einsatz als bislang bekanntUrsprünglich waren beim G20-Einsatz Anfang Juli etwa 17.000 Einsatzkräfte vorgesehen. Nach dem Verlauf der ersten Einsatztage und den Ausschreitungen wurden weitere Kräfte in den Bundesländern nachgefordert, so dass bislang von einer Einsatzstärke von rund 20.000 Polizisten die Rede war.

Doch auch das ist noch untertrieben. Wie die Bundesregierung in einer Kleinen Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion (bislang nicht veröffentlicht) mitteilt, liege die tatsächliche Einsatzstärke bei über 32.000 Polizeibeamten.

G20: Straftäter zu hoher Freiheitsstrafe verurteilt

30. August 2017 um 16:15 Uhr
G20: Straftäter zu hoher Freiheitsstrafe verurteilt

Bild: Robin R.

Richter urteilt über Antrag der Staatsanwaltschaft

Sieben Wochen ist nun der G20 Gipfel her. Vieles muss noch aufgearbeitet werden. Nun ist der erste Gewalttäter zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden.

Am Montag hat der erste Prozess gegen einen 21-jährigen Niederländer stattgefunden. Der Angeklagte saß seit dem 7. Juli dieses Jahres in Untersuchungshaft. Vor Gericht wurde der junge Mann von 50 Zuschauern mit Applaus empfangen, denn viele Freunde und Angehörige des Angeklagten waren angereist.

Ein Berliner Bereitschaftspolizist sagte als Zeuge vor Gericht aus. Er erzählte, dass der 21-Jährige mutmaßlich zwei Flaschen bei der “Welcome to Hell” Demonstration auf den Beamten geworfen habe. Der Polizist wurde am Bein und am Kopf getroffen. Trotz Schmerzen sei er los gelaufen und habe den Niederländer festnehmen können.

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