Wenn Helfer Hilfe brauchen: 25 Jahre Polizeiseelsorge in Sachsen-Anhalt

4. August 2019 um 11:36 Uhr

Wenn Helfer Hilfe brauchen: 25 Jahre Polizeiseelsorge in Sachsen-AnhaltJeder Polizist kennt diese Einsätze, die an die Substanz gehen, die man mit nach Hause nimmt, die einen unter Umständen Wochen, Monate oder sogar ein ganzes Leben lang begleiten. Dabei geht jeder Polizist anders damit um, was den Kollegen nicht belastet kann für mich selbst traumatisch werden. Jeder ist eben anders gestrickt, von seiner Persönlichkeit und seinen Erfahrungen her.

Wenn aber ein solcher Einsatz für das eigene Seelenleben zum Problem wird, aber auch, wenn man einfach nur darüber reden möchte, um es zu verarbeiten, dann stehen sie bereit, die Polizeiseelsorger und die Kriseninterventionsteams. In Sachsen-Anhalt erkannte man 2007, dass man diese Hilfe für die Helfer braucht und startete ein Pilotprojekt.

Andreas Schorlemmer tot: Mecklenburg-Vorpommern trauert um seinen Polizeiseelsorger

7. Juli 2019 um 15:13 Uhr

Die Gemeinde Groß Kiesow und die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern trauern um ihren Gemeindepastor und Polizei – und Notfallseelsorger, der in der vergangenen Woche mit 70 Jahren verstarb.

Der 1949 in der Altmark geborene Schorlemmer studierte Theologie in Greifswald und wurde dann Gemeindepastor in Groß Kiesow. Von 1998 bis 2015 hatte er das Amt des Notfall- und Polizeiseelsorgers inne und war maßgeblich daran beteiligt, dass im Land Mecklenburg-Vorpommern die Krisenintervention und Notfallseelsorge aufgebaut wurde.

Pastor Schorlemmer wird von seinen Weggefährten als “kritischer Geist” beschrieben, der zeitlebens einen “ungebrochenen Optimismus und ein großes Herz” hatte. Er gab nicht nur an der Verwaltungsfachhochschule Güstrow Ethik-Unterricht, er gab auch Fortbildungen für Polizisten und stand ihnen als Polizeiseelsorger zur Seite.

Gastbeitrag: „Die meisten Polizisten haben das Herz am richtigen Fleck“ (Polizeiseelsorger Volker Struve)

13. Januar 2019 um 11:29 Uhr
Gastbeitrag: „Die meisten Polizisten haben das Herz am richtigen Fleck“ (Polizeiseelsorger Volker Struve)

Der Polizeiseelsorger beim Gottesdienst anlässlich der Vereidigung von Nachwuchspolizisten

Wenn Helfer Helfer brauchen – Schleswig-Holsteins Polizeiseelsorger Volker Struve blickt zurück

Eutin – Seit fünf Jahren arbeitet Volker Struve als Seelsorger für die Landespolizei. Und auch Weihnachten war der 48-Jährige mit Sitz auf Hubertushöhe im Polizeieinsatz. So begleitete Struve unmittelbar vor den Festtagen die polizeilichen Einsatzkräfte beim Zweiliga-Fußballspiel Holstein Kiel gegen den HSV.

Wesentlich ruhiger war es dann, als er Heiligabend nachmittags und in der Nacht in Kiel ein paar polizeiliche Dienstgruppen besuchte. „Immer mit selbstgebackenen Engel-Keksen im Gepäck“, wie Struve ergänzt. Und auch am 2. Weihnachtstag ließ es sich der Polizeiseelsorger nicht nehmen, eine Nachtschicht zu besuchen.

„Diese Begegnungen zu Weihnachten sind für mich kein großes „Opfer“, sondern bereiten mir Freude. Und auch bei den Polizistinnen und Polizisten kommt es gut an, wenn ich sie zu diesen Zeiten im Dienst aufsuche. Sie begegnen mir mit spürbarer Herzlichkeit“, so Volker Struve.

“Da zu sein ist wertvoller als jede Weihnachts-Email”: Polizeiseelsorger besuchte Weihnachten Polizisten auf ihren Dienststellen

28. Dezember 2018 um 17:57 Uhr

Weihnachten möchte man am liebsten zuhause bei seinen Lieben verbringen, doch in manchen Berufen ist das nicht so einfach, wenn der Schichtplan etwas anderes vorgibt. Dann sind Polizisten nicht zu Hause vor dem eigenen Christbaum, sondern auf der Wache oder im Streifenwagen.

Marc Meiritz, katholischer Landespolizeiseelsorger in Hamburg und Schleswig-Holstein, verzichtet ganz selbstlos darauf, Weihnachten zuhause zu verbringen und fährt von Dienststelle zu Dienststelle, um für die Polizisten da zu sein.

“Für mich ist es mittlerweile eine liebgewonnene Tradition”, erklärt Meiritz und fügt an: “Zum einen sind da die persönlichen Gefühle der Kollegen, die natürlich auch gern bei ihren Lieben wären, zum anderen ist da eine Vielzahl von Einsätzen, die es zu bewältigen gilt.”

Katholische Polizeiseelsorge berät über neue Entwicklung: Wie kann man Polizisten helfen, die einen Menschen töten mussten?

27. Mai 2018 um 11:25 Uhr

Katholische Polizeiseelsorge berät über neue Entwicklung: Wie kann man Polizisten helfen, die einen Menschen töten mussten?Polizisten sind grundsätzlich zum Schutz der Menschen da, dazu gehört auch das Leben selbst zu schützen. Hin und wieder kommt es aber vor, dass die Beamten zur Dienstwaffe greifen müssen, um ihr eigenes Leben oder das von anderen zu schützen. Doch das ist zum Glück die Ausnahme. So wurden laut Deutscher Hochschule der Polizei in Münster 2016 deutschlandweit elf Menschen im Einsatz erschossen.

Doch die Zeiten haben sich geändert und es gibt weitere Bedrohungen, auf die Polizisten notfalls mit der Waffe reagieren müssen. Dazu gehören zum Beispiel Amoklagen oder ganz allgemein lebensbedrohliche Einsatzlagen und auch die Terrorgefahr. Hier werden Polizisten in ganz Deutschland daran ausgebildet, gezielt einen Menschen mit der Waffe nieder zu strecken – notfalls auch zu töten.

Was ist eigentlich Polizeiseelsorge und Notfallseelsorge?

15. Oktober 2017 um 09:32 Uhr

Patrick Stöbener ist nicht nur seit Jahren Feuerwehrmann, die Nähe zum Blaulichtmilieu ist ihm also schon lange vertraut. Er ist auch Polizei- und Notfallseelsorger.

Beides sind eigentlich zwei verschiedene Themengebiete, die ihn unterschiedlich fordern. Beiden ist jedoch gemeinsam, dass es darum geht, anderen Menschen in einer Notsituation zu helfen, oder dazu beizutragen, dass aus einer schwierigen Situation keine Notsituation wird.

In diesem Video berichtet Stöbener darüber, was seine Tätigkeit als Polizei- und Notfallseelsorger ist, wie er selbst mit belastenden Einsätzen umgeht (zuletzt war er auch beim G20-Gipfel in Hamburg für die Polizisten im Einsatz) und dass die Seelsorger auch heute noch gefragte und wichtige Hilfen für Helfer sind.

Einblick: Zusammenarbeit von Polizei und Polizeiseelsorge

7. August 2016 um 15:11 Uhr

Wir haben schon des öfteren über die Polizeiseelsorge berichtet, darüber, dass sie wichtig für so manche Amtshandlung sein kann, aber auch zur Unterstützung, wenn der Freund und Helfer selbst mal Hilfe benötigt.

Unsere Kollegin vom Kleinstadt-Revier​ berichtet hier über einen aktuellen Fall: Bei der Überbringung einer Todesnachricht wurde sie von einem Polizeiseelsorger unterstützt, der zusammen mit ihr die Angehörigen aufsuchte und auch noch dort blieb, als für die Polizei keine Notwendigkeit mehr bestand, noch vor Ort zu bleiben.

Alles was jetzt notwendig war, war Hilfe und Beistand des Seelsorgers.

Ein interessanter Einblick in die polizeiliche Praxis und die Zusammenarbeit mit der Polizeiseelsorge. Aber auch ein Einblick in menschliches Schicksal und gesellschaftliche Missstände.

Zum Lesen bitte auf den Link klicken:
https://kleinstadtre4.wordpress.com/2016/07/30/im-hintergrund/

Warum ist Polizeiseelsorge wichtig?

16. Mai 2016 um 13:49 Uhr

Mit dieser Frage beginnt das Interview, welches die Münchner Kirchennachrichten mit Markus Bild geführt hat. Bild ist Theologe und Polizist, denn nach seiner Ausbildung zum Diplom-Theologen hat er die mittlere Polizeilaufbahn bei der Polizei Bayern eingeschlagen. Der heute 53jährige Polizeihauptkommissar steht seinen Kollegen mit Rat und Tat zur Seite.

Aus dem Interview möchten wir einen Teil der Antwort auf obige Frage zitieren, weil sie sehr gut zu unserem Seitenthema passt:

“Erstens, weil wir Polizisten Menschen sind und eine Seele haben, die Sorge braucht. Ein Gottesdienst für Polizeibeamte stand unter dem Motto „Ein Schutzschild für die Seele“. Es geht also um einen Schutz für uns Polizisten, weil wir mit vielen belastenden Vorfällen konfrontiert sind. Zum zweiten finde ich es auch wichtig oder hilfreich, dass wir im Gegenüber den Menschen sehen und daran erinnert werden.”

Das ganze Interview könnt ihr hier nachlesen:

http://www.muenchner-kirchennachrichten.de/meldung/article/ein-schutzschild-fuer-die-seele-von-polizisten-3.html

Vielen Dank an Manni für den Link. 👍

Polizeiseelsorge: Wenn Polizisten Hilfe brauchen

25. März 2016 um 16:28 Uhr

PolizeiseelsorgeAndreas Simbeck ist katholischer Polizeiseelsorger der bayerischen Polizei. Nachdem der heute 53jährige sich bereits früh in der Kirche engagierte, wurde er mit 25 Jahren, nach dem Theologiestudium, zum Priester geweiht. Ab 1992 wurde er nebenamtlicher Polizeiseelsorger. Seit zwölf Jahren ist er von allen kirchlichen Aufgaben befreit und als hauptamtlicher Seelsorger Angestellter der Polizei.

Zusammen mit einer evangelischen Kollegin kümmert er sich um die Polizeifamilie. Er nennt das “Notfallseelsorge nach innen”.

Sein Aufgabengebiet ist weitreichend und so vielfältig wie der Polizeiberuf: ein Kollege wird gemobbt, kann einen schwierigen Einsatz nicht verkraften, braucht einen Redepartner ohne befürchten zu müssen, dass die Informationen nach außen gelangen. Oder er hat eine Suchterkrankung, in all diesen Fällen können sich Polizisten an Simbeck wenden.

Gedanken von Caro: Mobbing in Uniform – Schaut hin und nicht weg!

8. Juni 2019 um 20:27 Uhr

 Du bist hier: Startseite » Erfahrungsbericht » Gedanken von Caro: Mobbing in Uniform – Schaut hin und nicht weg!Wir Polizisten sind für die Schwachen, die Hilf- und die Wehrlosen da. Unsere Aufgabe ist es, uns vor die Wehrlosen zu stellen und sie zu schützen und nicht andere ohne Not in eine Wehrlosigkeit zu treiben. Doch auch das gibt es bei der Polizei, wie uns unsere Kollegin Caro nun berichten wird:

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“Ein Blick oder ein Stöhnen und schon fühlt man sich unwohl. Ein Stöhnen oder einen Augenverdrehen und die Unsicherheit wird immer größer. Selbstbewusstsein kennst du nicht und das Getuschel hinter deinem Rücken gibt dir auch nicht gerade ein gutes Gefühl.

Mobbing war lange Zeit ein Tabu-Thema und als es dann plötzlich in der Gesellschaft Fuß fasste, wollte niemand darüber reden. Im Gegenteil: es wurde tot geschwiegen. Mobbing in unserer Schule? Hier doch nicht! Mein Kind mobbt doch nicht! Betroffene trauen sich nicht darüber zu reden, da sie die Konsequenz daraus fürchten und die Täter machen einfach weiter, da ihr Verhalten keine Konsequenzen hat. Ein ewiger Teufelskreis.

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