Auf Streife mit Lothar Riemer: Die Mär vom Knöllchen

20. September 2020 um 20:07

Auf Streife mit Lothar Riemer: Die Mär vom Knöllchen

“Nun kommt er also doch noch – der Tagesordnungspunkt ‘Verkehrsstatistik’. Inbrünstig hatte ich gehofft, der Kelch gehe an uns in der Dienstgruppenleiterbesprechung vorüber. Doch weit gefehlt. Da gibt es kein entrinnen.

Nun werden sie also präsentiert, die Zahlen der geahndeten Verkehrsverstöße. Wie Hagelkörner prasseln sie auf uns Schichtleiter nieder. Man kann gar nicht umhin, von ihnen getroffen zu werden. Wer hat wie viel und vor allem welche Verkehrsverstöße geahndet.

Meine Dienstgruppe ist einmal mehr weit vom Klassenprimus entfernt. Eigentlich möchte ich aufstehen und gehen. Was sagen solche Zahlen denn aus? Aber der Druck wird von ganz oben nach unten durchgereicht.

Gastbeitrag von Lothar Riemer: Gebt den US-Cops eine Chance – ein Erklärungsversuch

21. August 2020 um 20:14

Gastbeitrag von Lothar Riemer: Gebt den US Cops eine Chance – ein Erklärungsversuch„Ich kann nicht atmen“, dieser Hilfeschrei des getöteten George Floyd führt derzeit in den USA zu gewaltsamen Protesten und Ausschreitungen. Denkmale werden beschädigt, verschmiert und oftmals zerstört. Eine Gewaltwelle erschüttert das Land und „Unter Beschuss“, im wahrsten Sinne des Wortes, dabei die Polizeibehörden der Vereinigten Staaten von Amerika.

Fast alle Medien hierzulande sind sich darüber einig, dass die Sicherheitsbehörden (u.a. State Police, Sheriffs Department oder Metropolitan Police) zu schlecht ausgebildet, zu rassistisch und zu gewalttätig seien. Dem möchte ich mit diesem Artikel entschieden widersprechen und eine Lanze für unsere Kolleginnen und Kollegen in den USA brechen.

Polizeiseelsorge: Lothar Riemer bereitet Polizeischüler auf die schweren Momente vor

19. Januar 2020 um 12:04

Kollege Lothar Riemer kennen einige von euch schon. Wir hatten bereits ein paar Beiträge von ihm und über ihn. Er ist Lehrer an der Polizeischule in Dachau (Bayern). Er hat schon vieles in seinem Berufsleben gesehen, war jahrelang im Streifendienst, bei der Kriminalpolizei und auch im Auslandseinsatz.

Er engagiert sich aber auch in der Polizeiseelsorge und bereitet seine Polizeischüler auf die schweren Momente in ihrem Berufsleben vor. “Der Kopf vergisst nicht, was die Augen gesehen haben”, erklärt er. Sicher, manche Dinge wird man nie vergessen können, aber man kann sie verarbeiten.

Diese Kurzreportage zeigt, was er damit meint.

Auf Streife mit Lothar Riemer: Der Schulranzen

24. November 2019 um 18:53

Auf Streife mit Lothar Riemer: Der Schulranzen

“Nieselregen, es dämmert schon – der Herbst von seiner hässlichsten Seite. Die Nachmittagsschicht plätschert dahin. Mein Partner und ich verbreiten Sicherheit in unserem Münchner Revierbereich und fahren einfach so dahin.

Aus dem Augenwinkel, gerade so im Vorbeihuschen, sehe ich ein kleines Mädchen am Straßenrand stehen. Vermutlich war es eher der große Schulranzen, der mir reflektierend auffällt.
‘Halt doch mal an und dreh um. Mit dem kleinen Kind stimmt irgendetwas nicht’, sage ich zu Martin. Schnell wird gewendet und schon kommen wir auf Höhe des Mädchens zum Stehen.

Auf Streife mit Lothar Riemer: Vom Freund zum Feind

31. August 2019 um 18:44

Auf Streife mit Lothar Riemer: Vom Freund zum Feind

” ‘Ludwig, da läuft er! Schnell hinterher, sonst verlieren wir ihn’. Mein Streifenpartner tritt auf die Bremse, wendet und versucht dem Schatten zu folgen.

Eigentlich war ich viel zu müde, um noch mal auszurücken. 04:30 Uhr und der Stoffwechsel tendierte auf Null. Doch die Ehefrau in unserer Wache hatte eindringlich auf uns eingesprochen. Ihr Mann, Wolfgang M. hatte Selbstmord angedroht und war in die Nacht verschwunden.

Polizist=Mensch in den Medien: Offener Brief an Saskia Esken

19. Juni 2020 um 11:31

Vergangene Woche hatten wir den offenen Brief von Kollege Lothar Riemer von der bayerischen Polizei veröffentlicht. Es ging um den Vorwurf Eskens hinsichtlich des “latenten Rassismus in der Polizei”, dem er entschieden widersprach.

Der Bayerische Rundfunk griff das Thema in seiner Sendung Kontrovers auf und sprach mit Kollege Riemer und einem weiteren Kollegen aus München. Antwort hat Riemer von Esken noch nicht erhalten und wie die Moderation andeutet, ist der Brief lesenswert und hat deswegen eine Antwort verdient.

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Auf ein Wort: Lasst die Rassismus-Debatte nicht eskalieren

11. Juni 2020 um 21:22

Auf ein Wort: Lasst die Rassismus-Debatte nicht eskalierenVorgestern haben wir den offenen Brief von Kollege Lothar Riemer aus Bayern veröffentlicht, in dem er den Vorwurf der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken aufgreift und darlegt, dass es keinen systematischen Rassismus bei der Polizei gibt. Eigentlich wollten wir das Thema damit zunächst ruhen lassen, doch die Entwicklung in den vergangenen Tagen lässt das Thema und uns Polizisten nicht zur Ruhe kommen.

 

Wie nun bekannt wurde, hatte es am vergangenen Wochenende eine Attacke auf eine Polizeidienststelle in Stuttgart gegeben. Nach einer sogenannten Silent-Demo, die laut Polizeiangaben friedlich verlaufen war, hatten sich einige Teilnehmer, manche Medien berichten von mehreren Hundert, vor einer Polizeiwache (wie wir erfuhren war es das 1. Revier) versammelt.

Offener Brief an Saskia Esken: Ihr Rassismusvorwurf ist ein Schlag ins Gesicht aller Dienst leistenden Sicherheitskräfte

9. Juni 2020 um 18:55
Offener Brief an Saskia Esken: Ihr Rassismusvorwurf ist ein Schlag ins Gesicht aller Dienst leistenden Sicherheitskräfte

Das Bild zeigt Kollege Lothar beim Blauhelmeinsatz in Bosnien mit einem Kollegen aus Ghana.

Sehr geehrte Frau Esken,

nach 41 Jahren Polizeivollzugsdienst gehe ich demnächst in den Ruhestand. Es wurde dabei mehrmals versucht, mich in der Ausübung meines Dienstes umzubringen. Das gehört eben zu unserem Beruf. Ich leistete in der Großstadt genauso Dienst, wie im ländlichen Bereich oder bei der Kriminalpolizei. Habe für die Vereinten Nationen, sowie für das Auswärtige Amt im Ausland mehrmals Dienst geleistet.

Ich war an vorderster Front beim G8, G7, Fußballweltmeisterschaft usw. usw. Ich kann ihnen versichern, weder bei meinen Kollegen mit oder ohne Migrationshintergrund, noch bei meinem polizeilichen Gegenüber spielte die Hautfarbe eine Rolle.

Eine polizeiliche Weihnachtsgeschichte: Ehre ist mehr als nur ein Wort

24. Dezember 2019 um 18:17

Eine polizeiliche Weihnachtsgeschichte: Ehre ist mehr als nur ein WortAls ich im Jahre 1974 ins Police Department eintrat, wusste ich, dass meine Familie bei vielen Festen allein sein würde. Obwohl mir das klar war, machte es die Sache nicht einfacher. Die verpassten Feiern machten mich in den ersten Jahren depressiv und manchmal wurde ich richtig verbittert. Arbeiten an Weihnachten, dass war immer am Schlimmsten.

Am Weihnachtsabend des Jahres 1977 lernte ich jedoch, dass ein Unglück auch mit Segen verbunden sein kann und dass Ehre mehr ist als nur ein Wort.

Ich fuhr gerade meine Solostreife von 16:00 bis 24:00 Uhr und die Nacht war bitterkalt. Überall wohin ich sah, wurde ich an Weihnacht erinnert. Familien packten ihre Fahrzeuge mit Weihnachtsgeschenken. Wundervoll dekorierte Weihnachtsbäume leuchteten aus den Wohnzimmern und die Dachrinnen waren mit kleinen Lichtern beleuchtet. Das alles verstärkte noch meine Feiertagsaversion.

Verschiedene Wege, gemeinsames Ziel: Schützen und Dienen

10. August 2019 um 18:59

Verschiedene Wege, gemeinsames Ziel: Schützen und Dienen

“Als ich mit meinen Polizeischülern die Bayerische Polizeihubschrauberstaffel besuchte, führten wir viele, teilweise sehr persönliche, Gespräche mit den Bordbesatzungen. Dabei wurde mir wieder bewusst, welchen seelischen Belastungen auch meine Kolleginnen und Kollegen in der Luft ausgesetzt sind. Ich spreche nicht vom Flugbetrieb, sondern den Schicksalen, die uns auf der Straße, zu Wasser und eben auch in der Luft belasten.

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