Polizeiseelsorge: Lothar Riemer bereitet Polizeischüler auf die schweren Momente vor

19. Januar 2020 um 12:04 Uhr

Kollege Lothar Riemer kennen einige von euch schon. Wir hatten bereits ein paar Beiträge von ihm und über ihn. Er ist Lehrer an der Polizeischule in Dachau (Bayern). Er hat schon vieles in seinem Berufsleben gesehen, war jahrelang im Streifendienst, bei der Kriminalpolizei und auch im Auslandseinsatz.

Er engagiert sich aber auch in der Polizeiseelsorge und bereitet seine Polizeischüler auf die schweren Momente in ihrem Berufsleben vor. “Der Kopf vergisst nicht, was die Augen gesehen haben”, erklärt er. Sicher, manche Dinge wird man nie vergessen können, aber man kann sie verarbeiten.

Diese Kurzreportage zeigt, was er damit meint.

Auf Streife mit Lothar Riemer: Der Schulranzen

24. November 2019 um 18:53 Uhr

Auf Streife mit Lothar Riemer: Der Schulranzen

“Nieselregen, es dämmert schon – der Herbst von seiner hässlichsten Seite. Die Nachmittagsschicht plätschert dahin. Mein Partner und ich verbreiten Sicherheit in unserem Münchner Revierbereich und fahren einfach so dahin.

Aus dem Augenwinkel, gerade so im Vorbeihuschen, sehe ich ein kleines Mädchen am Straßenrand stehen. Vermutlich war es eher der große Schulranzen, der mir reflektierend auffällt.
‘Halt doch mal an und dreh um. Mit dem kleinen Kind stimmt irgendetwas nicht’, sage ich zu Martin. Schnell wird gewendet und schon kommen wir auf Höhe des Mädchens zum Stehen.

Auf Streife mit Lothar Riemer: Vom Freund zum Feind

31. August 2019 um 18:44 Uhr

Auf Streife mit Lothar Riemer: Vom Freund zum Feind

” ‘Ludwig, da läuft er! Schnell hinterher, sonst verlieren wir ihn’. Mein Streifenpartner tritt auf die Bremse, wendet und versucht dem Schatten zu folgen.

Eigentlich war ich viel zu müde, um noch mal auszurücken. 04:30 Uhr und der Stoffwechsel tendierte auf Null. Doch die Ehefrau in unserer Wache hatte eindringlich auf uns eingesprochen. Ihr Mann, Wolfgang M. hatte Selbstmord angedroht und war in die Nacht verschwunden.

Eine polizeiliche Weihnachtsgeschichte: Ehre ist mehr als nur ein Wort

24. Dezember 2019 um 18:17 Uhr

Eine polizeiliche Weihnachtsgeschichte: Ehre ist mehr als nur ein WortAls ich im Jahre 1974 ins Police Department eintrat, wusste ich, dass meine Familie bei vielen Festen allein sein würde. Obwohl mir das klar war, machte es die Sache nicht einfacher. Die verpassten Feiern machten mich in den ersten Jahren depressiv und manchmal wurde ich richtig verbittert. Arbeiten an Weihnachten, dass war immer am Schlimmsten.

Am Weihnachtsabend des Jahres 1977 lernte ich jedoch, dass ein Unglück auch mit Segen verbunden sein kann und dass Ehre mehr ist als nur ein Wort.

Ich fuhr gerade meine Solostreife von 16:00 bis 24:00 Uhr und die Nacht war bitterkalt. Überall wohin ich sah, wurde ich an Weihnacht erinnert. Familien packten ihre Fahrzeuge mit Weihnachtsgeschenken. Wundervoll dekorierte Weihnachtsbäume leuchteten aus den Wohnzimmern und die Dachrinnen waren mit kleinen Lichtern beleuchtet. Das alles verstärkte noch meine Feiertagsaversion.

Verschiedene Wege, gemeinsames Ziel: Schützen und Dienen

10. August 2019 um 18:59 Uhr

Verschiedene Wege, gemeinsames Ziel: Schützen und Dienen

“Als ich mit meinen Polizeischülern die Bayerische Polizeihubschrauberstaffel besuchte, führten wir viele, teilweise sehr persönliche, Gespräche mit den Bordbesatzungen. Dabei wurde mir wieder bewusst, welchen seelischen Belastungen auch meine Kolleginnen und Kollegen in der Luft ausgesetzt sind. Ich spreche nicht vom Flugbetrieb, sondern den Schicksalen, die uns auf der Straße, zu Wasser und eben auch in der Luft belasten.

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