Fiktive Polizeigeschichte: Einkaufen

11. Oktober 2020 um 12:13

Fiktive Polizeigeschichte: EinkaufenIch habe Feierabend und bin uniformiert auf dem Weg nach Hause. Endlich. Nicht, dass ich meinen Job nicht gerne ausüben würde. Aber irgendwann ist auch mal gut.

Dann klingelt plötzlich mein Handy. “Bitte lass es nicht meine Dienststelle sein”, denke ich. Langsam hole ich es aus der Hosentasche und gucke auf den Display. “Puh”, entweicht es mir, “nur der Wecker.”

Auf dem Display steht die Zeit und in fetten und provokanten Großbuchstaben “EINKAUFEN”. Ich tippe auf den Wecker und schalte ihn aus. “Oh”, sage ich. “Da war Swob aber schlau, dass er in fünf Minuten noch mal einen Wecker fürs Einkaufen gestellt hat. Falls er den Ersten nicht hört.” Ich stelle auch ihn aus.

Fiktive Polizeigeschichte: Prävention leicht gemacht

19. April 2020 um 20:08

Fiktive Polizeigeschichte: Prävention leicht gemachtJede Person treibt etwas an. Für die Einen ist es die Liebe, für die Anderen ist es das Geld.

Für den verletzten Polizisten, der seinen kleinen Zeh Zuhause an dem Türrahmen verletzt hat und nun mit seinem Kollegen im Hauptbahnhof Präventionsarbeit betreibt, ist es die Tatsache, nicht zum polizeiärztlichen Dienst zu müssen. Nicht, dass die Verbeamtung auf Lebenszeit noch auf dem Spiel steht.

Die primäre Arbeit besteht darin, Personen, die ihre Handtaschen offen tragen oder ihre Koffer unbeaufsichtigt stehen lassen, darauf hinzuweisen, dass Taschendiebe leichtes Spiel hätten, würde man nicht besser auf seine Sachen achten.

Fiktive Polizeigeschichte: Sind sie da draußen um eine Katze zu retten?

6. März 2020 um 19:49

Fiktive Polizeigeschichte: Sind sie da draußen um eine Katze zu retten?“ICH LASSE SIE NICHT LOS, WENN SIE NICHT LOSLASSEN!!!”

Ich denke kurz darüber nach, was ich gesagt habe und komme zum Entschluss, dass es nicht die beste Wortwahl war, wenn man bedenkt, dass er springen wollte.
Mist.

Meine Schweißperlen rinnen meinen Arm hinunter. Ich hänge gebeugt über der Fensterbank des offenen Fensters. Ein Mann mit braunen kurzen Haaren, gepflegt aussehendem Bart und einem gut sitzendem, schwarzen Anzug guckt provokant lächelnd an meinem Arm hängend zu mir hoch.
Er steht an einem schmalen Vorsprung eines Mehrfamilienhauses, der sich knapp 2 Meter unterhalb des Fensters, aber immer noch im 4. Stockwerk, befindet.

Fiktive Polizeigeschichte: Der einzige Zeuge

20. Dezember 2019 um 19:11

Fiktive Polizeigeschichte: Der einzige ZeugeDie Tür des Gerichtssaals öffnet sich.
“Herr Swoboda”, sagt eine weiblich klingende Stimme, “Kommen Sie bitte rein.” Ich schlucke noch einmal hörbar, stehe dann auf und durchschreite die hölzernen Türen des höchst hoheitlichen Saales.

Die Augen der Besucher des für die Öffentlichkeit zugängliche Gerichtsverhandlung sind auf mich gerichtet. Die Schweißperlen rinnen meine Haut herunter und fangen an, ein Bild der Situation auf dem hellblauen Hemd meiner Uniform abzuzeichnen.

Dies ist mein erster Gerichtstermin als Polizist. Es geht um ein Delikt, das nur ich bei der Ausführung beobachtet habe.

Fiktive Polizeigeschichte: Verrückter Schweinehund

16. November 2019 um 19:03

Fiktive Polizeigeschichte: Verrückter SchweinehundIch sitze zuhause auf der Couch und zappe geistesabwesend von Programm zu Programm. Was ich gucken will? Ich habe keine Ahnung.
Plötzlich kommt Leon herein gestürmt.

Er öffnet kurz seine Augen und schließt sie dann wieder unbeeindruckt. Ein Bullenschwein müsste man sein.

“Was machst du gerade?”
“Sieht man doch”, sage ich, “ich gucke TV.”

Leon geht vor mir vorbei, zum Fenster und schiebt vorsichtig den weißen Vorhang zur Seite.

“Und, was läuft.”

“Ich weiß nicht so genau”, sage ich. “Irgendeine Mischung aus einer Doku von Donald Trump, dem Film ‘Der Soldat James Ryan’ und ‘The Day After Tomorrow’.”

Fiktive Polizeigeschichte: Blackbeer(t)

10. November 2019 um 18:57

Fiktive Polizeigeschichte: Blackbeer(t)Heute zu Dienstbeginn erwartete mich und meine Kollegen eine Überraschung. Wir haben einen Satz neue Uniformen bekommen.

Der Haken: Die Uniformteile sind bespickt mit Logos von mehr oder minder bekannten Marken. Dies sei eine gute Möglichkeit, das geringe Gehalt aufzustocken. Man müsse nur bei den polizeilichen Maßnahmen einen Werbespruch einer Marke aufsagen.

“Nicht nur, dass das Grundgesetz mit Füßen getreten und unsere Uniform verschandelt wurde. Unser Auto mussten die auch noch mit prostituieren.”

Beim Besteigen des Funkwagens habe ich mich wieder gefühlt, wie ein Kind, dass zwecks regionalem Fußball- Auswärtsspiel in den mit Sponsoren zugespickten Sprinter steigt.

Fiktive Polizeigeschichte: Wie im Zoo!

2. November 2019 um 20:16

Fiktive Polizeigeschichte: Wie im Zoo!Ein frisch ausgebildeter Kollege und ich laufen auf einem Berliner Volksfest Streife. Dort sollen wir für Recht und Ordnung, vor allem aber auch für ein höheres Sicherheitsgefühl der Gäste sorgen.

Wir schlendern einmal an den Fressbuden, Karussellen und Verkaufsständen vorbei und kommen dann wieder an einem der Haupteingänge an.

Dann stellen wir uns an die Seite und beobachten die herein und heraus laufenden Menschenmassen.

“Weißt du, was mich total nervt?”. fragt mein Kollege.

“Ne”, sag ich. “Was denn?”

“Dass einen alle Menschen beobachten, wenn man Uniformiert ist.”

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