Auf Schuld folgt Unschuld: Angeklagter freigesprochen – Polizist trägt bleibende Schäden davon

11. November 2019 um 19:24 Uhr

Auf Schuld folgt Unschuld: Angeklagter freigesprochen - Polizist trägt bleibende Schäden davonEs ist der Grundsatz eines Rechtsstaates, dass niemand, der einer Tat nicht zweifelsfrei überführt werden kann, dafür auch nicht bestraft werden kann. Dennoch wird man bei dem folgenden Fall das Gefühl nicht los, es mit einer Justizposse zu tun zu haben.

Rückblick

Der Vorfall liegt nun schon vier Jahre zurück. Im August 2015 kam es im niedersächsischen Meckelfeld auf dem Dorffest zu einer Schlägerei, zu der die Polizei gerufen wurde. Ein damals 31-jähriger Polizist war einer der Ersten am Einsatzort und wurde von einem Mann unvermittelt geschlagen, so dass der Polizist zu Boden ging und mit dem Kopf auf dem Asphalt aufschlug.

Der Fall Hauptbahnhof Hannover: Bundespolizist teilweise schuldig gesprochen und aus dem Dienst entfernt

28. Oktober 2019 um 20:06 Uhr

Der Fall Hauptbahnhof Hannover: Bundespolizist teilweise schuldig gesprochen und aus dem Dienst entferntDer Fall hatte 2015 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Es wurde viel spekuliert, ohne Einzelheiten zu wissen. Wir hatten uns damals in einem Statement dazu geäußert und aufgerufen, die Ermittlungen erst einmal abzuwarten. Nun scheint der Fall juristisch beendet worden zu sein.

Die Vorwürfe wogen schwer. Ein Bundespolizist soll in einer Zelle am Hauptbahnhof Hannover einen 19-jährigen Flüchtling aus Afghanistan misshandelt haben. Es wurde von Schlägen und Demütigungen berichtet. Angeblich soll er dem Gefangenen auch vergammeltes Schweinefleisch eingeflößt haben.

Dann soll der Beamte ein Foto mit seinem Handy gemacht haben, auf dem der Flüchtling mit schmerzverzerrtem Gesicht zu sehen war. Dieses Bild soll der Polizist dann in eine Whatsapp-Gruppe geteilt und sich herablassen bzw. ausländerfeindlich darüber geäußert haben.

Legalitätsprinzip? Gericht macht Polizisten für Anzeige haftbar

19. Oktober 2019 um 19:17 Uhr

Legalitätsprinzip? Gericht macht Polizisten für Anzeige haftbarEs gibt manchmal Gerichtsurteile, die einen einfach nur ratlos zurück lassen. Dabei möchten wir nicht behaupten, das Gericht hätte eine falsche Entscheidung getroffen, denn es bleiben einfach zu viele Fragen offen. Dazu später mehr.

Der Fall

Ein Polizist in Thüringen, zivil und privat unterwegs, erkennt einen Mann, der nicht im Besitz eines Führerscheins ist und dennoch ein Fahrzeug führt. Da der Polizist dem Tatverdächtigen nicht folgen kann, versetzt er sich in den Dienst und erstattet er Anzeige wegen das Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Ganz offenbar gab es während der Ermittlungen und auch danach, bis zum Hauptverhandlungstermin, keinerlei Ungereimtheiten, die entweder innerhalb der Polizei oder bei der Staatsanwaltschaft dazu geführt hätten, den Vorfall oder die Sachverhaltsschilderung in Frage zu stellen, so dass die Staatsanwaltschaft vor dem Amtsgericht in Sonneberg Anklage erhob.

Polizisten im Dienst steht das Recht am eigenen Bild zu: Polizistin erhält Schadenersatz für unberechtigte Filmaufnahme

24. September 2019 um 20:00 Uhr

Polizisten im Dienst steht das Recht am eigenen Bild zu: Polizistin erhält Schadenersatz für unberechtigte FilmaufnahmeGrundsätzlich hat jeder das Recht am eigenen Bild, was bedeutet, dass jeder für sich selbst entscheiden kann, ob, wie, wann und wo er auf einem Foto oder in einem Video abgelichtet wird. Es gibt bestimmte Ausnahmen, aber soweit der Grundsatz, auf den sich auch Polizisten im Einsatz berufen können.

So urteilte jedenfalls Anfang September das Landgericht (LG) Darmstadt, weil eine Polizistin gegen eine unberechtigte Filmaufnahme geklagt hatte. Die Beamtin befand sich am 13. April 2018 in einem Polizeieinsatz und während sie dort eingesetzt war, hatte jemand Filmaufnahmen von ihr angefertigt.

Petition: Wiederherstellung der bundeseinheitlichen Besoldung

13. September 2019 um 12:08 Uhr

Bis zum Jahr 2006 war es in Deutschland so, dass jeder Beamte in derselben Besoldungsgruppe zumindest beim Grundgehalt dasselbe von seinem Dienstherrn ausgezahlt bekam. Zulagen und andere Leistungen waren den Ländern überlassen.

Seit 2006 hat der Bund die Besoldungshoheit durch die Föderalismusreform den Ländern übertragen und so ging jedes Bundesland seinen eigenen Weg. Was der Föderalismus mit den Beamtengehältern getrieben hat, lässt sich regelmäßig nachlesen. Die Einkommensschere ist weit auseinander gegangen, Polizisten aus ärmeren Bundesländern wechseln in reichere, die ein besseres Gehalt zahlen.

Bereits 2016 hatte, wie wir berichteten, das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) eine Grundsatzentscheidung gegen verfassungswidrige Unteralimentation getroffen und festgelegt, welche Rahmenbedingungen erfüllt sein müssen, damit eine Besoldung noch verfassungskonform ist.

Onlineplattform: Kommissaranwärter wollte Funkgerät verkaufen

10. September 2019 um 19:00 Uhr

Onlineplattform: Kommissaranwärter wollte Funkgerät verkaufenEin Polizeikommissaranwärter aus dem Saarland wollte auf einer Onlineplattform ein Funkgerät der Polizei verkaufen. Das bestätigte vergangene Woche das Innenministerium des Saarlandes.

Aufgefallen war das zwielichtige Angebot zunächst Ermittlern aus Sachsen, woraufhin die Staatsanwaltschaft Dresden die Ermittlungen übernahm. Wie sich dabei herausstellte, stammt der Anbieter aus dem Kreis St. Wendel im Saarland.

Tödlicher Schuss beim Einsatztraining: Ex-Polizist zu Bewährungsstrafe verurteilt

4. September 2019 um 20:43 Uhr

Tödlicher Schuss beim Einsatztraining: Ex-Polizist zu Bewährungsstrafe verurteiltEnde November 2018 berichteten wir euch von einem Vorfall in Bonn (Nordrhein-Westfalen). Nach einem Einsatztraining im dortigen Polizeipräsidium hatte sich aus einer Waffe ein Schuss gelöst und das Projektil hatte einen 23-jährigen Polizisten getroffen. Der Beamte kam in ein Krankenhaus, wo er Mitte Dezember seinen Verletzungen erlag. In einer bewegenden Trauerfeier war Julian Rolf im Kreise der Familie und den Kollegen beigesetzt worden.

Der Vorfall wurde nun juristisch vom Landgericht (LG) Bonn bewertet. Drei Verhandlungstage später wurde am vergangenen Montag das Urteil verkündet. Doch die Beweisaufnahme konnte nicht vollständig aufklären, warum es zu der tödlichen Schussabgabe gekommen war.

Mordversuch: Zwei Polizistinnen versuchten Polizisten mit Überdosis zu töten – Untersuchungshaft

23. August 2019 um 12:11 Uhr

Mordversuch: Zwei Polizistinnen versuchten Polizisten mit Überdosis zu töten - UntersuchungshaftMordversuch unter Kollegen, über eine solche Tat mussten wir noch nicht berichten, doch soll sich Anfang dieses Jahres genau das zugetragen haben. Zwei Frauen und ein Mann sind die Protagonisten dieses Vorfalles, wobei die Frauen die Tatverdächtigen sind und der Mann das Opfer. Und allesamt sind sie Polizeibeamte.

Wie die Staatsanwaltschaft Tübingen (Baden-Württemberg) vorgestern mitteilt, habe sie Ende Juli 2019 Anklage wegen gemeinschaftlichen versuchten Mordes gegen zwei Frauen erhoben. Demnach sollen die 40 und 42 Jahre alten Frauen am 16. Februar 2019 versucht haben, den Ehemann der 40-Jährigen mit einer Überdosis Medikamenten zu töten.

Obergerichtliches Urteil: Flucht vor Polizei kann illegales Fahrzeugrennen sein

21. August 2019 um 19:30 Uhr

Obergerichtliches Urteil: Flucht vor Polizei kann illegales Fahrzeugrennen seinDen sogenannten Rennparagrafen gibt es erst seit zwei Jahren, doch es ist mittlerweile schon so manche Gerichtsentscheidung getroffen worden und manch einem dürften die Augen aufgegangen sein. Denn ein Irrglaube ist weit verbreitet: Entgegen landläufiger Meinung kann man auch ganz alleine ein Rennen fahren – auch dann, wenn man vor der Polizei flüchtet.

Der Fall

Am 1. Mai 2018 wollte eine Streifenwagenbesatzung nachts gegen 4 Uhr in Lichtenstein (Baden-Württemberg) ein Fahrzeug kontrollieren und gab Haltesignale. Der Fahrer gab jedoch Gas und die Polizisten nahmen mit Blaulicht, Martinshorn und Haltezeichen die Verfolgung auf.

Reportage: Im Namen des Volkes – Justiz vor dem Kollaps?

19. Juli 2019 um 19:57 Uhr

Immer wieder berichten wir von Justizentscheidungen, die uns ratlos zurück lassen. Dabei ist es egal, ob es die Staatsanwaltschaften oder die Gerichte betrifft. Doch woran liegt das?

Wie die Polizei leidet auch die Justiz an chronischem Geldmangel, Personalmangel und schlechter Ausstattung. Selbst wenn die meisten Menschen in der Justiz bemüht sind, gute Arbeit zu leisten, haben sie oft einfach keine andere Wahl, als ressourcenschonend zu arbeiten. Auch wenn die Justizministerien das anders sehen (wollen), täuscht es nicht darüber hinweg, dass hier einiges im Argen liegt.

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