Auf Streife mit Lothar Riemer: Er

18. Dezember 2021 um 19:55

Auf Streife mit Lothar Riemer: ErEr fühlte sich nicht wohl und wäre lieber zu Hause geblieben. Aber seine Frau freute sich schon seit Wochen auf den gemeinsamen Einkaufsbummel in München. Er hatte etwas Schuldgefühle ihr gegenüber und wollte nicht noch ein Wochenende der Spielverderber sein. Was war da schon dagegen das Ziehen in der Brust.

Der Polizist wird durch einen Funkspruch unterbrochen. „Isar 41/72, bitte begeben sie sich zum Bahngleis 23. Dort liegt eine bewusstlose Person. Ein Sanitäter der Bahnhofsmission ist auch verständigt.“

Er war froh, als der Zug in den Hauptbahnhof einfuhr. Die Beklemmung, Übelkeit und der Druck auf der Brust waren fast unerträglich. Er würde am Bahnhof erst mal tief durchatmen und mit ihr einen Kaffee trinken.

Die positive Geschichte von Sandra: „Passen sie bitte gut auf sich auf!“

26. November 2021 um 18:49

Die positive Geschichte von Sandra: "Passen sie bitte gut auf sich auf!"

„Diese Worte sind erst ein paar Stunden her und an sich eigentlich nicht sonderlich spektakulär. Oder doch? Immerhin haben sie mich, als ich sie gehört habe in einer Art sprachlos werden lassen, die auf gewisse Weise immer noch anhält.

Eigentlich war ich nur schnell etwas zu trinken kaufen, in voller Montur. Wie das eben so ist im Dienst. Schnell das Trinken geschnappt, ich wusste ja was ich will. Schnell muss es am Besten immer gehen.

Manchmal erntet man sogar noch verstohlene Blicke von Leuten, wie man sich nur etwas zu essen oder trinken kaufen kann. Dabei sind wir auch nur Menschen. Dennoch erlebt man es gerade auch beim Einkaufen öfter, dass einen manche Bürger an der Kasse vorlassen, wenn sie einen so da stehen sehen, mit z.B. einer Schüssel Salat in der Hand.

„Festnahme“ der besonderen Art: Heiratsantrag beim Festnahmetraining

23. November 2021 um 18:09

"Festnahme" der besonderen Art: Heiratsantrag beim Festnahmetraining

Bild: Kees Jongh, Secretary General IPA the Netherlands

In der aktuellen Lage gibt es – zumindest gefühlt – kaum gute Nachtrichten. Umso wichtiger ist es, dass auch über die schönen Dinge des Lebens berichtet wird und eine solche Geschichte möchten wir nun mit euch teilen.

 

Kollege Luuk (Polizei Niederlande) war 2019 Student der dortigen Polizeiakademie und er lernte im Rahmen eines Praktikums Kollegin Loeky kennen, die zu diesem Zeitpunkt Nachbarschaftsbeamtin in Venlo war. Beide arbeiteten bei einem Projekt zusammen und schnell verliebten die beiden sich ineinander.

Auf Streife mit Michael Birkhan: Sarah

23. Oktober 2021 um 20:04

Auf Streife mit Michael Birkhan: SarahWir möchten ungern spoilern, müssen jedoch darauf hinweisen, dass es beim folgenden Einsatzbericht um Kindesmissbrauch und weitere Straftaten geht. Zart besaitete sollten, auch wenn keine Details genannt werden, an dieser Stelle bitte nicht weiterlesen.

 

 

Als Sarah mit ihrer Mutter die Wache betrat, blickten ihre braunen Augen schüchtern nach unten. Verlegen spielte die Kleine mit ihren blonden Locken.

Die Mutter sprach leise und mit bebender Stimme. „Ich muss etwas melden. Ich ..äh.. will eine Anzeige gegen meinen Bruder erstatten. Es geht um meine Tochter.“ Danach brach sie in Tränen aus.

Mit den Kollegen auf Streife: Der Vogel-Mann (von Christiane)

9. Oktober 2021 um 18:31

Mit den Kollegen auf Streife: Der Vogel-Mann (von Christiane)Jahrelang bin ich in einer der weniger schönen Ecken unserer Stadt Funkwagen gefahren. Ich habe unzählige traurige, erschreckende und absonderliche Dinge gesehen.

Zu den wunderlichen Dingen gehört der Vogel-Mann. Morgens um halb fünf werden wir in die A-Straße geschickt, weil sich Mieter durch einen Mann auf der Straße gestört fühlen. Als wir ankommen sehen wir einen etwa 50-jährigen dünnen Mann mit Halbglatze auf dem Bürgersteig.

Wir steigen aus und fragen ihn ob er angerufen hat. Daraufhin pfeift er fröhlich ein Lied. Während er pfeift meine ich den Refrain von ‚I will follow him‘ zu erkennen. Ich hab schon neun Stunden Dienst hinter mir, um sechs ist Feierabend.

Klingt zwar logisch, ist aber unglaubwürdig

25. September 2021 um 11:50

Klingt zwar logisch, ist aber unglaubwürdig

Gedanken einer Polizistin: …unseren täglich Dienst gib uns heute…

10. September 2021 um 19:36

Leserbrief: „…unseren täglich Dienst gib uns heute...“

„Es war mal wieder so ein Tag, an dem man besser mit dem Ar*** (ihr wisst schon, was) im Bett geblieben wäre!

Arzttermin nicht geschafft, Stress in der Spätschicht, nachmittags rief der Ehemann an, sein Auto wäre schon wieder in der Werkstatt, komische Einsätze, etc.

Wieder Kollegen krank, wieder wurde der Dienstplan umgeworfen. Hinzu kam, daß ‚Cheffe‘ sich wieder über jeden Mist aufregte – hat er wieder von ‚oben‘ böse Sprüche bezüglich unserer schwindenden sog. ‚TÄT-Zahlen‘ bekommen?

Gedanken eines Polizisten: Mein persönliches 25-Jähriges, innerlich wie äußerlich zerknittert

4. September 2021 um 19:43

Gedanken eines Polizisten: Mein persönliches 25-Jähriges, innerlich wie äußerlich zerknittert

„Mein Schichtumlauf beginnt mit einem Spätdienst. Wochen vorher hatte ich eine Einladung erhalten. Mein Direktionsleiter lädt zur Urkundenübergabe ein, zum 25jährigen. Dazu soll ich eine Stunde früher da sein.

Wir sitzen im lockeren Rahmen im Büro des Dienststellenleiters zusammen. Neben mir bekommen noch zwei Kolleginnen ihre Urkunde ausgehändigt. Sie haben ihre Kinder mitgebracht, es sind Ferien. Direktion- und Dienststellenleiter wechseln sich in ihrer Rede ab. Es geht um Personalmangel, Geldmangel… Während der Dienststellenleiter resümiert, was es im Einstellungsjahr für wichtige Ereignisse gab (Gorbi, Wiedervereinigung, Take That wurde gegründet!), schweifen meine Gedanken ab. Ich schaue auf das Einladungsschreiben, welches vor ihm liegt und erst hier fällt mir etwas auf:

Berührender Einsatz vor 10 Jahren: „Du hast mein Leben gerettet“

4. August 2021 um 12:28

Heute ist etwas passiert, was mir nach 26 Jahren bei der Polizei noch nicht oft passiert ist. Der 11-jährige Mattis kam zu mir auf die Polizeiwache in Winsen (Luhe). „Du hast mir das Leben gerettet, als ich ein Baby war!“ hat Mattis zu mir gesagt.

Ich erinnere mich noch an den Tag. Es muss gut 10 Jahre her sein. Mein Kollege und ich fuhren gerade Streife durch die Stadt als wir den Einsatz bekamen. „Einweisung des Rettungshubschraubers“ war unser Einsatzbefehl, ergänzend kam über Funk „Säugling mit Atemstillstand!“.

Gedanken beim Einsatz in Erftstadt: Was seid ihr für Menschen?

24. Juli 2021 um 19:54

Gedanken beim Einsatz in Erftstadt: Was seid ihr für Menschen?

„Ihr kommt nicht um zu helfen, um mit anzupacken. Ihr kommt nicht um Geld, Sachgüter oder Trost zu spenden. Ihr kommt um zu GAFFEN.

Mit Euren Autos versperrt ihr dringend benötigte Rettungs- und Zufahrtswege. Ihr steht mitten auf der Fahrbahn, auf Gehwegen, Grünstreifen, auf Verkehrsinseln und auch gern mitten vor der Absperrung auf der Straße, Hauptsache nah dran! Denn wer möchte schon weit laufen, wenn er extra den ganzen Weg angereist kommt zum Gaffen. Hauptsache Ihr bleibt in Eurer Komfortzone.

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