Gedanken eines Polizisten: Trotz Kontaktverbot nehmen es einige in Kauf, sich, andere und uns zu gefährden

26. März 2020 um 19:26 Uhr

Gedanken eines Polizisten: Trotz Kontaktverbot nehmen es einige in Kauf, sich, andere und uns zu gefährden

Hallo an alle die dies nun lesen mögen.

Ich bin Polizist in Nordrhein-Westfalen. Welche Dienststelle ich nunmehr fast täglich aufsuche spielt keine Rolle, da es denke ich vielen, wenn nicht sogar allen Kollegen und Kolleginnen, gleich ergeht.

Seit Anfang diesen Jahres ist bekannt, dass sich der Coronavirus stark und rasant verbreitet hat und wir sogar einen Aufruf der Bundeskanzlerin verfolgen konnten. In diesem Aufruf wird an die Menschlichkeit appelliert. Soweit so gut.

Kommen wir zu dem täglichen Dienstgeschehen, welches auf den Straßen unverändert vonstatten geht.

Lkw rammt Streifenwagen: Warum halten sich die Leute nicht an die Verkehrsregeln?!

24. Februar 2020 um 21:07 Uhr

Lkw rammt Streifenwagen: Warum halten sich die Leute nicht an die Verkehrsregeln?!

Das Bild stammt von der Autorin.

In der vergangenen Nacht kam es zu einem Lkw-Unfall auf der A8 bei Pforzheim, den eine Streife der Autobahnpolizei absicherte. Hiernach rammte ein weiterer Lkw den absichernden Streifenwagen und verletzte zwei Polizisten. Hierzu haben wir die folgende Zuschrift einer Kollegin erhalten:

“⛔ES REICHT⛔ MOVE OVER ⛔

Heute Nacht gab es einen Verkehrsunfall zwischen einem Sattelzug und einem Streifenwagen. Die Streife sperrte zwei von drei Fahrstreifen, da diese durch einen anderen Unfall auf der Gegenseite verunreinigt waren. Eine Kollegin wurde verletzt.

WAS ist bitte so schwer daran, als Verkehrsteilnehmer, sein Hirn einzuschalten? Blaues oder gelbes Blinklicht heißt: GESCHWINDIGKEIT REDUZIEREN! Wir stellen uns NICHT aus Langeweile auf die Fahrbahn!

Mit den Kollegen auf Streife: Was mich zu Tränen rührt

10. Januar 2020 um 19:34 Uhr

Mit den Kollegen auf Streife: Was mich zu Tränen rührt

“Ich muss euch mal was schreiben, was mich heute tief im Dienst bewegt hat.

Ich, seit 36 Jahren im Polizeidienst, stand mit meiner etwas jüngeren Kollegin auf einem Parkplatz in der Nähe zur Hauptstadt. Wir haben uns eine Zigarette gegönnt, in der Hoffnung nicht gleich wieder von irgend jemand angesprochen zu werden, warum er das letzte Knöllchen erhalten habe.

Eine polizeiliche Weihnachtsgeschichte: Ehre ist mehr als nur ein Wort

24. Dezember 2019 um 18:17 Uhr

Eine polizeiliche Weihnachtsgeschichte: Ehre ist mehr als nur ein WortAls ich im Jahre 1974 ins Police Department eintrat, wusste ich, dass meine Familie bei vielen Festen allein sein würde. Obwohl mir das klar war, machte es die Sache nicht einfacher. Die verpassten Feiern machten mich in den ersten Jahren depressiv und manchmal wurde ich richtig verbittert. Arbeiten an Weihnachten, dass war immer am Schlimmsten.

Am Weihnachtsabend des Jahres 1977 lernte ich jedoch, dass ein Unglück auch mit Segen verbunden sein kann und dass Ehre mehr ist als nur ein Wort.

Ich fuhr gerade meine Solostreife von 16:00 bis 24:00 Uhr und die Nacht war bitterkalt. Überall wohin ich sah, wurde ich an Weihnacht erinnert. Familien packten ihre Fahrzeuge mit Weihnachtsgeschenken. Wundervoll dekorierte Weihnachtsbäume leuchteten aus den Wohnzimmern und die Dachrinnen waren mit kleinen Lichtern beleuchtet. Das alles verstärkte noch meine Feiertagsaversion.

Auf Streife mit Lothar Riemer: Der Schulranzen

24. November 2019 um 18:53 Uhr

Auf Streife mit Lothar Riemer: Der Schulranzen

“Nieselregen, es dämmert schon – der Herbst von seiner hässlichsten Seite. Die Nachmittagsschicht plätschert dahin. Mein Partner und ich verbreiten Sicherheit in unserem Münchner Revierbereich und fahren einfach so dahin.

Aus dem Augenwinkel, gerade so im Vorbeihuschen, sehe ich ein kleines Mädchen am Straßenrand stehen. Vermutlich war es eher der große Schulranzen, der mir reflektierend auffällt.
‘Halt doch mal an und dreh um. Mit dem kleinen Kind stimmt irgendetwas nicht’, sage ich zu Martin. Schnell wird gewendet und schon kommen wir auf Höhe des Mädchens zum Stehen.

Mit den Kollegen auf Streife: Ein lauwarmer Sommerabend, der meine Handeln veränderte

8. November 2019 um 19:17 Uhr

Mit den Kollegen auf Streife: Ein lauwarmer Sommerabend, der meine Handeln veränderte

“Es war ein Tag im Juli 2015, ein Sommertag wie jeder andere, dachte ich, als ich die Haustür verließ und zur Arbeit fuhr. Dass dieser Tag ein Tag werden würde, der mein Leben und Handeln als Polizist nachhaltig verändern würde, konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht im Geringsten ausmalen.

Ich war Kommissaranwärter (Polizist in der Ausbildung), hatte einige Tage zuvor meine praktische Abschlussprüfung bestanden und durfte somit als zweiter Mann alleine mit meinem Ausbilder arbeiten.

Es war kurz vor dem Feierabend. Wir waren bereits auf der Wache, als es hieß, dass es einen lauten Knall an einem Bahnhof gegeben habe. Nun höre man Schreie und glaube, dass jemand an die Oberleitung gekommen sei. Wir liefen zum Streifenwagen und fuhren in Richtung des Bahnhofs.

Mit den Kollegen auf Streife: Ein kurioser Einbruch

11. Oktober 2019 um 18:32 Uhr
Mit den Kollegen auf Streife: Ein kurioser Einbruch

Bild und Text stammen von Kollege Ludwig.

“Manchmal gibt es Einsätze, die überraschen doch immer wieder, egal wie lange man den Job schon macht.
Ich hatte kürzlich einen solchen Einsatz, der in meinen bisherigen 8 Jahren einmalig ist.

Ich wurde heute zusammen mit meiner Kollegin zu einem Gartengrundstück gerufen, zu dem sich ein Unbekannter in der vorherigen Nacht unberechtigten Zugang verschafft hatte – soweit erstmal nichts Ungewöhnliches.

Als wir ankamen, staunten wir jedoch nicht schlecht, als der Mitteiler auf die Frage, was passiert sei, antwortete: ‘…gestohlen wurde nichts, aber uns hat jemand etwas gebracht…’ Das ältere Ehepaar führte uns durch ihr Gartengrundstück zu ihrer Gartenlaube.

Gedanken eines Polizisten: Stellt euch folgende Situation vor

20. September 2019 um 19:19 Uhr

Gedanken eines Polizisten: Stellt euch folgende Situation vor

“Der hier geschilderte Sachverhalt ist frei erfunden.

Freitag, 22:00 Uhr:

Meldung einer Auseinandersetzung mit Maßkrügen auf einem Volksfest in Deutschland. Eine Gruppe von mindestens 10 Beamten macht sich beschleunigt auf den Weg ins Zelt. Kein einfacher Gang, da der Großteil der Besucher dem Alkohol gut zugesprochen hat und Sprüche im Sekundentakt kommen.

Vor Ort eine Person blutend am Boden liegend, der Aggressor wurde durch die private Sicherheit am Eingang festgesetzt. Eine Gruppe der Beamten nimmt den Beschuldigten vorläufig fest. Und schon geht es los.

Gedanken eines Polizisten: Von Unbeteiligten im Einsatz angegriffen worden – Das Grundvertrauen in uns wird ausgehöhlt

13. September 2019 um 18:52 Uhr

Gedanken eines Polizisten: Von Unbeteiligten im Einsatz angegriffen worden - Das Grundvertrauen in uns wird ausgehöhltHeute vor einer Woche veröffentlichten wir die Gedanken von Kollegin Mia Meine Arbeit, nicht deine! Lass mich meinen Job machen. Diese Zeilen sind von dem ein oder anderen falsch verstanden worden, denn es ging Mia nicht darum, dass polizeiliches Handeln nicht transparent und nachvollziehbar sein sollte.

Worum es ihr ging, das beschreibt ein Kollegen mit seinen folgenden Zeilen, der sich genau auf das Kernthema von Mias Gedanken bezieht:

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“Noch nie war ein Artikel treffender und vom Timing her so gut, wie der Beitrag von Mia.

Es ist gerade einige Nachtdienste her, in denen wir (mal wieder) in die gleiche Situation kamen. Nur dass unser Versuch, eine beginnende Schlägerei zu schlichten und die Kontrahenten zu trennen, nachdem sie auf Ansprache nicht reagierten, nicht nur damit endete, dass wir am Ende gegen beide Personen vorgehen mussten, weil sie sich gegen uns solidarisierten, sondern sich auch noch Unbeteiligte einmischten, um den beiden, die sich eigentlich untereinander prügeln wollten, nun gegen die Einsatzkräfte zu helfen.

Gedanken von Mia (Polizistin): Meine Arbeit, nicht deine! Lass mich meinen Job machen

6. September 2019 um 18:35 Uhr

Gedanken von Mia (Polizistin): Meine Arbeit, nicht deine! Lass mich meinen Job machenUnsere Kollegen Mia von Tagebuch einer Polizistin hat ihre Gedanken zu etwas niedergeschrieben, was wir Polizisten immer wieder erleben. Etwas, was man eigentlich nicht verstehen kann und was in den vergangen Jahren immer häufiger wurde. Aber lest selbst:

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Meine Arbeit. Nicht deine.

Nehmen wir an du bist Tischler. Sage ich dir, wie du deinen Job zu machen hast? Nein. Weil du der Profi bist. Nicht ich.

Und nun andersrum: Wenn du zum Ort kommst, ich mit einer Person am Boden liege… Diese Person hat Handfesseln dran und ich fixiere sie. Wieso sagst du mir, ich soll die Person in Ruhe lassen? Wieso sagst du, ich würde der Person unrecht tun? Wieso behauptest du, meine Maßnahme wäre falsch?

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