Mit den Kollegen auf Streife: Tino (von Christiane)

23. Januar 2021 um 20:24

Mit den Kollegen auf Streife: Tino (von Christiane)

“Wir fahren Streife. Es ist absolut gar nix los in unserem Bereich. Und auf dem Fußgängerüberweg an Straße Q liegt er dann. Tino. Die Füße noch halb auf der Fahrbahn. Links und rechts Einkaufstüten. Vorbei fahren is nicht. Also raus aus dem Auto.

Was ist hier los? Tino ist Alkoholiker und empfängt Harz4. Seine Füße sind… kaputt? Nett ausgedrückt. Und jetzt schafft er es nicht mehr in seine Wohnung. Na gut. Tüten in unser Auto. Tino unter mein Arm geklemmt.

Gedanken einer Polizistin: Einsatz in Zeiten von Corona

2. Januar 2021 um 18:54

Gedanken einer Polizistin: Einsatz in Zeiten von Corona

“Ich bin Polizistin in Wien und wir arbeiten Tag täglich mit den verschiedensten Menschen zusammen. Zu Anfangs haben wir täglich normale OP-Masken (max. 2 Stück am Tag pro Person) bekommen. Nach 15-30 Minuten konnte man die Maske, wie jeder wahrscheinlich weiß, wegwerfen. Das oft längere Reden, jemandem nach laufen, oder etwa Außeneinwirkung, macht die Masken einfach nach einer Zeit ekelhaft. Zudem haben wir 1 Desinfektionsmittel für die Hände bekommen – mehr nicht. (Mittlerweile haben wir zumindest 3 zusätzliche Stoffmasken und 2 FFP2 Masken bekommen, noch immer kein persönliches Desinfektionsmittel).

Wir arbeiten nicht nur täglich mit fremden Menschen, die wir angreifen müssen, die uns ab und an auch bespucken, anhusten, in deren Wohnung wir müssen, sondern arbeiten auch mit unseren Kollegen zusammen. Wir fahren im Funkwagen mit ihnen und arbeiten auf der Dienststelle nebeneinander.

Auf Streife mit Michael Birkhan: Weihnachten

19. Dezember 2020 um 19:37

Auf Streife mit Michael Birkhan: WeihnachtenWolfgang blickte und traurig an. Der Obdachlose hatte eingerollt in eine Decke die Nacht in unserer Zelle verbracht. „Kann ich nicht noch hier bleiben? Ich weiß nicht wo ich hin soll. Draußen ist es eisig kalt. Bei Euch ist es schön warm.“

Für die Verlierer unserer Gesellschaft waren die Auffangstationen – wie so oft – restlos überfüllt. Auch wenn es nicht ganz der Vorschriften entsprach, mit seinen durchlöcherten Schuhen schickten wir ihn nicht in den Schneeregen.

„Ok, leg dich wieder hin. Klingele wenn Du hier raus möchtest. Sollten wir die Zelle allerdings benötigen, dann musst Du Dein Domizil räumen.“ Wolfgang strahlte uns an. Er wickelte sich in die Decke und schlief sofort wieder ein.

Gedanken einer Polizistin: Manches kriegt man weggepackt, manche Ängste bleiben

12. Dezember 2020 um 19:03

Gedanken einer Polizistin: Manches kriegt man weggepackt, manche Ängste bleiben10.12.2015

Habe Nachtdienst, kurz vor Feierabend, in den frühen Morgenstunden eine Nachricht in einer Whatsapp-Gruppe – ein Abschiedsbrief.

Fünf Minuten später vor Ort ein toter Kollege und seine Frau, ebenfalls tot. Zwei kleine Kinder, unverletzt.

Ich könnte nun erzählen, wie traurig es mich macht, dass er nicht mehr da ist.

Oder wie wütend, dass er seine Frau getötet hat.

Oder wie fassungslos, dass die beiden Mädchen ohne Eltern aufwachsen müssen, in der Gewissheit, dass ihr Vater dafür verantwortlich ist.

Auf Streife mit Michael Birkhan: Händchen halten

5. Dezember 2020 um 18:40

Auf Streife mit Michael Birkhan: Händchen haltenWeihnachten vor vielen Jahren. Der Spätdienst gestaltete sich arbeitsintensiv. Aufgrund plötzlich einsetzenden Blitzeises, kam es im Minutentakt zu Verkehrsunfällen. Die Bremer Streifenwagen waren noch mit Sommerreifen ausgestattet. Die Kollegen schlitterten daher von Einsatz zu Einsatz.

Im Zellentrakt randalierte ein betrunkener Zechpreller und am Wachtresen standen die Telefone nicht still. Mein Streifenpartner Jürgen und ich konnten nicht unterstützend eingreifen.Die Abarbeitung einer wechselseitigen Körperverletzung verlangte unsere ganze Aufmerksamkeit.

“So muss sich die Hölle anfühlen”: Wiener Polizist berichtet von seinem Anti-Terroreinsatz

16. November 2020 um 19:38

Am 2. November fand der Terroranschlag in Wien (Österreich) mit vier Toten und 24 Verletzten statt. Eine Stadt wurde in Angst und Schrecken versetzt. Anwohner wie Passanten hatten Angst um ihr Leben, Angehörige bangten lange um ihre Lieben, bis die zumeist erlösende Nachricht kam.

Wie aber erging es den Polizisten, die eingesetzt waren, den Terroristen zu stoppen? Was dachten, was fühlten sie? Und wie empfanden sie die Begegnung mit dem Terroristen? Darüber gibt das Interview des 49-jährigen Gruppeninspektors Christian H. Aufschluss. Ein Auszug:

Buchvorstellung: Der nächste Einsatz: Geschichten aus dem Streifenwagen

2. Oktober 2020 um 11:46

Buchvorstellung: Der nächste Einsatz: Geschichten aus dem StreifenwagenWer würde nicht gerne mal Mäuschen spielen und im Streifenwagen sitzen, echte Einsätze erleben, erleben wie sich ein Polizist im Einsatz fühlt oder was er denkt? Das geht natürlich aus verschiedenen Gründen nicht, doch gibt es eine Möglichkeit diesem Erlebnis näher zu kommen.

Der ein oder andere Kollegen schreibt seine Erlebnisse nieder. Der eine nur für sich selbst, andere um das Erlebte zu verarbeiten. Manche Geschichten finden allerdings den Weg zum geneigten Leser, wie das folgende Buch. Den Autor möchten wir gerne sich selbst und sein Buch vorstellen lassen:

Mein Name ist Roman Osburg. Seit dem Jahr 2012 versehe ich meinen Dienst in der Berliner Polizei. Schon früh zog es mich nach Kreuzberg und dort erlebte ich Einiges.

Polizist=Mensch: Hilfe für eine einsame ältere Dame

25. September 2020 um 18:50

Polizist=Mensch: Hilfe für eine einsame ältere Dame

Bild und Text: Politie Ijsselmonde (Niederlande) via Instagram (Übersetzung durch uns)

Dieses Wochenende haben wir eine 95-jährige Frau getroffen, die sehr taub ist. Die Frau hat keine Familie oder Freunde und ist sehr einsam. Sie isst wenig oder nichts und hat keinen Anspruch auf Geselligkeit. Sie sitzt jeden Tag auf ihrem Stuhl am Fenster und schaut hinaus.

Als wir ankamen, lebte sie komplett auf, sie genoss es sehr und redete viel. In der Zwischenzeit war es Zeit fürs Abendessen und wir waren hungrig geworden. Die Dame war so abgemagert, dass wir fragten, ob die Dame mit uns essen wollte. Nun, sie wollte das wirklich, nach 25 Jahren aß sie zum ersten Mal wieder Pommes. Die Frau aß ihren Teller komplett leer.

Wir erkannten, dass die Dame dringend Hilfe brauchte. Madame kann nicht mehr auf sich selbst aufpassen und sie lebt in vollkommener Einsamkeit. Wir haben alles getan, um ein Pflegeheim zu organisieren.

Auf Streife mit Lothar Riemer: Die Mär vom Knöllchen

20. September 2020 um 20:07

Auf Streife mit Lothar Riemer: Die Mär vom Knöllchen

“Nun kommt er also doch noch – der Tagesordnungspunkt ‘Verkehrsstatistik’. Inbrünstig hatte ich gehofft, der Kelch gehe an uns in der Dienstgruppenleiterbesprechung vorüber. Doch weit gefehlt. Da gibt es kein entrinnen.

Nun werden sie also präsentiert, die Zahlen der geahndeten Verkehrsverstöße. Wie Hagelkörner prasseln sie auf uns Schichtleiter nieder. Man kann gar nicht umhin, von ihnen getroffen zu werden. Wer hat wie viel und vor allem welche Verkehrsverstöße geahndet.

Meine Dienstgruppe ist einmal mehr weit vom Klassenprimus entfernt. Eigentlich möchte ich aufstehen und gehen. Was sagen solche Zahlen denn aus? Aber der Druck wird von ganz oben nach unten durchgereicht.

Katzenrettung der besonderen Art

16. August 2020 um 19:18

Es gibt Einsätze, an die erinnert man sich noch lange. Dazu zählt ganz sicher auch diese Geschichte, die unsere Kollegen jetzt am Wochenende erlebt haben…

“Wir haben einen Einsatz bekommen, weil jemand eine Katze in einer kleinen Tasche entsorgt hatte. Die Katze lebte noch, war aber verletzt. Wir sind dann mit ihr zur Feuerwehr gefahren und wollten sie dort der Tierrettung übergeben. Vor Ort wollten wir sie schnell aus der winzigen Tasche befreien und in eine größere Box der Feuerwehr packen.

Doch dabei ist die Katze entwischt, unter den Streifenwagen und von dort aus in den Motorraum geflohen. Dort hat sie sich so gut versteckt, dass wir sie nicht mehr rausbekommen haben. Ein Löschzug der Feuerwehr kam gerade von einem Einsatz zurück und so kamen uns diverse Feuerwehrleute zur Hilfe. Doch: Keine Chance, die Katze herauszubekommen!

google-site-verification=1KFhRQ9yqQHZvn7yeiJYYY5kP8xO1QM95JrYjpdrtD4