Gedanken einer Polizistin: Wer ist dieser Mensch in Uniform?

17. August 2019 um 19:44 Uhr

Gedanken einer Polizistin: Wer ist dieser Mensch in Uniform?

‘Die sind doch eh voreingenommen! Die haben doch kein Maß! Die sind doch eh nur Marionetten der Politik und voller Vorurteile! Schläger sowieso… Und Rassisten natürlich auch…’

Wenn ich meine Kollegen und Kolleginnen betrachte, entsteht ein für mich unglaublich emotionales, differenziertes Bild.

Ein Bild von Menschen, die sehr wohl unterscheiden können zwischen Gut und Böse und jeden Tag dieses Fingerspitzengefühl walten lassen. Egal wie viel Hass und Gewalt ihnen entgegen schlägt. Ein Bild von Menschen, die mitunter zutiefst bewegt sind von den Erlebnissen des Dienstes.

Gruß vom Landrevier: Entlaufener Jungbulle eingefangen

3. August 2019 um 15:06 Uhr

“Hallo, wir mussten uns im Viehtrieb betätigen. Ein entlaufener Jungbulle wurde wieder seiner Herde zugeführt, nachdem er auf der Straße herumlief.

Wahrscheinlich haben die Kollegen genau dieses Bild vor Augen, wenn wir ihnen erzählen, dass wir auf einem Landrevier arbeiten.

Liebe Grüße aus Baden-Württemberg von Werner und Jasmin, die ihr Landrevier lieben und genießen.”

Gruß vom Landrevier: Entlaufener Jungbulle eingefangen

An manchen Tagen nimmst du das im Dienst erlebte mit nach Hause

13. Juli 2019 um 18:16 Uhr

An manchen Tagen nimmst du das im Dienst erlebte mit nach Hause

“Es gibt Tage, da zieht man die Uniform aus, geht nach Hause und lässt die Arbeit gedanklich in der Arbeit. So ist es meistens und so sollte es auch sein.

Aber es gibt auch Dienste, in denen man mit Einsätzen konfrontiert wird, die einen nachdenken lassen. Hat man alles richtig gemacht? Wäre das Ganze anders ausgegangen wenn man die ein oder andere Entscheidung anders getroffen hätte? Hätte man für den/diejenige noch mehr tun können?

Nicht immer hat man in unserem Job die Chance so zu helfen wie man es gerne möchte. Manchmal tut man alles und es reicht trotzdem nicht. Diese Einsätze nimmt man dann nicht selten dann auch nach Dienstschluss mit nach Hause.

Vielleicht denkt man die nächsten Stunden oder Tage noch darüber nach. Wichtig in solchen Fällen ist aber nur, dass man am nächsten Tag wieder optimistisch in die Arbeit gehen kann und nicht vergisst, wie viele positive Seiten unser Job bereit hält.

Denn die gibt es bei jedem von uns (hoffentlich) immer noch mehr als die negativen. In diesem Sinne….genießt den Feierabend ❤ Sara”

Wir halfen diesem Igel wieder auf den rechten Weg

7. Juli 2019 um 23:44 Uhr

Wir halfen diesem Igel wieder auf den rechten Weg

“Hallo liebes Polizist=Mensch-Team!

Am Freitag auf der Nachtschicht wurden wir im Rahmen der Streifenfahrt auf einen Igel aufmerksam. Der kleine Kerl irrte ziemlich orientierungslos auf der Fahrbahn umher. Bevor ihm noch schlimmeres passieren und er noch womöglich im Dunkeln von dem ein oder anderen Autofahrer übersehen werden konnte, halfen wir ihm den Weg, in den nur wenige Meter entfernten Wald, zu finden.

LG aus Saarlouis
Sarah “

Gedanken von Polizisten aus Nordrhein-Westfalen: DANKE an die Kollegen aus Niedersachsen, die ein hohes Maß an Kollegialität bewiesen haben

10. Juni 2019 um 19:28 Uhr

Gedanken von Polizisten aus Nordrhein-Westfalen: DANKE an die Kollegen aus Niedersachsen, die ein hohes Maß an Kollegialität bewiesen haben

“Am 27.05. konnten mein Kollege und ich eines der besten Beispiele für Kollegialität bei den Kollegen aus Niedersachsen feststellen. Alles fing damit an, dass mein Kollege und ich bei der Polizei NRW sind und auf dem Weg nach Braunschweig waren, um einen Funkstreifenwagen abzuholen.

Als wir uns auf der A2, Höhe der Anschlussstelle Bad Nenndorf, befanden, ereignete sich direkt vor unseren Augen ein schwerer Unfall. Ein LKW kollidierte, 2 Fahrzeuge vor uns, mit der Mittelleitplanke. Der LKW-Fahrer wurde dabei in seinem Führerhaus eingeklemmt und der Auflieger fing Feuer. Mein Kollege und ich taten alles als Ersthelfer um dem Mann aus dem Führerhaus heraus zu bekommen und das Feuer zu löschen.

Mit den Kollegen auf Streife (von Holger): Das hochmotorisierte Fahrzeug

19. Mai 2019 um 18:22 Uhr

Mit den Kollegen auf Streife (von Holger): Das hochmotorisierte Fahrzeug

“Im Rahmen einer Geschwindigkeitsmessung haben wir zu zweit in den Ort fahrende Pkw mit der dienstlichen Laserpistole gemessen. Dabei kommt oft so einiges zusammen.

Auch ein kleinerer Sportwagen flog mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in die Ortschaft.
Mit Mühe haben wir den Autofahrer noch anhalten können.

OK, so ein Gespräch ist fast immer unglücklich, weil gerade bei den etwas betuchteren Fahrern fast immer ein anderer Schuld ist. Dafür legt man sich in seinem dienstlichen Leben so einiges an Kontras auf fast jede Ausrede zurecht.

Erinnerungen von Holger: Rostock 1991 – Ihr steht nicht auf meiner Liste, Euch gibt’s nicht!

4. Mai 2019 um 18:31 Uhr

Erinnerungen von Holger: Rostock 1991 – Ihr steht nicht auf meiner Liste, Euch gibt’s nicht!

“Mitten in einem ganz normalen Unterstützungsdienst in Bad Harzburg kommt der Funkruf: ‘Alle Kollegen der Bereitschaftspolizei Braunschweig mögen so schnell wie möglich nach Braunschweig in die Unterkunft zurückkehren – Eilig!’

Also, schnell die persönlichen Sachen eingepackt, in den Privatwagen gesprungen und damit, so schnell wie irgendwie möglich über Landstraßen und einmal quer durch Braunschweig zur Kaserne gefahren.

Dort wird verkündet, dass wir alle zu den Rechtsradikalen Ausschreitungen nach Rostock müssen. Wie lange? Keine Ahnung, vielleicht eine Woche oder zwei.

Gedanken einer Polizistin: Ein Einsatz, der mich noch Tage später beschäftigt

1. Mai 2019 um 19:08 Uhr

Gedanken einer Polizistin: Ein Einsatz, der mich noch Tage später beschäftigt

“Wir kennen ihn alle… den Einsatz wenn Mutter oder Vater, Tochter oder Sohn, Freund oder Freundin oder auch ‘nur’ ein Kollege einen Menschen meldet, den er nicht mehr erreichen kann und von dem er annimmt, dass ihm etwas zugestoßen sein könnte. Oft ist der Grund hierfür das Alter, eine Erkrankung oder sonstige hilfebedürftige Lage, aber auch oft genug die Befürchtung, dass der liebe Mensch, den man vermisst, sich etwas angetan haben könnte.

In den meisten Fällen recherchierst du ein bisschen, fragst ab, ob die Person mit dem Rettungswagen transportiert wurde, es bereits einen Polizeieinsatz gab, rufst an. Und in vielen Fällen hast du bereits hier ein Ergebnis was mit dem Menschen, der nicht erreicht werden kann, passiert ist.

Tierrettung: Lucille, das verletzte Eichhörnchen

21. April 2019 um 12:02 Uhr

“Liebes Polizist=Mensch Team,

während unserer Ausbildung ist uns auf dem Trainingsplatz in Obernburg am Main ein Eichhörnchen aufgefallen, welches anscheinend aus dem Nest gefallen war.

Bei genauerer Betrachtung sahen wir, dass es verletzt war. Nach kurzer Recherche im Internet fanden wir heraus, dass das Muttertier seinen Nachwuchs wohl nicht mehr holt, wenn es Verletzungen aufweist.

Deshalb haben wir uns entschlossen, dass Eichhörnchen zum Tierarzt zu bringen. Hier bekam es schnell Erste Hilfe und es fand sich auch eine Tierarzthelferin, welche sich seitdem um das Tier liebevoll kümmert.

Mit den Kollegen auf Streife: Freitagmorgen und eine “leckere” Überraschung

16. März 2019 um 18:50 Uhr

Mit den Kollegen auf Streife: Freitagmorgen und eine "leckere" ÜberraschungZum Beruf eines Polizisten gehören nicht nur Strafverfolgung (Repression) und die Verhinderung von Straftaten (Prävention). Die Aufgaben sind breit gefächert und gerade diese Breite, die uns das Leben (und den Tod) in seiner Vielfältigkeit zeigt, sorgen dafür, dass jeder Dienst Überraschungen bereit halten kann.

Kollege Holger zeigt uns hier, dass eine unscheinbare Situation eine makabre Wendung finden kann und dann in Sachen Empathie und Sozialarbeit alles von uns abverlangt:

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