Auf Streife mit Michael Birkhan: Ärztliche Hilfe

3. April 2021 um 18:46

Auf Streife mit Michael Birkhan: Ärztliche Hilfe“Sind wir hier heute die Alleinunterhalter oder was? Seid fast drei Stunden kurven wir von einem Einsatz zum Nächsten. Ich habe einen Brand wie eine Bergziege. Meine Zunge klebt am Gaumen. Das man bei uns nicht mehr zum Essen kommt, ist ja nichts Neues. Aber ein Schluck feuchtes wäre jetzt nicht schlecht. Zum Glück riecht es im Wagen nach Veilchen.”

Brummend kurbelt Jürgen die Scheibe vom Streifenwagen herunter. Der Geruch nach Urin, Schweiß, Alkohol uund Erbrochenes lässt sich kaum vertreiben. Obwohl er schon in der Zelle pennt, begleitet uns der Obdachlose so weiter auf Streife.

Um keine Ausrede verlegen

27. März 2021 um 11:30

Um keine Ausrede verlegen

Mit den Kollegen auf Streife: Schamlose Pressevertreter

26. März 2021 um 20:18

Mit den Kollegen auf Streife: Schamlose Pressevertreter

“Moin liebes Polizist=Mensch-Team,

normalerweise bin ich hier nur stiller Mitleser und MeinenTeilDenker. Ich bin Polizeibeamter und möchte nun doch ein paar Gedanken teilen oder loswerden.

Es kam im Dienst zu einem sehr sehr traurigen Einsatz für alle, weit über 100 beteiligte Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, DLRG und wer nicht noch alles dabei war.

Vielen Dank an jeden Ehrenamtler!

Nachdenkliche Geschichte von Kollege André: Den Schrei vergaß ich nicht

20. März 2021 um 19:41
Nachdenkliche Geschichte von Kollege André: Den Schrei vergaß ich nicht

Bild und Text: Polizei Recklinghausen

Unser Kollege André möchte Ihnen heute eine Geschichte aus seinem Arbeitsalltag erzählen. Es ist eine traurige Geschichte, aber leider ist sie genau so passiert…

 

„Kurz nach meiner Ausbildung hatte ich einen Einsatz, der mich noch Monate beschäftigen sollte…

Wir suchten eine junge Frau, die mit Selbstmordgedanken aus einer Einrichtung abgängig war. Als wir die Frau gefunden haben, habe ich sie angesprochen. Ich schaute ihr in die Augen und sah zum ersten Mal in meinem Leben eine gebrochene Seele. Ich konnte ihren Schmerz förmlich spüren.

Mit den Kollegen auf Streife: Tino (von Christiane)

23. Januar 2021 um 20:24

Mit den Kollegen auf Streife: Tino (von Christiane)

“Wir fahren Streife. Es ist absolut gar nix los in unserem Bereich. Und auf dem Fußgängerüberweg an Straße Q liegt er dann. Tino. Die Füße noch halb auf der Fahrbahn. Links und rechts Einkaufstüten. Vorbei fahren is nicht. Also raus aus dem Auto.

Was ist hier los? Tino ist Alkoholiker und empfängt Harz4. Seine Füße sind… kaputt? Nett ausgedrückt. Und jetzt schafft er es nicht mehr in seine Wohnung. Na gut. Tüten in unser Auto. Tino unter mein Arm geklemmt.

Gedanken einer Polizistin: Einsatz in Zeiten von Corona

2. Januar 2021 um 18:54

Gedanken einer Polizistin: Einsatz in Zeiten von Corona

“Ich bin Polizistin in Wien und wir arbeiten Tag täglich mit den verschiedensten Menschen zusammen. Zu Anfangs haben wir täglich normale OP-Masken (max. 2 Stück am Tag pro Person) bekommen. Nach 15-30 Minuten konnte man die Maske, wie jeder wahrscheinlich weiß, wegwerfen. Das oft längere Reden, jemandem nach laufen, oder etwa Außeneinwirkung, macht die Masken einfach nach einer Zeit ekelhaft. Zudem haben wir 1 Desinfektionsmittel für die Hände bekommen – mehr nicht. (Mittlerweile haben wir zumindest 3 zusätzliche Stoffmasken und 2 FFP2 Masken bekommen, noch immer kein persönliches Desinfektionsmittel).

Wir arbeiten nicht nur täglich mit fremden Menschen, die wir angreifen müssen, die uns ab und an auch bespucken, anhusten, in deren Wohnung wir müssen, sondern arbeiten auch mit unseren Kollegen zusammen. Wir fahren im Funkwagen mit ihnen und arbeiten auf der Dienststelle nebeneinander.

Auf Streife mit Michael Birkhan: Weihnachten

19. Dezember 2020 um 19:37

Auf Streife mit Michael Birkhan: WeihnachtenWolfgang blickte und traurig an. Der Obdachlose hatte eingerollt in eine Decke die Nacht in unserer Zelle verbracht. „Kann ich nicht noch hier bleiben? Ich weiß nicht wo ich hin soll. Draußen ist es eisig kalt. Bei Euch ist es schön warm.“

Für die Verlierer unserer Gesellschaft waren die Auffangstationen – wie so oft – restlos überfüllt. Auch wenn es nicht ganz der Vorschriften entsprach, mit seinen durchlöcherten Schuhen schickten wir ihn nicht in den Schneeregen.

„Ok, leg dich wieder hin. Klingele wenn Du hier raus möchtest. Sollten wir die Zelle allerdings benötigen, dann musst Du Dein Domizil räumen.“ Wolfgang strahlte uns an. Er wickelte sich in die Decke und schlief sofort wieder ein.

Gedanken einer Polizistin: Manches kriegt man weggepackt, manche Ängste bleiben

12. Dezember 2020 um 19:03

Gedanken einer Polizistin: Manches kriegt man weggepackt, manche Ängste bleiben10.12.2015

Habe Nachtdienst, kurz vor Feierabend, in den frühen Morgenstunden eine Nachricht in einer Whatsapp-Gruppe – ein Abschiedsbrief.

Fünf Minuten später vor Ort ein toter Kollege und seine Frau, ebenfalls tot. Zwei kleine Kinder, unverletzt.

Ich könnte nun erzählen, wie traurig es mich macht, dass er nicht mehr da ist.

Oder wie wütend, dass er seine Frau getötet hat.

Oder wie fassungslos, dass die beiden Mädchen ohne Eltern aufwachsen müssen, in der Gewissheit, dass ihr Vater dafür verantwortlich ist.

Auf Streife mit Michael Birkhan: Händchen halten

5. Dezember 2020 um 18:40

Auf Streife mit Michael Birkhan: Händchen haltenWeihnachten vor vielen Jahren. Der Spätdienst gestaltete sich arbeitsintensiv. Aufgrund plötzlich einsetzenden Blitzeises, kam es im Minutentakt zu Verkehrsunfällen. Die Bremer Streifenwagen waren noch mit Sommerreifen ausgestattet. Die Kollegen schlitterten daher von Einsatz zu Einsatz.

Im Zellentrakt randalierte ein betrunkener Zechpreller und am Wachtresen standen die Telefone nicht still. Mein Streifenpartner Jürgen und ich konnten nicht unterstützend eingreifen.Die Abarbeitung einer wechselseitigen Körperverletzung verlangte unsere ganze Aufmerksamkeit.

“So muss sich die Hölle anfühlen”: Wiener Polizist berichtet von seinem Anti-Terroreinsatz

16. November 2020 um 19:38

Am 2. November fand der Terroranschlag in Wien (Österreich) mit vier Toten und 24 Verletzten statt. Eine Stadt wurde in Angst und Schrecken versetzt. Anwohner wie Passanten hatten Angst um ihr Leben, Angehörige bangten lange um ihre Lieben, bis die zumeist erlösende Nachricht kam.

Wie aber erging es den Polizisten, die eingesetzt waren, den Terroristen zu stoppen? Was dachten, was fühlten sie? Und wie empfanden sie die Begegnung mit dem Terroristen? Darüber gibt das Interview des 49-jährigen Gruppeninspektors Christian H. Aufschluss. Ein Auszug:

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