Brandbrief einer Polizistin an den Innenminister Thüringens

13. November 2016 um 18:51 Uhr

Brandbrief einer Polizistin an den Innenminister Thüringens

Sehr geehrter Herr Innenminister Dr. Poppenhäger,

wir wenden uns mit diesem Hilferuf in einem offenen Brief direkt an Sie, weil wir am Ende unserer Kraft sind. Wir sind die Dienstgruppe XY der Polizeiinspektion Unstrut-Hainich in Mühlhausen und Bad Langensalza. Aber wir denken, dass wir stellvertretend für viele Dienstgruppen, für viele Kollegen im Freistaat stehen.

Seit Jahren leiden wir unter dem Personalabbau bei der Thüringer Polizei. Wie atmeten wir auf, als im vergangenen Jahr seitens der Landesregierung angekündigt wurde, dass die Einstellungszahlen der Thüringer Polizei nicht weiter nach unten gehen sollen.

Gerade an uns im Nordthüringer Raum scheinen seit Jahren die Neuzugänge aus Bereitschaftspolizei oder der Verwaltungsfachhochschule vorbei zu gehen. Die jungen Kolleginnen und Kollegen kommen überall hin, aber die wenigsten nach Mühlhausen, Sondershausen oder Nordhausen.

Bürgerin hinterlässt liebe Grußbotschaft an Polizeifahrzeug

9. November 2016 um 15:25 Uhr

Bürgerin hinterlässt liebe Grußbotschaft an PolizeifahrzeugEin Kollege hat uns das angehängte Bild zugesandt. Er schreibt uns:

“Hallo, diesen Zettel haben wir an unserem Dienstfahrzeug am Flughafen Frankfurt so vorgefunden. Als wir den Zettel sahen, dachten wir zunächst, dass es sich um eine Hassbotschaft handeln könnte. Der Inhalt war eben genau das Gegenteil. Eine tolle Sache 😃
Liebe Grüße”

Dem schließen wir uns an und bedanken uns stellvertretend für diese liebe Grußbotschaft!

Wer den Text auf dem Zettel nicht lesen kann, hier die Grußbotschaft im Zitat:

“Den Eisbären ihren Nordpol,
den Pinguinen ihren Südpol,
unn mir MEINE BPol!
❤ Lg”

Todesermittlungssache

8. November 2016 um 20:14 Uhr

TodesermittlungssacheDer Tod gehört zum Leben dazu, er ist sogar zwangsläufige Konsequenz des Lebens und daher genauso natürlich. Nur sperren wir den Tod aus unserem Alltag aus, weil er meist mit Trauer, Schmerz, Abschied und Tränen verbunden ist.

Ich hatte schon oft mit Toten zu tun, dem Tod schon oft in sein fahles und graues Gesicht blicken müssen, in all seinen Ausprägungen. So auch heute wieder. Todesermittlungssache nennt sich das kühl und sachlich im Beamtendeutsch. Auch wenn ich die Person vorher nicht kannte, bekommt man während der Ermittlungen einen Einblick in das, was dieser Mensch zuvor war, als er noch lebte.

Polizei musste Ziege in doppelter Hinsicht retten

30. Oktober 2016 um 17:28 Uhr

Polizei musste Ziege in doppelter Hinsicht rettenNadine hatte neulich einen Tiereinsatz, bei dem sie eine Ziege in doppelter Hinsicht retten musste:

“Die Ziege sollte geschlachtet werden, eine Tierschützerin wollte sie abholen, da sie das Tier bereits freigekauft hatte. Vorher ist die Ziege über den Zaun gesprungen und lief durch die Stadt. Sie wollte wohl unter allen Umständen dem Schlachter entgehen.

Vor dem Gesetz sind alle gleich…wirklich ALLE

29. Oktober 2016 um 03:13 Uhr

Vor dem Gesetz sind alle gleich…wirklich ALLEHeute hat ein Kollege aus dem Team im Dienst etwas ungeheuerliches erlebt und musste einen Datenermittlungsbeleg – geläufiger als Strafzettel bzw. „Knöllchen“ bekannt – der besonderen Art ausstellen.

Insbesondere der Adressat der Maßnahme war eher ungewöhnlich… 😉

Verwaltet die Polizei die Kriminalität nur noch?

15. Oktober 2016 um 19:40 Uhr

Verwaltet die Polizei die Kriminalität nur noch?Ein Blick in die polizeiliche Praxis (von Peter)

Kürzlich erschien bei der BZ Berlin eine Kolumne von Gunnar Schupelius, er äußert sich öfter zu politischen und auch polizeilichen Themen und liegt mit seinen Schlussfolgerungen oft richtig. Diese Kolumne beschäftigt sich mit der Anordnung des Polizeipräsidenten, dass Taschendiebstähle nur noch dann bearbeitet werden sollen, wenn die Ermittlungen erfolgversprechend sind.

Schupelius hat Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieser Anordnung und wirft die Frage auf, ob die Polizei die Kriminalität nur noch verwaltet. Dabei gibt Schupelius nicht einmal der Polizei die Schuld dafür, sondern der Politik:

Fotoreportage: Mit der Polizei durch die Nacht

16. September 2016 um 21:31 Uhr

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Die Schobermesse (Schueberfouer) ist der größte Jahrmarkt Luxemburgs und findet alljährlich in der gleichnamigen Hauptstadt von Mitte August bis Anfang September statt. Die Polizei hat dann alle Hände voll zu tun, ist mit Fußstreifen auf dem Festgelände unterwegs und richtet auch eine Jahrmarktswache ein.

Fotoreporter Steve Remesch durfte die Polizei am letzten Abend begleiten, dem Höhepunkt des Jahrmarkts, an dem die Jugendlichen die Ferien noch ausnutzen können, das Feuerwerk tausende Besucher anlockt und exzessiver Alkoholkonsum für den ein oder anderen Einsatz sorgt.

Suizidversuch: “Ich werd die Bilder nicht mehr los”

16. September 2016 um 17:17 Uhr

Suizidversuch: "Ich werd die Bilder nicht mehr los"Dieser Tage irgendwo in einer deutschen Großstadt. Ein Mensch hat mit dem Leben abgeschlossen, er kann und will nicht mehr. Er setzt die Klinge an und bevor er sie über die Unterarme führt, ruft er noch in der Rettungsleitstelle an. Rettung und Polizei eilen herbei und können das Leben retten.

Zweifel bleiben: Alles richtig gemacht, oder doch falsch? Wird die Person die ihm gebotene Hilfe annehmen, vielleicht irgendwann wieder einen Sinn im Leben sehen?

Eines jedoch ist klar, die Einsatzkräfte müssen diese Bilder erst einmal verarbeiten, was schwer genug ist, wenn man von Einsatz zu Einsatz muss und der nächste Suizidversuch bald auf sich warten lässt.

Ein Polizist hat es wie folgt ausgedrückt:

Leserbrief: Passen sie immer gut auf sich auf. Ich bete für sie.

7. September 2016 um 22:00 Uhr

Leserbrief: Passen sie immer gut auf sich auf. Ich bete für sie.

Hallo Polizist=Mensch,

am 1. September hat mein Sohn sein Studium erfolgreich beendet und hat heute seinen 5. Arbeitstag.

Gestern erzählte er von einer Begegnung, die mir zu Herzen ging und ich nicht weiß, ob er so was nochmal hören wird.

Der Streifenwagen musste eine Straße absperren…..,

Eine ältere Dame blieb stehen und sagte:

“Sie sind aber noch jung…passen sie immer gut auf sich auf….ich bete für sie.”

Ich denke, diese ältere Dame hätte es zu jedem jungen Polizisten gesagt.

Ob jung oder alt…..passt immer gut auf euch auf ….und ganz viele Menschen, die so denken wie diese ältere Dame!

LG

Die Autorin ist uns namentlich bekannt, möchte jedoch anonym bleiben.

Ein gutes Gefühl zu wissen, dass die Menschen hinter uns Polizisten stehen und dies nicht nur stillschweigend tun. Wir brauchen einander…

Vielen Dank an die Dame, die dem jungen Kollegen diese lieben Worte sagte und an die Mutter, die uns daran teilhaben lässt.

Polizisten berichten: Intimer Einblick in die Polizistenseele

5. September 2016 um 12:32 Uhr

“In Zeiten von Amokläufen und Terroranschlägen entdeckt die Gesellschaft ihre Liebe zur Polizei. Aber wie geht es eigentlich den Streifenbeamten, Kriminalkommissaren und Einsatzleitern – jenen Menschen, die auf uns aufpassen sollen”, so beginnt das Dossier der Zeit unter der Schlagzeile “Achtung, hier spricht die Polizei!”.

Und weiter unten heißt es: “Aber wer ist das eigentlich, die Polizei? Wer hat jemals Polizisten wirklich reden hören, mehr als Sätze wie “Bitte machen Sie die Straße frei”, “Was möchten Sie denn melden?” oder “Pusten Sie mal”? Polizisten sind wie Statuen im öffentlichen Raum: sichtbar – aber scheinbar ohne Innenleben.”

Die Zeit hat Polizisten aus dem Raum Hannover daher interviewt, Notrufmitschnitte durchforstet, alles mit dem Augenmerk, den Polizisten ein Gesicht zu geben, ihre Gedanken und Ängste nieder zu schreiben.

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