Leserbrief von Franz: Wie ich im Einsatz eine Hochzeit gerettet habe

9. Mai 2016 um 15:37 Uhr

Hochzeit gerettet

Damit die Menschen nicht denken, wir hätten nur traurige Einsätze, hier als Beispiel eine angenehme Einsatzfahrt, die sich in den 1970ern in Bensheim zugetragen hat:

Wir wurden zu einem Verkehrsunfall gerufen zu einer Zeit, als es noch keine Handys gab und die nächste Telefonzelle immer dort stand, wo man nicht war.

An der Unfallstelle angekommen, standen da ein Vater mit seiner Tochter in weiß, also einer Braut, neben ihrem Fahrzeug mit Achsbruch. Sie waren auf dem Weg in die Nachbarstadt zum Standesamt, wo Bräutigam und Hochzeitsgesellschaft auf die Braut warteten, und sie waren hier schuldlos in einen Unfall verwickelt.

Nach der Unfallbearbeitung stiegen Vater und Tochter in den Streifenwagen ein und wir fuhren sie vor das Standesamt, zur wartenden und staunenden Hochzeitsgesellschaft, als Braut und Brautvater aus dem Streifenwagen ausstiegen.

Diese Ehe war gerettet und nach Jahren noch grüßte uns dieses Ehepaar im Begegnungsverkehr freundlich lächelnd, sicher in Erinnerung an die Fahrt zur standesamtlichen Trauung.

Kollegin Nancy berichtet uns hier von einer Hunderettung

7. Mai 2016 um 18:37 Uhr

Hund im Streifenwagen

“Auch wir haben einen Hund, nach einer Körperverletzung, wiedergefunden und seinem Herrchen überbracht.

Der Hund ist uns nach 4 Stunden bei einem anderen Einsatz zufällig über den Weg gelaufen, und das 5 km vom anderen Einsatzort entfernt.
Er war leicht verängstigt. Wir sammelten ihn ein und setzten ihn auf den Rücksitz und als wir nach einem weiteren Einsatz wieder kamen. Befand er sich auf dem Fahrersitz.

Auch wenn es auf dem Bild so wirken mag, wir haben ihn zurück gebracht, nicht er uns 😉

Während der Autofahrt schaute er ganz interessiert hinten aus dem Fenster bis wir am Haus seines Herrchens angekommen waren 😃”

Mit den Kollegen auf Streife: “Meine Tochter stirbt gerade”

24. April 2016 um 21:03 Uhr

Meine Tochter stirbt gerade

Auf der nächtlichen Anfahrt zu einer Ruhestörung machte mich meine Kollegin Sanne auf ein Fahrzeug am Fahrbahnrand aufmerksam. Mit Mühe konnte ich sehen, dass an der Fahrertür zwei Personen standen, die sich umarmten.

Da ich die Personen zunächst nicht erkennen konnte, tippte ich auf ein junges Paar, welches sich das Auto der Eltern ausgeliehen hatte um etwas herum zu fahren. Als ich jedoch aus meinem Dienstfahrzeug ausstieg, änderte sich plötzlich alles.

+++Ablenkung im Straßenverkehr+++

15. April 2016 um 02:55 Uhr

Ablenkung im StraßenverkehrMan läuft oder fährt durch die Stadt und schaut dabei kurz auf sein Handy- um Musik zu hören, Nachrichten zu beantworten oder Beiträge zu lesen. Heutzutage etwas ganz alltägliches. Allerdings bringt das auch Gefahren mit sich, vor allem wenn man dabei noch zusätzlich durch z.B. Musik abgelenkt ist. Dadurch sieht und hört man nicht mehr, was um einen passiert.

Vor kurzem führte das in München zu einem tragischen Unglück.

Einsatz in München: Ach du lieber Schwan

4. April 2016 um 15:36 Uhr

Ach du lieber SchwanDie Einsatzzentrale in München erhielt von Passanten eine Mitteilung, dass ein Schwan sich auf eine viel befahrene Straße verirrt hatte. Ein Streifenteam wurde sofort zum Einsatzort entsandt, wo sie den zum Glück unverletzten Schwan antraf.

Warum der Schwan sich dorthin verirrt hatte, wollte er offenbar nicht verraten. Jedenfalls waren ihm die vielen Autos, die so schnell vorbei huschten, irgendwie unheimlich, so dass er es selbst nicht mehr in Sicherheit schaffte.

Angst (von Christiane)

2. April 2016 um 20:52 Uhr

Funk: Mit Eile in die B-Straße, da sind Schüsse gehört worden! Toll. Mein dritter Dienst nach der Ausbildung. Ich bin noch völlig grün hinter den Ohren…

Ich fahre mit einem Kollegen und dem Chef der Nacht-Wache. Wir erreichen das Ziel und ich sehe einen Mann, der auf der Straße liegt.
Angst
Der Notarzt ist bereits da und versucht eine Herz-Druck-Massage. Der Mann hat ein Loch im Schädel und jedes Mal wenn der Notarzt den Brustkorb drückt quillt Gehirnmasse aus dem Loch. Mir wird schlecht…

Leserbrief: Wie soll ich mit den Bildern umgehen? (von Philipp)

5. März 2016 um 22:49 Uhr

Wie soll ich mit den Bildern umgehen?

Ich bin Polizist mit Leib und Seele, aber auch Mensch. Ein Mensch der um seine Frau trauert, die am 20.01.2016 ihren Kampf gegen den Tod nach einem schweren Unfall verloren hat.

Mein Kollege und ich sind damals zu diesem Einsatz gerufen worden. Erst vor Ort erkannte ich, dass es sich um meine Frau handelt, die dort im Fahrzeug eingeklemmt war.

Bin ich dafür Polizist/in geworden?

5. März 2016 um 22:33 Uhr

Bin ich dafür Polizist geworden?Michael Stark ist Polizeipsychologe bei der Stadtpolizei Zürich und kennt die Folgen der zunehmenden Gewalt gegenüber den Polizisten/innen.

In einem Interview geht er auf verschiedene Fragen ein und beschreibt diverse Situationen, in denen Polizisten zur Zielscheibe werden und welche Auswirkungen das haben kann.

Wenn mehrere Komponenten zusammentreffen und das Unverständnis immer größer wird, kann dies Folgen haben.

Leserbrief: Tränen laufen über mein Gesicht…

28. Februar 2016 um 20:20 Uhr

Tränen laufen über mein GesichtProfessionelle Distanz lässt uns viele Vorfälle, die wir Polizisten im Dienst erleben (müssen), besser verarbeiten und schützt uns davor, unseren Job irgendwann nicht mehr ausüben zu können.

Doch manche Dingen gehen uns nicht mehr aus dem Kopf. Wir nehmen sie nicht nur nach Dienstschluss mit nach Hause, sie begleiten uns eine Weile, manchmal ein Leben lang.

Das ist nur allzu menschlich und zeigt, dass unter der Uniform ein Herz schlägt, dem die emotionale Situation in manchen Fällen nahe geht. Wie auch in diesem Leserbrief, den wir von einem Kollegen erhalten haben:

Happy End mit Tränen… Lasst eure Hunde bitte registrieren!

19. Februar 2016 um 22:32 Uhr

Happy End mit TränenAn einem Donnerstag fährt man frühmorgens aus dem Nachtdienst heim, Augen auf Halbmast und eigentlich ist man froh, wenn man heil zu Hause ankommt ohne irgendwo zu unkonzentriert zu sein…

Auf der Rastanlage beim Kollegen ausgestiegen und ins eigene Auto eingestiegen um die letzten Kilometer Richtung Heimat zurückzulegen. Man fährt los und guckt so verträumt aus der Seitenscheiben – und was sieht man?

Unter dem geparkten Sattelzug wuselt irgendetwas Kleines herum.

„Das kann doch nicht sein? Das ist jedenfalls kein Hase und auch keine Ratte – sieht eher aus wie ein kleiner Hund?“, denke ich beim Losfahren, das Gehirn eigentlich schon auf Sleep-Mode und halte an.
„Hm.“ Ich gucke: Weg ist es, das kleine Wusel-Ding.

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