Gedanken einer Polizistin: Einsatz in Zeiten von Corona

2. Januar 2021 um 18:54

Gedanken einer Polizistin: Einsatz in Zeiten von Corona

“Ich bin Polizistin in Wien und wir arbeiten Tag täglich mit den verschiedensten Menschen zusammen. Zu Anfangs haben wir täglich normale OP-Masken (max. 2 Stück am Tag pro Person) bekommen. Nach 15-30 Minuten konnte man die Maske, wie jeder wahrscheinlich weiß, wegwerfen. Das oft längere Reden, jemandem nach laufen, oder etwa Außeneinwirkung, macht die Masken einfach nach einer Zeit ekelhaft. Zudem haben wir 1 Desinfektionsmittel für die Hände bekommen – mehr nicht. (Mittlerweile haben wir zumindest 3 zusätzliche Stoffmasken und 2 FFP2 Masken bekommen, noch immer kein persönliches Desinfektionsmittel).

Wir arbeiten nicht nur täglich mit fremden Menschen, die wir angreifen müssen, die uns ab und an auch bespucken, anhusten, in deren Wohnung wir müssen, sondern arbeiten auch mit unseren Kollegen zusammen. Wir fahren im Funkwagen mit ihnen und arbeiten auf der Dienststelle nebeneinander.

Auf Streife mit Michael Birkhan: Weihnachten

19. Dezember 2020 um 19:37

Auf Streife mit Michael Birkhan: WeihnachtenWolfgang blickte und traurig an. Der Obdachlose hatte eingerollt in eine Decke die Nacht in unserer Zelle verbracht. „Kann ich nicht noch hier bleiben? Ich weiß nicht wo ich hin soll. Draußen ist es eisig kalt. Bei Euch ist es schön warm.“

Für die Verlierer unserer Gesellschaft waren die Auffangstationen – wie so oft – restlos überfüllt. Auch wenn es nicht ganz der Vorschriften entsprach, mit seinen durchlöcherten Schuhen schickten wir ihn nicht in den Schneeregen.

„Ok, leg dich wieder hin. Klingele wenn Du hier raus möchtest. Sollten wir die Zelle allerdings benötigen, dann musst Du Dein Domizil räumen.“ Wolfgang strahlte uns an. Er wickelte sich in die Decke und schlief sofort wieder ein.

Gedanken einer Polizistin: Manches kriegt man weggepackt, manche Ängste bleiben

12. Dezember 2020 um 19:03

Gedanken einer Polizistin: Manches kriegt man weggepackt, manche Ängste bleiben10.12.2015

Habe Nachtdienst, kurz vor Feierabend, in den frühen Morgenstunden eine Nachricht in einer Whatsapp-Gruppe – ein Abschiedsbrief.

Fünf Minuten später vor Ort ein toter Kollege und seine Frau, ebenfalls tot. Zwei kleine Kinder, unverletzt.

Ich könnte nun erzählen, wie traurig es mich macht, dass er nicht mehr da ist.

Oder wie wütend, dass er seine Frau getötet hat.

Oder wie fassungslos, dass die beiden Mädchen ohne Eltern aufwachsen müssen, in der Gewissheit, dass ihr Vater dafür verantwortlich ist.

Rührende Geschichte: Todkranker Junge darf einen Tag lang ein Superheld sein

11. Dezember 2020 um 19:13

Vielen Dank an alle, die das möglich gemacht haben 💙

Auf Streife mit Michael Birkhan: Händchen halten

5. Dezember 2020 um 18:40

Auf Streife mit Michael Birkhan: Händchen haltenWeihnachten vor vielen Jahren. Der Spätdienst gestaltete sich arbeitsintensiv. Aufgrund plötzlich einsetzenden Blitzeises, kam es im Minutentakt zu Verkehrsunfällen. Die Bremer Streifenwagen waren noch mit Sommerreifen ausgestattet. Die Kollegen schlitterten daher von Einsatz zu Einsatz.

Im Zellentrakt randalierte ein betrunkener Zechpreller und am Wachtresen standen die Telefone nicht still. Mein Streifenpartner Jürgen und ich konnten nicht unterstützend eingreifen.Die Abarbeitung einer wechselseitigen Körperverletzung verlangte unsere ganze Aufmerksamkeit.

Gedanken einer Polizistin: Gibt es Rassismus bei der Polizei?

21. November 2020 um 19:39

Gedanken einer Polizistin: Gibt es Rassismus bei der Polizei?

“Ich schreib‘ einfach mal ‘frei Schnauze’. Die in jüngster Zeit an die Öffentlichkeit gekommenen, negativen Vorfälle können nicht Grund genug sein, um grundsätzlich der Meinung zu sein, die deutsche Polizei sei rassistisch.

Ich selbst (mit türkischen Wurzeln) könnte lediglich über 1 Fall (von all den 25 Dienstjahren) berichten – dieser Kollege ist schon längst suspendiert. Wir sind ein Querschnitt der Gesellschaft – Einzelfälle dürfen nicht dazu führen, dass alle Polizeiangehörige über einen Kamm geschoren werden.

“So muss sich die Hölle anfühlen”: Wiener Polizist berichtet von seinem Anti-Terroreinsatz

16. November 2020 um 19:38

Am 2. November fand der Terroranschlag in Wien (Österreich) mit vier Toten und 24 Verletzten statt. Eine Stadt wurde in Angst und Schrecken versetzt. Anwohner wie Passanten hatten Angst um ihr Leben, Angehörige bangten lange um ihre Lieben, bis die zumeist erlösende Nachricht kam.

Wie aber erging es den Polizisten, die eingesetzt waren, den Terroristen zu stoppen? Was dachten, was fühlten sie? Und wie empfanden sie die Begegnung mit dem Terroristen? Darüber gibt das Interview des 49-jährigen Gruppeninspektors Christian H. Aufschluss. Ein Auszug:

Die positive Geschichte: Von der Verkehrskontrolle zum Patchtausch

15. November 2020 um 20:16

Die positive Geschichte: Von der Verkehrskontrolle zum Patchtausch

“Ich bin heute den ersten Tag nach knapp 4, fast 5 Wochen ohne viel Pausen dazwischen endlich auf dem Heimweg vom Dienst (ich bin Soldat) in ein endlich mal wieder RICHTIGES Wochenende nur für mich, ohne viel Stress, natürlich mit Zwischenstopp bei einem Schnellrestaurant.

Entsprechend gut gelaunt, gepaart mit lauter Musik und der Vorfreude auf das anstehende Wochenende, bin ich über die Bundesstraße hinter einem schwarzen unscheinbaren Mercedes hinterher ‘geschlichen’ (80 erlaubt, 40 sind wir gefahren – meeeensch das neevt, ich möchte doch nur nach Hause). Vermutlich konnte er nicht einmal was dafür, da bin ich mir sicher, deshalb bin ich ruhig hinter ihm her, habe dann den Blinker rechts gesetzt und wollte abfahren – das tat auch der Mercedes, sehr zu meinem Leidwesen.

Buchvorstellung: Der nächste Einsatz: Geschichten aus dem Streifenwagen

2. Oktober 2020 um 11:46

Buchvorstellung: Der nächste Einsatz: Geschichten aus dem StreifenwagenWer würde nicht gerne mal Mäuschen spielen und im Streifenwagen sitzen, echte Einsätze erleben, erleben wie sich ein Polizist im Einsatz fühlt oder was er denkt? Das geht natürlich aus verschiedenen Gründen nicht, doch gibt es eine Möglichkeit diesem Erlebnis näher zu kommen.

Der ein oder andere Kollegen schreibt seine Erlebnisse nieder. Der eine nur für sich selbst, andere um das Erlebte zu verarbeiten. Manche Geschichten finden allerdings den Weg zum geneigten Leser, wie das folgende Buch. Den Autor möchten wir gerne sich selbst und sein Buch vorstellen lassen:

Mein Name ist Roman Osburg. Seit dem Jahr 2012 versehe ich meinen Dienst in der Berliner Polizei. Schon früh zog es mich nach Kreuzberg und dort erlebte ich Einiges.

Polizist=Mensch: Hilfe für eine einsame ältere Dame

25. September 2020 um 18:50

Polizist=Mensch: Hilfe für eine einsame ältere Dame

Bild und Text: Politie Ijsselmonde (Niederlande) via Instagram (Übersetzung durch uns)

Dieses Wochenende haben wir eine 95-jährige Frau getroffen, die sehr taub ist. Die Frau hat keine Familie oder Freunde und ist sehr einsam. Sie isst wenig oder nichts und hat keinen Anspruch auf Geselligkeit. Sie sitzt jeden Tag auf ihrem Stuhl am Fenster und schaut hinaus.

Als wir ankamen, lebte sie komplett auf, sie genoss es sehr und redete viel. In der Zwischenzeit war es Zeit fürs Abendessen und wir waren hungrig geworden. Die Dame war so abgemagert, dass wir fragten, ob die Dame mit uns essen wollte. Nun, sie wollte das wirklich, nach 25 Jahren aß sie zum ersten Mal wieder Pommes. Die Frau aß ihren Teller komplett leer.

Wir erkannten, dass die Dame dringend Hilfe brauchte. Madame kann nicht mehr auf sich selbst aufpassen und sie lebt in vollkommener Einsamkeit. Wir haben alles getan, um ein Pflegeheim zu organisieren.

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