Gedanken von Kati: An die Angehörigen und Freunde der Helfer der Hochwasserkatastrophe

19. September 2021 um 19:30

Gedanken von Kati: An die Angehörigen und Freunde der Helfer der HochwasserkatastropheWir haben schon einige Beiträge aus den Gebieten der Flutkatastrophe gepostet und diese hatten immer Polizeibezug. Die folgenden Gedanken von Kati, einer freiwilligen Helferin, die aus einer Blaulichtfamilie stammt und der damit das Helfen wohl im Blut liegt, können auf jeden Helfer und dessen persönliches Umfeld zutreffen, egal ob freiwillig oder dienstlich:

“Bitte seid nachsichtig mit uns, wenn wir von unseren Einsätzen wieder nach Hause kommen, wenn wir kaum mit Euch über das erlebte sprechen, wenn wir sagen, wir brauchen keinen Seelsorger oder o.ä. Hilfe um zu verarbeiten, wenn wir vielleicht in manchen Situationen gereizt auf Eure Ansprachen reagieren, wenn wir Euch zuhören aber nicht wirklich hören was ihr uns zu sagen habt, wenn wir weinen und Euch den Grund nicht nennen, wenn wir auf Eure WhatsApp Nachrichten zeitverzögert beantworten oder auch manchmal gar nicht, wenn wir uns am Tag, an dem wir nach Hause kommen, sofort für den nächsten Einsatz vorbereiten, wenn wir stundenlang telefonieren, organisieren wo wir als nächstes hinfahren, wenn wir spät ins Bett gehen, obwohl wir müde sind, wenn wir Zuhause unser Umfeld ausblenden, weil wir in unserer eigenen Welt sind, wenn Ihr uns während unseres Einsatzes anruft, um Euch zu erkundigen wie es uns geht oder ihr einfach etwas mitteilen wollt und wir Euch am Telefon kurze und knappe Antwort entgegen bringen, wenn wir Euch erzählen, dass wir am liebsten bei der Abreise vom Einsatzort nicht nach Hause wollen, wenn wir auf der Autobahn am liebsten wieder umdrehen wollen und weiter helfen möchten…

Gedanken einer Polizistin: …unseren täglich Dienst gib uns heute…

10. September 2021 um 19:36

Leserbrief: „…unseren täglich Dienst gib uns heute...“

“Es war mal wieder so ein Tag, an dem man besser mit dem Ar*** (ihr wisst schon, was) im Bett geblieben wäre!

Arzttermin nicht geschafft, Stress in der Spätschicht, nachmittags rief der Ehemann an, sein Auto wäre schon wieder in der Werkstatt, komische Einsätze, etc.

Wieder Kollegen krank, wieder wurde der Dienstplan umgeworfen. Hinzu kam, daß ‘Cheffe’ sich wieder über jeden Mist aufregte – hat er wieder von ‘oben’ böse Sprüche bezüglich unserer schwindenden sog. ‘TÄT-Zahlen’ bekommen?

Gedanken eines Polizisten: Mein persönliches 25-Jähriges, innerlich wie äußerlich zerknittert

4. September 2021 um 19:43

Gedanken eines Polizisten: Mein persönliches 25-Jähriges, innerlich wie äußerlich zerknittert

“Mein Schichtumlauf beginnt mit einem Spätdienst. Wochen vorher hatte ich eine Einladung erhalten. Mein Direktionsleiter lädt zur Urkundenübergabe ein, zum 25jährigen. Dazu soll ich eine Stunde früher da sein.

Wir sitzen im lockeren Rahmen im Büro des Dienststellenleiters zusammen. Neben mir bekommen noch zwei Kolleginnen ihre Urkunde ausgehändigt. Sie haben ihre Kinder mitgebracht, es sind Ferien. Direktion- und Dienststellenleiter wechseln sich in ihrer Rede ab. Es geht um Personalmangel, Geldmangel… Während der Dienststellenleiter resümiert, was es im Einstellungsjahr für wichtige Ereignisse gab (Gorbi, Wiedervereinigung, Take That wurde gegründet!), schweifen meine Gedanken ab. Ich schaue auf das Einladungsschreiben, welches vor ihm liegt und erst hier fällt mir etwas auf:

Gedicht von Louisa: Vor Gericht

22. August 2021 um 19:45

Gedicht von Louisa: Vor GerichtSowieso bin ich im Recht,
und die anderen die sind schlecht.
Und wenn es nicht so läuft wie ich es mag,
dann mache ich mich groß und stark.

Und wird es dir dann zu viel,
nutze ich dein Verhalten zu meinem Spiel.
Herr Richter ich hab gar nichts gemacht,
als er mich hat zu Boden gebracht.

Rassismus nenne ich das,
die Reaktion geprägt von Ausländerhass.
All die Vorwürfe unverhofft,
treffen den Menschen hinter der Uniform oft.

Aus dem Buch “Blueline Familys”: Auslandseinsatz

20. August 2021 um 20:13

Aus dem Buch "Blueline Familys": AuslandseinsatzAuch wenn der Afghanistaneinsatz für die deutschen Polizeien zu Ende ist, werden dieser Tage für viele Polizisten, die dort im Einsatz waren, und deren Angehörige Erinnerungen wach. Und man stellt sich die Frage, wofür man sich dort eingesetzt oder wofür man die Strapazen durchgemacht hat. Hier ein Bericht der Frau eines Polizisten aus diesem Einsatz:

 

Mein Freund war für ein Jahr in Kabul, Afghanistan, eingesetzt und hatte dort die Ausbildung der afghanischen Polizei unterstützt. Das Projekt gab es schon seit vielen Jahren. Die Bundesrepublik Deutschland hat regelmäßig Polizisten dort hingeschickt.

Immer wieder hat mein Freund mir klar gemacht, er wollte unbedingt etwas bewirken, irgendwo mitwirken, wo er auch was bewegen kann. Er ist in Deutschland schon einige Schritte auf der Karriereleiter nach oben geklettert, und doch liebte er seine ganz eigene Grenzerfahrung. Sein innerer Antrieb, seinen persönlichen Beitrag leisten zu können, ist ihm besonders wichtig.

Kommentar von Kerstin zum Querdenker-Einsatz in Berlin: Die Polizisten haben die Gesetze nicht gemacht, sie müssen sie “nur” durchsetzen

6. August 2021 um 19:30

Kommentar von Kerstin zum Querdenker-Einsatz in Berlin: Die Polizisten haben die Gesetze nicht gemacht, sie müssen sie "nur" durchsetzenAm Dienstag berichteten wir euch vom Querdenker-Einsatz in Berlin. Obwohl sämtliche Versammlungen verboten waren, waren tausende Menschen in die Stadt gekommen. Die Folge waren etwa 1.000 Festnahmen und 60 zum Teil schwer verletzte Polizisten.

Kerstin kommentieren diesen Beitrag auf Facebook und wir finden diese Zeilen sollten mehr Aufmerksamkeit bekommen:

 

“Ich weiß immer noch nicht, ob ich das ‘Weinen’ Smiley drücken soll oder das ‘wütende’. Das überlege ich seit gestern, als der Post online kam 🙁 .

Sind wir mal ehrlich: Ich kann mir kaum vorstellen, dass es noch irgendjemanden in diesem Land gibt, dem die Corona-Maßnahmen nicht auf den Sack gehen, egal ob es sich hierbei um den ganz normalen Bürger handelt… oder um die Menschen in Uniform.

Der zehnte Tag eines von der Hochwasserkatastrophe Betroffenen: Engel in Uniform

25. Juli 2021 um 20:02

Uns wurde ein Blogbeitrag zugesandt, den wir gerne an dieser Stelle weitergeben möchten. Heinrich Schmitz, der Autor, schildert vom zehnten Tag nach der Flut, wie er seiner Oma in Euskirchen hilft, das überschwemmte Haus zu räumen, dass er am selben Tag Opa wird, und wie ihm “Engel in Uniform”, sowie freiwillige Helfer, bis zur Rührung halfen.

Ein Auszug:

“Die Solidarität macht glücklich. Ich habe noch nie so viele Tränen der Rührung vergossen wie in den letzten Tagen. Macht Hoffnung. Wenn wir das behalten könnten, wäre es wertvoll für alle.”

 

Gedanken beim Einsatz in Erftstadt: Was seid ihr für Menschen?

24. Juli 2021 um 19:54

Gedanken beim Einsatz in Erftstadt: Was seid ihr für Menschen?

“Ihr kommt nicht um zu helfen, um mit anzupacken. Ihr kommt nicht um Geld, Sachgüter oder Trost zu spenden. Ihr kommt um zu GAFFEN.

Mit Euren Autos versperrt ihr dringend benötigte Rettungs- und Zufahrtswege. Ihr steht mitten auf der Fahrbahn, auf Gehwegen, Grünstreifen, auf Verkehrsinseln und auch gern mitten vor der Absperrung auf der Straße, Hauptsache nah dran! Denn wer möchte schon weit laufen, wenn er extra den ganzen Weg angereist kommt zum Gaffen. Hauptsache Ihr bleibt in Eurer Komfortzone.

Gedanken eines Polizisten: “Wording” – oder: Die Vermeidung von Wahrheiten

10. Juli 2021 um 19:16

Gedanken eines Polizisten: "Wording" - oder: Die Vermeidung von WahrheitenEs ist kein neues Phänomen mehr. Schon seit langer Zeit gibt es in dieser „neuen“ Welt, in der Minderheiten mit ihren Befindlichkeiten gefühlt den Rest der Welt dominieren, Dinge, die nicht mehr gesagt oder geschrieben werden dürfen. Und da rede ich nicht von „Schwarzfahrern“ und möglicher Diskriminierung.

Ich denke, das ist die richtige Stelle vorab klarzustellen, dass ich – natürlich – niemanden diskriminieren möchte! Weder eine Minderheit (was ich wertfrei meine), noch sonst irgendjemanden.

Gedanken eines Polizisten: Ohnmacht

3. Juli 2021 um 19:41

Gedanken eines Polizisten: Ohnmacht„Wieder einer weniger“, möchte ich gern denken, als ich mit verschränkten Armen vor der eisernen Tür stehe. Ich höre, wie die Magnetverriegelung die Tür versperrt. „Nun ist die Welt ein kleines bisschen sicherer“, schwebt es mir im Kopf herum.

Leider weiß ich, dass die geschlossene Abteilung der psychiatrischen Anstalt bei weitem nicht so geschlossen ist, wie es viele vermuten würden.

Als ich vom Anschlag in Würzburg las, holten mich diese Gedanken wieder ein. Nahezu täglich weise ich Menschen ein, die eine akute Gefahr für sich selbst oder andere darstellen. Menschen mit Psychosen, die ihren Hausstand aus dem Fenster werfen, die sich das Leben nehmen wollen oder die andere auf offener Straße bedrohen. Nicht selten kommt es vor, dass ein und dieselbe Person mehrmals in der Woche eingewiesen wird, nur damit man ihr am nächsten Tag wieder auf der Straße begegnet.

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