Eskalierter Sorgerechtsstreit: Wenn die Polizei andere Behörden unterstützt

10. März 2018 um 19:27

Eskalierter Sorgerechtsstreit: Wenn die Polizei andere Behörden unterstütztDie Unterstützung anderer Behörden gehört ebenfalls zu den gesetzlichen Aufgaben der Polizei. Diese beantragen die Amtshilfe und meist geht es hierbei um zu erwartende Zwangsmaßnahmen. Wie wir schon öfter erklärt haben, sehen diese Zwangsmaßnahmen für Außenstehende nicht schön aus, aber sie sind meist notwendig.

Die Kritik konzentriert sich später auf die eingesetzten Polizisten, weil sie die Akteure der Zwangsmaßnahme waren, jedoch sind sie meist nur das letzte Glied in einer langen Kette und haben lediglich das gemacht, was von ihnen erwartet wurde und was sie rechtlich nicht zu verantworten haben. Kritisiert wird aber der Polizeieinsatz.

Ein Skandalvideo, welches keines war: Polizisten in Stuttgart entlastet und wieder im Dienst

1. Oktober 2017 um 21:08

Im Februar dieses Jahres machte ein Video aus Stuttgart (Baden-Württemberg) die Internetrunde. Darin zu sehen sind mehrere Polizisten, die augenscheinlich auf eine Person einschlagen. Von “Polizeigewalt” und “Prügelpolizisten” war die Rede und so machte ein vermeindlicher Skandal bundesweit die Runde, welcher letzten Endes keiner war.

Denn das Video zeigt nicht die ganze Geschichte und sollte offenbar nur zeigen, was der Zuschauer sehen sollte. Und wie immer weisen wir darauf hin, dass man solche zusammen geschnittenen Videos immer hinterfragen sollte, da man oft nicht sieht, warum die Polizisten so handeln, wie es in den Videos zu sehen ist.

Aber wie so oft sind unsere Aufrufe zur Hinterfragung vergeblich. Selbst die Polizeiführung zeigte sich entsetzt und Innenminister Thomas Strobl ging auf Distanz. Folge dieses vorgeblichen “Skandalvideos“: Vier Polizisten wurden suspendiert.

Wollt ihr wirklich eine Polizei, die zuerst schießt oder zuschlägt und dann Fragen stellt?

9. September 2017 um 20:43

“Wozu habt ihr eine Waffe?”

Immer wieder lesen wir zu unseren Beiträgen, aber auch auf anderen Seiten, die sich mit Gewalt gegen Polizisten beschäftigen, Kommentare wie “Benutzt eure Waffen!”, “Haut richtig zu!” oder “Wozu habt ihr ihr eure Waffen?”

Wollt ihr wirklich eine Polizei, die erst zuschlägt oder schießt und dann erst Fragen stellt?

Wollt ihr bei jeder Kontrolle, dass wir mit gezogener Waffe vor euch stehen?

Wollt ihr nur ausgebildete Kampfmaschinen auf der Straße haben?

Tag der Sachsen: Was genau ist das Problem?

8. September 2017 um 21:14

Kürzlich fand der Tag der Sachsen statt. Jeder kennt diese Landesfeste, bei der ein Bundesland sich und seine Bürger feiert, an dem viele Aus- und Darsteller mit den Menschen auf Tuchfühlung gehen. Man soll Spaß haben und sich besser kennen lernen.

Auf dem Tag der Sachsen gab es offenbar Misstöne. Anders ist der Kommentar im Görlitzer Anzeiger (Fotos unter dem Link) nicht zu verstehen. Zwar stellt der unbekannte Autor klar, das er nicht die Polizei kritisiere, denn um deren Ansehen gehe es ihm. Er prangere die “unbedarften Geister, die sich diese Auftritte ausgedacht haben” an. Dass dies ein Trugschluss ist (vielleicht nicht der Einzige), wird sich im Folgenden zeigen.

Polizistin zu Kommentaren über tätlichen Angriff auf sie: “Ich gratuliere allen Kritikern, dass sie noch nie in eine solche Situation gekommen sind”

30. August 2017 um 20:40

Polizistin zu Kommentaren über tätlichen Angriff auf sie: "Ich gratuliere allen Kritikern, dass sie noch nie in eine solche Situation gekommen sind"Vor knapp zwei Wochen berichteten wir über einen Vorfall in Hannover, bei dem eine Polizistin, die privat unterwegs war, einschritt und dann von zwei Jugendlichen angegriffen wurde.

Manch ein Kritiker fühlte sich bemüßigt in Frage zu stellen, wie eine ausgebildete Polizistin sich überhaupt von zwei jungen Mädchen habe angreifen lassen können und ihre Fähigkeiten in Zweifel gezogen. Auch bei uns fand man derartige Kommentare.

Die Kollegin hat sich bei uns zu Wort gemeldet und möchte, dass wir ihre Ansicht über diese Kritik veröffentlichen:

Auf ein Wort: Weil wir Polizisten sind

30. Juli 2017 um 21:45

Auf ein Wort: Weil wir Polizisten sindWeil wir Polizisten sind, werden wir mit Steinen, Flaschen, Pyrotechnik, Molotowcocktails und allerhand anderen Dingen beworfen. Weil wir Polizisten sind, werden wir bespuckt, getreten, geschlagen, mit Messern und anderen Waffen angegriffen. Weil wir Polizisten sind, werden wir beleidigt, diffamiert und in Sippenhaft genommen. Und zwar NUR, weil wir Polizisten sind und diese Uniform tragen

Und dazu braucht es nicht einmal einen konkreten Anlass. So wie auf dem Bild zu sehen, die Botschaft oben in der Mitte, die uns vor ein paar Tagen erreichte. Für uns ohne erkennbaren Grund hat da jemand seinen Hass auf uns Polizisten mal eben abgeladen.

Müßig näher darauf einzugehen. Würden wir alle Hassbotschaften anzeigen, die uns erreichen, hätten wir nichts anderes mehr zu tun. Wir würden nur noch von Dienststelle zu Dienststelle und von Gericht zu Gericht tingeln, um dann gesagt zu bekommen, dass die Öffentlichkeit kein Interesse habe, die Schuld gering sei oder der Täter ein schweres Leben hatte.

Hetze oder Journalismus? Tagesschau mit Stimmungsmache gegen Polizei

22. Juli 2017 um 19:41

In einem Kurzvideo nimmt die Tagesschau Bezug auf die Vorgänge beim G20-Gipfel in Hamburg und unter dem Stichwort “Polizeigewalt” stellt sie – ohne stichhaltige Argumente zu liefern – heraus, dass Opfer von vorgeblicher “Polizeigewalt” keine rechtliche Möglichkeiten hätten, sich dagegen zu wehren.

Hierbei zeigt die Tagesschau aber auch, dass der Beitrag schlecht recherchiert wurde und blendet Dinge aus oder stellt sie falsch dar. So wird z.B. berichtet, dass in Deutschland keine unabhängigen Beschwerdestellen existieren und Polizisten gegen die eigenen Kollegen ermittelten.

Dies stimmt so nicht ganz, denn es gibt mittlerweile in verschiedenen Bundesländern unabhängige Beschwerdestellen. Zwar ist bei möglichen Straftatbeständen immer noch die Polizei für die Ermittlungen zuständig, diese können jedoch jederzeit durch die Beschwerdestellen oder die Justiz rechtlich hinterfragt oder geprüft werden. Zudem gibt es genügend Beispiel die belegen, dass Ermittlungen von Polizisten gegen die eigenen Kollegen zu Verurteilungen führen (können).

Zahl des Tages: 709 (verletzte Polizisten während des G20-Einsatzes)

20. Juli 2017 um 18:00

Zahl des Tages: 709 (verletzte Polizisten während des G20-Einsatzes)Es sind schon so einige Zahlen über die verletzten Polizisten während des G20-Einsatzes in Hamburg kursiert. Mal waren es mehr wie 400, dann fast 600. Und um diese Zahlen zu relativieren behaupteten manche Medien, dass die Zahl gar nicht so hoch sei, da viele Beamte während des Einsatzes an Erschöpfung aufgeben mussten.

Nun liegen die endgültigen Zahlen vor und sie sind erschreckend, genau wie die Bilder, die den Einsatz bestimmten. Insgesamt haben 709 Polizisten während des Einsatzes gesundheitliche Schäden davon getragen. Von diesen 709 wurden 592 Beamte vorsätzlich verletzt, 117 mussten wegen Erschöpfung (nach teils über 30-Stunden-Schichten) abgelöst und medizinisch behandelt werden. Alle verletzten Polizisten seien auf dem Wege der Besserung.

G20-Einsatz aus zwei Blinkwinkeln (von Sven)

15. Juli 2017 um 20:55

G20-Gipfel aus zwei Blinkwinkeln (von Sven)

“When Worlds Collide (Happy Purge Day)”

 

 

Akt 1:

14 Uhr – ich stehe gerade auf, ganz entspannt, denn es wird ein langer Tag. Die Matratze am Boden war bequemer als zu Hause. Knöpfchen und Krümel sind schon wach, sitzen in der Küche und rauchen mein letztes Gras. Ich setze mich dazu und nehm’ ‘nen Zug.

Auf dem Tisch liegt nichts außer viele Zettel. Darauf Texte, die ich bis 15 Uhr noch lernen muss. Oder nehme ich sie einfach mit? Vielleicht zum spicken, wenn ich mal nicht weiter weiß…

G20: Sei froh, dass du nicht dabei warst! (von Stefan)

11. Juli 2017 um 20:50

G20: Sei froh, dass du nicht dabei warst! (von Stefan)

“Die Worte ‘Sei froh, dass du nicht dabei warst!’ habe ich in den letzten Stunden immer wieder gesagt und geschrieben. Ja, ich meine es so wie ich es sage. Den Eifer derer, die zu Hause bleiben mussten (durften), in allen Ehren, aber ihr hattet Glück.

Ob ich diesen Brief schreiben soll, hat mich den ganzen Tag beschäftigt.

Ich rede nicht gern über den Dienst und es fällt mir auch jetzt wieder schwer, die richtigen Worte zu finden. Wie soll man Leuten erklären was man fühlt? Wie soll man Leuten klar machen, die in einem sicheren Umfeld leben, dass man Angst um sein Leben hatte? Ich bin ein großer starker Mann und ich bilde mir ein auch ein guter Polizist zu sein, trotzdem kam ich an meine Grenzen.

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