Freitod, wann wird das (Ver-) Schweigen endlich gebrochen?

9. Mai 2016 um 21:52 Uhr

Freitod und das (Ver-) SchweigenEin zugegebener Maßen schwieriges Thema, welches immer noch mit Vorurteilen und Verurteilungen behaftet ist. Aber nichts ist schlimmer, als das Thema Tod durch die eigene Dienstwaffe zu verschweigen. Dass dies auch bei der Polizei so ist, zeigt sich auch bei der traurigen Nachricht, welche wir vergangene Woche bekannte geben mussten.

Noch in der Suchmeldung vom 29.04.2015 war von einem 51-jährigem, suizidgefährdetem Polizeibeamten die Rede:

In der Meldung vom 02.05.2016 wird nur noch eine vermisste Person erwähnt, deren Leiche gefunden wurde.

Als vermisst gemeldeter Polizist nach einem Jahr tot aufgefunden

4. Mai 2016 um 16:07 Uhr

Vermisster Polizist tot aufgefundenDer 51-jährige Polizist der Kreispolizeibehörde Warendorf (Nordrhein-Westfalen) war am 27. April 2015 mit einem Damenfahrrad unterwegs und spurlos verschwunden. Er galt als suizidgefährdet.

Trotz intensiver und umfangreicher Suchmaßnahmen war die Fahndung erfolglos. Wir berichteten damals und baten um Mitfahndung:

Am vergangenen Freitag entdeckte ein Anwohner in einem Waldgebiet in Glandorf-Schwege (Niedersachsen) ein Damenfahrrad und informierte am Freitag (29.4.2016) die Polizei. Bei der Überprüfung im polizeilichen Fahndungssystem stellte man fest, dass es sich hierbei um das gesuchte Damenfahrrad des vermissten Beamten handelte.

In der Nähe konnten Polizisten dann auch die Leiche ihres Kollegen auffinden. Ein Tod durch Fremdverschulden kann offenbar ausgeschlossen werden. Er hatte wohl seine Dienstwaffe bei sich.

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/Warendorf/2353957-Identifizierung-Vermisster-Polizist-aus-Warendorf-tot-aufgefunden

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/52656/3316996

Für die Familie, die Angehörigen und Kollegen hat das Hoffen auf ein Wiedersehen ein trauriges Ende genommen. Wir wünschen Ihnen viel Kraft auf dem weiteren Weg. Ihnen gilt unser tiefes Mitgefühl!

Lieber Kollege, wir hoffen, dass du gefunden hast, wonach du offenbar auf dieser Welt erfolglos suchtest. Ruhe in Frieden!

Polizei verhindert Fenstersprung in letzter Minute

21. April 2016 um 00:11 Uhr

Polizei verhindert FenstersprungAm Freitagnachmittag wurde ein 28-jähriger Mann bei der Polizei als vermisst gemeldet. Dieser war aus dem Krankenhaus in Hennigsdorf (Brandenburg) geflüchtet und galt als suizidgefährdet.

Ein aufmerksamer Hausmeister stellte den 28-Jährigen gegen 13:35 Uhr auf einem Fensterbrett im 8.Stock eines Mehrfamilienhauses fest und informierte die Polizei. Die heran eilenden Beamten konnten den Mann zunächst in ein Gespräch verwickeln und ihn bei einer günstigen Gelegenheit vom offenen Fenster wegziehen.

Ausnahmesituation: Wenn Polizisten zu einem Todesfall gerufen werden

17. April 2016 um 02:19 Uhr

Wenn Polizisten zu einem Todesfall gerufen werdenDer Tod gehört zum Polizeiberuf dazu, wie das Leben selbst. Darauf werden Polizisten bereits in ihrer Ausbildung oder im Studium vorbereitet, aber das sind nur theoretische Grundkenntnisse. Wie schwierig der Umgang mit diesem Thema sein kann, erfährt man erst in der Praxis.

Die Aufgaben von Polizisten können bei einem Todesfall vielfältig sein und sind manchmal Herausforderung, zuweilen aber auch Überforderung. Zunächst einmal gehört es zu den Aufgaben der Polizei, herauszufinden, um was für einen Todesfall es sich handelt.

Liegt ein sogenannter natürlicher Todesfall vor (durch Krankheit oder Alter oder plötzliches Versagen eines lebenswichtigen Organs) ist damit die Arbeit der Polizei beendet. Diese Feststellung obliegt aber einem Arzt, der zusammen mit den Polizisten die Leichenschau durchführt.

Polizeiseelsorge: Wenn Polizisten Hilfe brauchen

25. März 2016 um 16:28 Uhr

PolizeiseelsorgeAndreas Simbeck ist katholischer Polizeiseelsorger der bayerischen Polizei. Nachdem der heute 53jährige sich bereits früh in der Kirche engagierte, wurde er mit 25 Jahren, nach dem Theologiestudium, zum Priester geweiht. Ab 1992 wurde er nebenamtlicher Polizeiseelsorger. Seit zwölf Jahren ist er von allen kirchlichen Aufgaben befreit und als hauptamtlicher Seelsorger Angestellter der Polizei.

Zusammen mit einer evangelischen Kollegin kümmert er sich um die Polizeifamilie. Er nennt das “Notfallseelsorge nach innen”.

Sein Aufgabengebiet ist weitreichend und so vielfältig wie der Polizeiberuf: ein Kollege wird gemobbt, kann einen schwierigen Einsatz nicht verkraften, braucht einen Redepartner ohne befürchten zu müssen, dass die Informationen nach außen gelangen. Oder er hat eine Suchterkrankung, in all diesen Fällen können sich Polizisten an Simbeck wenden.

Nachtdienst: Die Polizistin am Heiligen Abend

25. Dezember 2015 um 17:21 Uhr

Die Polizistin an Heilig AbendHeute ist alles anders wie sonst, wenn es zum Nachtdienst geht. Irgendwo hat sich der Stress eingeschlichen. Mit der Familie noch schnell vorher Essen und die Kinder versorgen. Dann die Bescherung… wenigstens ein bisschen von dem Ablauf des Heilig Abends mitbekommen.

Kinderaugen die beim Geschenke auspacken strahlen, mehr dieser positiven und schönen Eindrücke sammeln geht heute nicht. Nun heißt es schnell umziehen, die Uniform an und ab zum Dienst.

Auch die Kollegen sind in weihnachtlicher Stimmung. Man wünscht sich ein friedliches Weihnachtsfest, einige haben selbst gebackene Plätzchen und Kuchen mitgebracht.

Dienst, immer gleich und doch immer wieder anders

21. Dezember 2015 um 17:51 Uhr

Dienst immer gleichGerade jetzt in dieser dunklen Jahreszeit kommt es öfters zu Einsätzen die Fingerspitzengefühl erfordern. Bei der die menschliche Seite mehr gefordert wird, als die polizeiliche.

Jahreszeit bedingt geschehen mehr Unfälle durch unangepasste Fahrweise, aber viele Menschen sind jetzt auch deprimierter und einsamer, zumindest fühlt es sich so für sie an.

So kommt es zu Vorfällen bei denen Menschen ihre suizidalen Gedanken äußern, Androhungen durchgeben, Drogen unkontrolliert zu sich nehmen und Hilfe suchen. Einige greifen zum Telefon und wählen den Notruf der Polizei, als Hilferuf oder auch weil sie Angst haben und nicht alleine sterben wollen.

In anderen Situationen legen sie es auf einen Suicide by Cop an. In den meisten Fällen muss in aller Kürze sehr besonnen und bedacht gehandelt werden. Oft mit dem Risiko sich teilweise selbst in Gefahr zu bringen bzw. mitten in der Gefahr zu sein.

Adrenalin, das in Sekunden von 0 auf 100 ist, jeder unüberlegte Schritt kann ein Fehler sein. Hier kann man als Polizist/in noch so gut darauf vorbereitet und geschult worden sein, die Lage ist doch immer eine andere.

Das gegenüber kann anderes reagieren und sich anderes verhalten. Selbst wenn man den Suizid verhindern konnte, bleibt ein gewisses Maß an Zweifel zurück. Solche Vorfälle können manchmal noch sehr lange im Gedächtnis und im Gefühlsleben bleiben.

Darüber reden und es mit Kollegen verarbeiten ist oft nicht möglich, da der Dienst weiter geht. Meist wartet der nächste Fall schon und nach Dienstschluss ist jeder froh und tritt seinen nach Hause weg an. Die Beamten, die einen Suizid verhindert haben oder auch manchmal zu spät kamen, fahren mit ihren Gedanken oft alleine nach Hause.

Dort ankommen, kommen auch diese Gedanken an das Erlebte wieder zurück. Jetzt wäre es wichtig, wenn jemand zuhören könnte und hilft, das Geschehene zu verarbeiten. Manchmal ist es auch Hilfreich einen andere Sichtweise zu bekommen.

Leben die Beamten jedoch alleine, müssen sie Wege finden um damit klar zu kommen. Manchmal verändern sie sich und manchmal merken die Kollegen nichts oder können es gar nicht bemerken. Sie rechnen nicht damit, dass der Kollege oder die Kollegin nicht damit zurecht kommt. So kann es passieren, das er/sie ein Leben gerettet hat und ihre eigenes jetzt ins Wanken geraten ist.

Gerade jetzt und in dieser dunklen Jahreszeit ist das Menschliche auch unter den Kollegen gefragt. Das Miteinander und auch mal nach Feierabend noch ein Gespräch führen, ansprechen, womit man sich beschäftigt, kann für viele Hilfreich sein.

Ein Miteinander, dass eigentlich selbstverständlich sein sollte, aber immer seltener selbstverständlich ist. Denn Machtkämpfe und Ruhm wegen Beförderungen werden groß geschrieben.

Ist Mobbing auf Dienststellen und sogar schon während der Ausbildung Alltag geworden? Und das in einem Beruf, der eh schon vollen Einsatz fordert und oft an die Grenzen der Menschlichkeit geht.

Hier sind nun öfters die Familien zu Hause gefordert und sie leisten, oder versuchen, Hilfe und Unterstützung zu leisten. Doch die ist manchmal auch nur begrenzt möglich.

Also könnte man abschließend feststellen, dass jeder mithelfen kann. Die Zeiten haben sich geändert und die Menschen sind egoistischer geworden. Doch ist es immer noch so, dass sich miteinander und gemeinsam viel besser Probleme lösen lassen und schlimmeres verhindern werden kann.

Personaleinsparung wirkt sich aus: Keine Streife frei um Trickdiebe zu schnappen

21. November 2015 um 16:41 Uhr

Personaleinsparung wirkt sich ausVergangenen Freitag ist es in Grafing (Bayern) zu einem Trickdiebstahl gekommen. Die Diebe wurden vom Personal des Juweliers erwischt, aber die Polizei hatte keine Streife frei um sich der Sache anzunehmen.

Es war die klassische Vorgehensweise: die beiden Täter betraten das Geschäft des Juweliers Michael Kiau und gingen arbeitsteilig vor. Einer lenkte das Personal ab, der andere ließ unbemerkt Schmuckstücke in der Tasche verschwinden.

Offener Brief an den Innenminister des Landes NRW

23. Juni 2014 um 15:57 Uhr

Der folgende offene Brief dürfte wohl nicht nur auf NRW zutreffen, denn so unterschiedlich ist das politische Denken in den Ländern/im Bund nicht.

Danke an Danny für den Hinweis.

Das Original findet man hier: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1471486946429901&id=100007058298458

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